{"id":381,"date":"2010-11-28T20:23:18","date_gmt":"2010-11-28T19:23:18","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/?p=381"},"modified":"2010-11-28T23:04:09","modified_gmt":"2010-11-28T22:04:09","slug":"wikileaks-veroffentlicht-diplomatische-akten-der-us-regierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/2010\/11\/28\/wikileaks-veroffentlicht-diplomatische-akten-der-us-regierung\/","title":{"rendered":"Wikileaks ver\u00f6ffentlicht diplomatische Akten der US-Regierung"},"content":{"rendered":"<p><em>Von Kai Biermann (kb), Carsten Li\u00dfmann (cl) und Karsten Polke-Majewski (kpm)<\/em><\/p>\n<p><em>Sch\u00f6n, dass wir so viele Leser haben &#8211; so viele, <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2010-11\/wikileaks-usa-diplomatische-dokumente\">dass wir unser Blog hier fortsetzen<\/a>.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>22.51<\/strong> <a href=\"http:\/\/cablegate.wikileaks.org\/cable\/2009\/12\/09BERLIN1636.html\">Manche Subject-Zeilen<\/a> der Originaldokumente sagen schon alles: <em>&#8222;<\/em>Lame Duck German Governor Kicked Upstairs as New Energy Commissioner in Brussels&#8220;. Gerecht wird diese Zeile G\u00fcnther Oettinger wohl aber eher <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/44\/EU-Kommissar-Oettinger\">nicht<\/a>. (kpm)<\/p>\n<p><strong>22.45<\/strong> <a href=\"http:\/\/cablegate.wikileaks.org\/cable\/2010\/02\/10BERLIN180.html\">Aus den Originaldaten von Wikileaks<\/a>: Am 11. Februar traf Hamburgs damaliger Erster B\u00fcrgermeister Ole von Beust (CDU) Kanzlerin Angela Merkel. Sp\u00e4ter erz\u00e4hlte von Beust dem amerikanischen Botschafter, Merkel sei &#8222;sehr, sehr w\u00fctend \u2013 w\u00fctender als er sie je gesehen habe.&#8220; Grund f\u00fcr die Ver\u00e4rgerung seien Unionsabgeordnete im Europ\u00e4ischen Parlament gewesen, die im Februar gegen die erste Fassung des Swift-Abkommens gestimmt hatten. Merkel bef\u00fcrchte, so die Depesche aus der Berliner US-Botschaft, dass der Eindruck entstehe, Europa nehme die Bedrohung durch den Terrorismus nicht ernst genug. (cl)<\/p>\n<p><strong>22.43 <\/strong>Und Leser <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2010-11\/wikileaks-veroeffentlichung-westerwelle?commentstart=81#cid-1002548\">Oliver Heine<\/a> \u00fcberlegt, was einzelne Menschen \u00fcberhaupt dazu bringt, solch prek\u00e4re Dokumente weiterzugeben. <em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>22.37<\/strong> Unser Leser <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2010-11\/wikileaks-veroeffentlichung-westerwelle?commentstart=73#cid-1002498\">trektor<\/a> stellt eine interessante Frage:<em> &#8222;<\/em>Die USA sind viel mehr stabilisierend innerhalb der Weltpolitik als das den meisten der nun irgendwie so angenehm aufgeregt &#8218;Enth\u00fcllungen&#8216; Entgegenfiebernden bewu\u00dft zu sein scheint. Im Nahost-Konflikt und hinsichtlich des Konfliktes mit dem Iran etwa s\u00e4he es weitaus schlimmer aus, wenn nicht die USA unter der jetzigen F\u00fchrung vermitteln aber auch behindern w\u00fcrden&#8230;.<\/p>\n<p>Warum vertrauen die Menschen Wikileaks und Averenge blind und wieviel hat das mit dem generellen Mi\u00dftrauen gegen\u00fcber ihrer eigenen Politikerkaste zu tun?&#8220;<\/p>\n<p><strong>22.35<\/strong> Wikileaks ist wieder online. Unter <a href=\"http:\/\/cablegate.wikileaks.org\/\">http:\/\/cablegate.wikileaks.org<\/a> k\u00f6nnen die ersten Rohdatens\u00e4tze (knapp 200) durchsucht werden. (cl)<\/p>\n<p><strong>22.33<\/strong> Ein besonderes Licht werfen die Dokumente offenbar auf den schwierigen politischen Prozess, der zwischen Iran und den Vereinigten Staaten abl\u00e4uft. So dr\u00e4ngten Israel und einige arabische Verb\u00fcndete die USA offenbar zu einem Milit\u00e4rschlag gegen den Iran. