{"id":8846,"date":"2013-04-29T17:13:47","date_gmt":"2013-04-29T15:13:47","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/netzfilmblog\/?p=8846"},"modified":"2013-04-29T17:24:01","modified_gmt":"2013-04-29T15:24:01","slug":"fernsehen-linear-konsum-ott","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/netzfilmblog\/2013\/04\/29\/fernsehen-linear-konsum-ott\/","title":{"rendered":"Die Zukunft des linearen Fernsehens"},"content":{"rendered":"<p>Vergangene Woche war ich in M\u00fcnchen auf den Audiovisual Media Days. In einer <a href=\"http:\/\/www.medienportal.tv\/index.php\/veranstaltungs-channels\/veranstaltungen-2013\/audiovisual-media-days-2013\/viewvideo\/690\/audiovisual-media-days-2013\/diskussion-ott-vs-traditionelle-verbreitungswege\" target=\"_blank\">Roundtable-Diskussion<\/a> (siehe Video) ging es um die Frage, ob sogenannte <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Over-the-top_content\" target=\"_blank\">OTT-Dienste<\/a> (dazu geh\u00f6ren alle Videodienste im offenen, also nicht Provider-abh\u00e4ngigen Netz, soll hei\u00dfen s\u00e4mtliche Video-on-Demand-Angebote, Mediatheken, und, je nach Definition, auch YouTube) den klassischen, linearen TV-Sendern das Wasser abgraben. Die Diskussion war thematisch sehr breit angelegt, was erwartungsgem\u00e4\u00df dazu f\u00fchrte, dass viele Aspekte angesprochen aber nicht alle ausdiskutiert wurden. Trotzdem war es eine interessante Runde.<\/p>\n\n<div class=\"embed-wrapper embed-wrapper--blocked js-embed-consent\" data-method=\"iframe\">\n<script class=\"raw__source\" type=\"text\/template\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"580\" height=\"326\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/9YrbXI8XsmY\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/script>\n<div class=\"embed-wrapper__inner\">\n<div class=\"embed-wrapper__text\">\n<h3>Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/h3>\n<p data-replace=\"no\">An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel erg\u00e4nzt. 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Damit k\u00f6nnen personenbezogene Daten an Drittplattformen \u00fcbermittelt werden. <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/hilfe\/datenschutz\" target=\"_blank\">Mehr dazu in unserer Datenschutzerkl\u00e4rung.<\/a>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Meine These bestand darin, dass sich die klassischen Fernsehanstalten in Zukunft noch st\u00e4rker mit alternativen Inhalten im Netz auseinandersetzen m\u00fcssen. Die Gefahr f\u00fcr das lineare Fernsehen besteht meiner Meinung nach n\u00e4mlich nicht nur darin, dass Fernsehinhalte im Netz geguckt werden (sei es etwa Spielfilme auf Maxdome oder Lovefilm, oder aktuelle Sendungen in den Mediatheken) sondern dass junge Zuschauer auch andere Inhalte suchen, die es im Netz, aber eben nicht im Fernsehen gibt. Gerade dieser <em><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/The_Long_Tail\" target=\"_blank\">long tail<\/a><\/em> kann damit dem Fernsehen Zuschauer kosten \u2013  wenn es den Medienanstalten nicht gelingt, ihr Programm mittelfristig anzupassen.<\/p>\n<p>Ein Punkt der Diskussion war folglich auch die Frage nach der Zukunft des linearen Fernsehens. Eine vielzitierte Zahl der <a href=\"http:\/\/www.ard-zdf-onlinestudie.de\/fileadmin\/Online12\/0708-2012_Eimeren_Frees.pdf\" target=\"_blank\">ARD\/ZDF Onlinestudie 2012<\/a> besagt etwa, dass die Menschen in Deutschland im Durchschnitt nicht weniger TV gucken als vor einigen Jahren, im Gegenteil: Mit im Schnitt vier Stunden (242 Minuten) pro Tag hat man im vergangenen Jahr einen neuen Rekord aufgestellt. Man k\u00f6nnte also sagen, der mutma\u00dflich negative Effekt des Internets auf das Fernsehen existiere gar nicht.  <\/p>\n<p>So leicht ist es nat\u00fcrlich nicht. Denn wie auch die Onlinestudie am Ende feststellt, steigt der Konsum von Bewegtbildern im Netz kontinuierlich an. Zur Zeit aber eben noch vor allem als Erg\u00e4nzung und nicht als Substitution von TV-Inhalten. Katharina Behrends von NBC Universal Deutschland, die mit mir an der Diskussion teilnahm, glaubt, dass sich daran so schnell nichts \u00e4ndern wird.<\/p>\n<p><strong>Der lineare Konsum altert mit seinen Konsumenten<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin anderer Meinung, auch wenn ich eher an eine evolution\u00e4re Entwicklung als eine disruptive glaube. Die  entscheidende Frage ist, wie sich das in den kommenden Jahren mit der steigenden Nutzung von mobilen Endger\u00e4ten entwickelt.  Es ist anzunehmen, dass die Nutzergruppen, die immer h\u00e4ufiger online Videos gucken, sich st\u00e4rker vom station\u00e4ren TV-Konsum wegbewegen.  Denn das sowohl der lineare Konsum stabil bleibt und der mobile Konsum weiter steigt, ist ab dem Erreichen eines bestimmten Levels unwahrscheinlich: Wir werden auch in f\u00fcnf Jahre nicht zehn Stunden am Tag Videos gucken nur weil es die technischen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr den &#8222;\u00dcberall-Konsum&#8220; gibt. Stattdessen wird sich ein Verbreitungsweg langsam durchsetzen.<\/p>\n<p>Zu einem \u00e4hnlichen Schluss kommt auch <a href=\"https:\/\/twitter.com\/miss_assmann\" target=\"_blank\">Stefanie A\u00dfmann<\/a> vom Blog <a href=\"http:\/\/we.makesocial.tv\/allgemein\/tv-on-the-move-time-for-disruptions\/?\" target=\"_blank\"><em>We Make SocialTV<\/em><\/a>. Sie besuchte unl\u00e4ngst den NewTV Kongress in Hamburg, auf dem ganz \u00e4hnliche Fragen diskutiert wurden wie auf den Audiovisual Media Days (und allen anderen Konferenzen zum Thema). Denn auch dort zeigten Studien, dass vor allem die 18-24 J\u00e4hrigen \u00fcberdurchschnittlich viele Videos online konsumieren. Eine Entwicklung, die sich fortsetzen wird und dazu f\u00fchrt, dass der lineare TV-Konsum weiter mit seinen Konsumenten altert.<\/p>\n<p>Vier jugendliche Teilnehmer machten noch eine weitere interessante Aussage:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die Aussage der Teens: Die Interessen der Jugendlichen sind so heterogen, die kann ein Sender eh nicht abbilden. Wenn sie Lust auf Musik habe, m\u00f6chten sie auch Musik schauen und nicht das was gerade im TV l\u00e4uft. Sie stellen sich ihr TV Programm also selbst zusammen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Womit wir wieder bei meiner oben genannten These w\u00e4ren: Nicht nur das Medium wird in den kommenden Jahren im Mittelpunkt der Diskussion stehen, sondern auch die Inhalte. Darauf m\u00fcssen sich die Fernsehanstalten einstellen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vergangene Woche war ich in M\u00fcnchen auf den Audiovisual Media Days. 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