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak soll im Juni 2009 gesagt haben, es gebe ein &#8222;Zeitfenster von sechs bis 18 Monaten&#8220;, in dem ein milit\u00e4risches Eingreifen zur Zerst\u00f6rung der Nuklearanlagen im Iran g\u00fcnstig sei, schreibt der <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/world\/2010\/nov\/28\/us-embassy-cables-saudis-iran\"><em>Guardian<\/em><\/a>.<\/p>\n<p>Nach Ablauf dieser Zeit w\u00e4re ein Milit\u00e4rschlag mit nicht mehr akzeptablen Kollateralsch\u00e4den verbunden. Der saudische K\u00f6nig Abdullah habe mit Blick auf Iran von den USA verlangt, &#8222;der Schlange den Kopf abzuschlagen&#8220;. Auch Staaten wie Bahrain und \u00c4gypten h\u00e4tten \u00e4hnliche Einsch\u00e4tzungen zur Iran-Politik ge\u00e4u\u00dfert. Eine dokumentierte Aufzeichnung des amerikanischen Verteidigungsministers Robert Gates gibt ihn mit den Worten wieder, wenn nicht bald eine diplomatische L\u00f6sung im Iran erreicht sei, werde es zur Verbreitung von Atomwaffen oder zu einem israelischen Milit\u00e4rschlag kommen &#8211; oder beides.<\/p>\n<p>W\u00e4re ein solcher Milit\u00e4rschlag aber \u00fcberhaupt m\u00f6glich? <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2008\/28\/Zeitgeist\">Kritiker behaupten: Nein<\/a>. (kpm)<\/p>\n<p><strong>22.18<\/strong> Transparenz ist nicht gleich Transparenz. Zwar hat Wikileaks sich dem Gedanken  verschrieben, jedem alles zug\u00e4nglich zu machen. Doch haben sich die beteiligten  Medien im Fall der diplomatischen Dokumente selbst zensiert: Welche der Depeschen wie in  ihren Berichten und Datenbanken auftauchen, beschreibt die <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2010\/11\/29\/world\/29editornote.html?_r=1&amp;hp\"><em>New York Times<\/em><\/a> exemplarisch: Zuerst habe die Redaktion selbst all jene Informationen  ausgelassen, die &#8222;vertrauliche Informanten&#8220; in Gefahr bringen, oder die  &#8222;nationale Sicherheit&#8220; gef\u00e4hrden k\u00f6nnten. Dann habe man das \u00fcbrige und zur  Ver\u00f6ffentlichung vorgesehene Material der US-Regierung gesandt und diese um  Anmerkungen gebeten. Die gab es auch. Die Redaktion der Times habe anschlie\u00dfend  &#8222;einige, nicht alle&#8220; Bedenken der Regierung ber\u00fccksichtigt und entsprechende  Depeschen nicht verwendet. \u00c4hnlich ist auch der <em>Spiegel<\/em> vorgegangen.<\/p>\n<p>Alle Bedenken und Anmerkungen seien mit den  \u00fcbrigen an der Ver\u00f6ffentlichung beteiligten Medien geteilt worden. Und wurden  von ihnen \u00e4hnlich umgesetzt. Siehe <em><a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/commentisfree\/2010\/nov\/28\/us-embassy-cables-wikileaks\">Guardian<\/a><\/em> und der <em><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,731177,00.html\">Spiegel<\/a><\/em>.  (kb)<\/p>\n<p><strong>22:05 <\/strong>Das Technikblog <a href=\"http:\/\/techcrunch.com\/2010\/11\/28\/wikileaked-cables-china-google\/\"><em>Techcrunch<\/em><\/a> schreibt unter Bezug auf die <em>New York Times<\/em>, die  diplomatischen Kabel enthielten auch einige Hinweise zum Einbruch in Rechner von  Google und des Dalai Lama Anfang des Jahres: das chinesische Politb\u00fcro habe die  Hacks organisiert.<\/p>\n<p>Ein chinesischer Kontakt der US-Botschaft in Peking berichtete ihr demnach  im Januar, der Angriff, der dazu f\u00fchrte, dass Google sich zeitweise aus China  zur\u00fcckzog, sei eine koordinierte Aktion gewesen. Regierungsmitarbeiter, private  Sicherheitsexperten und &#8222;Internet-Outlaws&#8220;, demnach wohl Hacker, h\u00e4tten sie  ausgef\u00fchrt. Seit 2002 seien sie immer wieder in Rechner der amerikanischen  Regierung und anderer westlicher Staaten eingebrochen. (kb)<\/p>\n<p><strong>21:34<\/strong> Die Webseite von Wikileaks ist immer noch sehr schwer erreichbar. Alle, die einen Blick auf die originalen Dokumente werfen wollen, werden von den Machern auf <a href=\"http:\/\/www.google.com\/fusiontables\/DataSource?dsrcid=317391\">guardian.co.uk<\/a> verwiesen. Die Guardian-Redaktion hat die Rohdaten auf einen Google-Server ausgelagert, der dem Ansturm jedoch auch nicht immer gewachsen ist. (cl)<\/p>\n<p><strong>21:27<\/strong> Das Pentagon hat im August die Sicherheitsregeln f\u00fcr den <a href=\"http:\/\/www.seattlepi.com\/national\/1152ap_wikileaks_pentagon.html\">Einsatz von USB-Sticks<\/a> versch\u00e4rft, schreibt Associated Press. (cl)<\/p>\n<p><strong>21.22<\/strong> Manche der <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/interactive\/2010\/11\/28\/world\/20101128-cables-viewer.html#report\/cables-06MOSCOW9533\">Depeschen<\/a> haben fast literarischen Wert. Die <em>New York Times<\/em> dokumentiert die sehr ausf\u00fchrliche Beschreibung eines US-Diplomaten \u00fcber eine dagestanische Hochzeit. Die kaukasische Prominenz ist versammelt und der Berichterstatter tief beeindruckt vom Alkoholverbrauch auf der dreit\u00e4gigen Veranstaltung. (cl)<\/p>\n<p><strong>21.15<\/strong> Der Sprecher von Pr\u00e4sident Barack Obama hat sich <a href=\"http:\/\/www.ndtv.com\/article\/world\/white-house-condemns-wikileaks-document-release-69226?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=twitter&amp;utm_campaign=Feed%3A+NdtvNews-TopStories+%28NDTV+News+-+Top+Stories%29&amp;cp\">zu Wort<\/a> gemeldet. Robert Gibbs sagt, diplomatische Dokumente wie die ver\u00f6ffentlichten Kabel enthielten ehrliche und oft unvollst\u00e4ndige Informationen. In ihnen dr\u00fccke sich nicht die politische Linie der amerikanischen Regierung aus und diese Kabel beeinflussten auch keine Entscheidungen.\u00a0 Allerdings k\u00f6nnten solche Kabel (wenn sie bekannt werden) private Diskussionen mit ausl\u00e4ndischen Regierungen und Oppositionsf\u00fchrern gef\u00e4hrden. &#8222;Pr\u00e4sident Obama unterst\u00fctzt ein verantwortliches, zuverl\u00e4ssiges und offenes Regieren daheim und in aller Welt, aber solch r\u00fccksichtsloses und gef\u00e4hrliches Handeln widerspricht diesen Zielen&#8220;, sagte Gibbs. (kpm)<\/p>\n<p><strong>21.11<\/strong> Interessanter ist die Einsch\u00e4tzung von Guido Westerwelle als Au\u00dfenminister.<em> <\/em>Die amerikanischen Diplomaten, so schreibt <em>Spiegel Online<\/em>, s\u00e4hen sich vor die Herausforderung gestellt, wie sie mit einem Politiker umgehen sollten, der ein &#8222;R\u00e4tsel&#8220; sei, mit wenig au\u00dfenpolitischer Erfahrung und einem &#8222;zwiesp\u00e4ltigen Verh\u00e4ltnis zu den USA&#8220;. (kpm)<\/p>\n<p><strong>21.04<\/strong> Was auf <em>Spiegel Online<\/em> \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,731601,00.html\">die amerikanische Einsch\u00e4tzung der Kanzlerin<\/a> zu lesen ist, ist wenig schmeichelhaft formuliert, in der Sache aber nicht sonderlich \u00fcberraschend. Da steht beispielweise, die Kanzlerin sehe die internationale Diplomatie vor allem unter dem Gesichtspunkt, welchen Profit sie innenpolitisch daraus ziehen k\u00f6nne. Ein Gemeinplatz, den man jedem anderen Regierungschef ebenso vorhalten k\u00f6nnte. Auch dieser zweite Satz gibt eher die allgemeine Kommentarlage der deutschen Presse des Februars wieder: Merkel habe das &#8222;Joch der Gro\u00dfen Koalition abgesch\u00fcttelt, nur um jetzt mit einem FDP-CSU-Doppel-Joch belastet zu sein&#8220;. (kpm)<\/p>\n<p><strong>20.44 <\/strong>Die amerikanische Regierung hat die Ver\u00f6ffentlichung der Dokumente aus der US-Diplomatie &#8222;aufs Sch\u00e4rfste&#8220; verurteilt. Die Freigabe der Dokumente sei &#8222;unverantwortlich und gef\u00e4hrlich&#8220;.<\/p>\n<p><strong>20:36<\/strong> Der <em>New York Times<\/em> zufolge sollen Amerikanische und S\u00fcdkoreanische Offizielle mehrfach die Chancen eines vereinigten Korea diskutiert haben. Nach Einsch\u00e4tzung der <a href=\"http:\/\/seoul.usembassy.gov\/p_biography.html\">US-Botschafterin in Seoul<\/a> glauben die S\u00fcdkoreaner, Chinas Zustimmung zur Entmachtung des Regimes in Pj\u00f6ngjang lasse sich erkaufen. Die Bedenken in Peking lie\u00dfen sich mit &#8222;Business-Deals&#8220; lindern. Die entsprechende Depesche sei im Februar dieses Jahres geschrieben worden. (cl)<\/p>\n<p><strong>20.33<\/strong> Eine gute Zusammenschau dessen, was die Medienpartner von Wikileaks berichten, findet sich auf <a href=\"http:\/\/wlcentral.org\/\">WL Central<\/a>.<\/p>\n<p><strong>20.30<\/strong> Nun ist auch <a href=\"www.wikileaks.org\">Wikileaks<\/a> wieder zu erreichen, nur bislang noch ohne neue Dokumente. Hier zumindest h\u00fcbsch dargestellt der <a href=\"http:\/\/wlcentral.org\/twitter-feed\">Twitterfeed<\/a> der Organisation.<\/p>\n<p><strong>20.29<\/strong> Der <em>Guardian<\/em> berichtet, Saudi-Arabien habe die USA aufgefordert, den Iran zu bombardieren.<\/p>\n<p><strong>20.21<\/strong> Am fr\u00fchen Abend wird gemeldet, die offizielle Seite von <a href=\"www.wikileaks.org\">Wikileaks<\/a> stehe unter Feuer und sei nicht mehr zu erreichen. Letzteres zumindest gilt immer noch.<\/p>\n<p><strong>20.16<\/strong> Der <em>Spiegel<\/em> konzentriert sich auf die Einsch\u00e4tzung von Politikern aus aller Welt durch die amerikanischen Diplomaten: Afghanistans Pr\u00e4sident Karsai\u00a0 sei von &#8222;Paranoia&#8220; getrieben, Russlands Premier Putin ein &#8222;Alpha-R\u00fcde&#8220;. Der t\u00fcrkische Ministerpr\u00e4sident Recep Tayyip Erdogan wird skeptisch bewertet,\u00a0 \u00c4gyptens Pr\u00e4sident Husni Mubarak habe den unter George W. Bush begonnenen Irak-Krieg f\u00fcr gef\u00e4hrlichen Unsinn und den damalige US-Pr\u00e4sidenten f\u00fcr unbelehrbar gehalten.<\/p>\n<p>Auch deutsche Politiker bekommen ihr Fett weg: CSU-Chef Horst Seehofer wird als &#8222;unberechenbar&#8220; charakterisiert, Au\u00dfenminister Guido Westerwelle (FDP) als &#8222;aggressiv&#8220;. Kanzlerin Angela Merkel bescheinigen die Amerikaner, &#8222;selten kreativ&#8220; zu sein und das Risiko zu meiden. Verteidigungsminister von Guttenberg dagegen kommt gut weg. (kpm)<\/p>\n<p><strong>20.14<\/strong> Die USA haben nach Darstellung des <em>Guardian <\/em>versucht, die F\u00fchrung der Vereinten Nationen auszuspionieren.<\/p>\n<p><strong>19.59<\/strong> Die <em><a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/\">New York Times<\/a><\/em>, der britische <em><a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/\">Guardian<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.lemonde.fr\/\">Le Monde<\/a><\/em> aus Paris, <a href=\"http:\/\/www.elpais.com\/global\/\"><em>El Pais <\/em><\/a>aus Madrid  und der <em>Spiegel<\/em> mit <em><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/\">Spiegel Online<\/a><\/em> haben vorab einen Teil der Dokumente ver\u00f6ffentlicht. Mal sehen, wie sich ihre Schwerpunktsetzung unterscheidet. (kpm)<\/p>\n<p><strong>18 bis 19 Uhr<\/strong> Die geplante Ver\u00f6ffentlichung wirft ganz neue Fragen auf. Zum Beispiel diese: Zu den bekannt gemachten  Irak- und Afghanistan-Kriegsdokumenten konnte man denken: Im Krieg stirbt die Wahrheit immer zuerst, also muss man dokumentieren, was dort geschieht. Diplomatie kann man allerdings auch als Alternative zum Krieg verstehen. Aber kann Diplomatie dieser Aufgabe noch nachkommen, wenn sie Gefahr l\u00e4uft, auch im Prozess der Entscheidungsfindung \u00f6ffentlich gemacht zu werden? Denn viele Berichte, die Botschaften an ihre Regierung absetzen, dienen zwar der Meinungsbildung, sind aber nur Teil dessen, was auf die Entscheidung einer Regierung einwirkt. (kpm)<\/p>\n<p><strong>Sonntagnachmittag<\/strong> Wikileaks wird an diesem Sonntagabend neue Dokumente aus der amerikanischen Regierung ver\u00f6ffentlichen. Es ist das dritte Mal, dass die Organisation solche vertraulichen, teils geheime Regierungsdokumente online stellt.<\/p>\n<p>Es soll sich um hunderttausende diplomatische Depeschen und Berichte handeln, die zwischen dem amerikanischen Au\u00dfenministerium in Washington und diplomatischen Vertretungen der USA in aller Welt ausgetauscht wurden.<\/p>\n<p>Glaubt man einem am Samstag versehentlich von Spiegel Online publizierten und bald wieder zur\u00fcckgezogenen Bericht, so handelt es sich um \u201einsgesamt 251.287 sogenannten diplomatischen Kabeln, die US-Botschaften, -Konsulate und -Vertretungen aus aller Welt an das US-Au\u00dfenministerium in Washington geschickt haben, und mehr als 8000 Direktiven des US-Au\u00dfenministeriums an die diplomatischen Vertretungen in aller Welt.\u201c<\/p>\n<p>Ein einziger Bericht gehe demnach zur\u00fcck bis ins Jahr 1966, die weitaus meisten seien j\u00fcnger als 2004. Damals war das so genannte SIPRNet eingerichtet worden. Dieses Netzwerk dient dem amerikanischen diplomatischen Dienst als eine Art Intranet und ist eines seiner wichtigsten Kommunikationsmittel. Aus dieser Datenbank soll das Material stammen. Allein aus den ersten beiden Monaten dieses Jahres sollen 9005 Dokumente stammen.<\/p>\n<p>\u00dcber den Inhalt der Dokumente ist in diesem Bericht zu lesen: \u201eDie Berichte aus den L\u00e4ndern sind in der Regel von Diplomaten verfasst, also Botschaftern, Konsuln oder ihren Mitarbeitern. Meist enthalten sie Einsch\u00e4tzungen der politischen Lage im jeweiligen Land, Gespr\u00e4chsprotokolle, Hintergr\u00fcnde zu Personalentscheidungen und Ereignissen &#8211; oder auch Psychogramme einzelner Politiker.\u201c<\/p>\n<p>Wikileaks hatte im Juli schon <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2010-07\/afghanistan-wikileaks-assange\">77.000 Dokumente zum Afghanistan-Krieg<\/a> zug\u00e4nglich gemacht. Im Oktober ver\u00f6ffentlichte die Plattform dann rund 400.000 <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/digital\/internet\/2010-10\/wikileaks-pentagon-irak-krieg\">geheime Unterlagen des Pentagons zum Irak-Krieg<\/a>. (kpm)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Kai Biermann (kb), Carsten Li\u00dfmann (cl) und Karsten Polke-Majewski (kpm) Sch\u00f6n, dass wir so viele Leser haben &#8211; so viele, dass wir unser Blog hier fortsetzen. 22.51 Manche Subject-Zeilen der Originaldokumente sagen schon alles: &#8222;Lame Duck German Governor Kicked Upstairs as New Energy Commissioner in Brussels&#8220;. 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