{"id":4,"date":"2010-06-30T10:30:52","date_gmt":"2010-06-30T08:30:52","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/?p=4"},"modified":"2010-06-30T23:04:35","modified_gmt":"2010-06-30T21:04:35","slug":"live-die-wahl-des-bundesprasidenten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/2010\/06\/30\/live-die-wahl-des-bundesprasidenten\/","title":{"rendered":"Die Wahl des Bundespr\u00e4sidenten"},"content":{"rendered":"<p><em>Von Katharina Schuler (ks), Michael Schlieben (ms) und Markus Horeld (mh)<\/em><\/p>\n<p><strong>21.39 Uhr: <\/strong>Liebe Leser, damit beenden wir dieses Live-Blog. Das Ergebnis aller drei Wahlg\u00e4nge finden sie <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2010-06\/wulff-neuer-bundespraesident\">hier<\/a>. Fassen wir diesen ereignisreichen Tag in einem Satz zusammen: Die schwarz-gelbe Koalition hat sich gerade noch einmal gerettet. Doch eines ist sicher: Spurlos wird das an ihr, wird das an Angela Merkel nicht vor\u00fcber gehen. (mh)<\/p>\n<p><strong>21.29 Uhr: <\/strong>Wulff dankt f\u00fcr das &#8222;entgegengebrachte Vertrauen&#8220;. Die Wahlm\u00e4nner und -frauen von der Linken lachen h\u00f6hnisch auf. So viel Vertrauen in der Koalition zum Kandidaten oder untereinander war da heute nun nicht zu sp\u00fcren. Dann dankt Wulff Gauck f\u00fcr den Wahlkampf. Nun klatschen alle. Gauck ist immer noch ger\u00fchrt. (ms)<\/p>\n<p><strong>21.28 Uhr: <\/strong>Der gew\u00e4hlte Bundespr\u00e4sident scherzt in seiner ersten kurzen Ansprache: Um Ministerpr\u00e4sident in Niedersachsen zu werden, habe er neun Jahre gebraucht. Demgegen\u00fcber sei es ja heute richtig schnell gegangen. (mh)<\/p>\n<p><strong>21.27 Uhr: <\/strong>Der SPD-Abgeordnete Ulrich Kelber twittert: &#8222;<a href=\"http:\/\/twitter.com\/UlrichKelber\/status\/17435922638\" target=\"_blank\">90% der Linken enthalten sich nach R\u00fcckzug eigener Kandidatin. Wie bl\u00f6d kann man eigentlich sein?<\/a>&#8220; So denken viele Sozialdemokraten und Gr\u00fcne. (mh)<\/p>\n<p><strong>21.24 Uhr: <\/strong>Wulff nimmt die Wahl zum Bundespr\u00e4sidenten an. (mh)<\/p>\n<p><strong>21.22 Uhr:<\/strong> Christian Wulff tritt als nieders\u00e4chsischer Ministerpr\u00e4sident zur\u00fcck, das muss er, bevor er die Wahl annehmen kann. Damit ist J\u00f6rg Bode f\u00fcr etwas mehr als eine Nacht Ministerpr\u00e4sident in Hannover, morgen soll David McAllister zum Nachfolger gew\u00e4hlt werden. (mh)<\/p>\n<p><strong>21.19 Uhr:<\/strong> Lang anhaltender Applaus nun f\u00fcr Christian Wulff. Der strahlt \u00fcbers ganze Gesicht, und die meisten Schwarz-Gelben tun es auch. Eine neun Stunden lange Zitterpartie ist f\u00fcr sie vor\u00fcber. Merkel umarmt Wulff als erste, dann gratuliert Seehofer. Westerwelle steht schon an. Dann sch\u00fctteln sich die beiden Kandidaten die H\u00e4ende. (mh\/ms)<\/p>\n<p><strong>21.17 Uhr: <\/strong>Joachim Gauck k\u00e4mpft mit den Tr\u00e4nen, die rot-gr\u00fcnen Delegierten haben ihm lange applaudiert, als das Ergebnis bekannt wurde. Erneut hat er deutlich mehr Stimmen geholt als Rot-Gr\u00fcn Wahlleute hat. (mh)<\/p>\n<p><strong>21.14 Uhr: <\/strong>Norbert Lammert verk\u00fcndet das Wahlergebnis: 121 Enthaltungen, 494 Stimmen f\u00fcr Gauck (4 mehr als im zweiten Wahlgang), 625 f\u00fcr Wulff (plus 10). Der Niedersachse ist damit der neue gew\u00e4hlte Bundespr\u00e4sident. Sogar mit absoluter Mehrheit, obwohl das in diesem Wahlgang keine Rolle spielt. (mh)<\/p>\n<p><strong>21.04 Uhr:<\/strong> Wulff hat das Rennen wohl gemacht. Das verk\u00fcnden Nachrichtenagenturen unter Berufung auf &#8222;Kreise&#8220; und auch <a href=\"http:\/\/twitter.com\/jkahrs\/status\/17435124105\" target=\"_blank\">dieser SPDler<\/a> kann (nur) so verstanden werden (mh)<\/p>\n<p><strong>21 Uhr: <\/strong>Demn\u00e4chst m\u00fcsste das Ergebnis verk\u00fcndet werden. Derweil sehen sich manche der twitternden Wahlleute mit einem neuen Problem konfrontiert: <a href=\"http:\/\/twitter.com\/EvaHoegl\/status\/17433119054\" target=\"_blank\">Handy-Akku<\/a> <a href=\"http:\/\/twitter.com\/petertauber\/status\/17433072686\" target=\"_blank\">alle<\/a>. Drei Wahlg\u00e4nge fordern ihren Tribut. (mh)<\/p>\n<p><strong>20.26 Uhr:<\/strong> Mittlerweile scheinen alle Wahlm\u00e4nner und -frauen abgestimmt zu haben. Lammert schlie\u00dft den Wahlgang. Jetzt wird gez\u00e4hlt. Bis 21 Uhr will man damit fertig sein. (mh)<\/p>\n<p><strong>20 Uhr:<\/strong> Am B\u00fcfett flie\u00dft das Pils, Wei\u00dfweingl\u00e4ser sto\u00dfen aneinander. Die Zungen der Wahlm\u00e4nner und -frauen werden lockerer. Ein Christdemokrat sagt, dass das Gro\u00df der Abweichler wohl zu Recht bei seiner CDU vermutet wird. Er kennt den Unmut an der Basis und unter den Kollegen, sagt er. Dabei ist die Ausz\u00e4hlung noch im vollen Gange. Alle gehen davon aus, dass es Wulff diesmal schaffen wird. (ms)<\/p>\n<p><strong>19.38 Uhr: <\/strong>Bundestagspr\u00e4sident Lammert hat \u00fcbrigens das B\u00fcfett er\u00f6ffnet. Mitten im dritten Wahlgang. Das, sagt er, sei ein einmaliger Vorgang und er hoffe nicht, dass die Delegierten dar\u00fcber ihre Pflicht vernachl\u00e4ssigten. Ihre Stimme abzugeben, n\u00e4mlich. Die Begeisterung bei den Wahlleuten h\u00e4lt sich in Grenzen, zumindest bei den twitternden: &#8222;<a href=\"http:\/\/twitter.com\/bjoernsaenger\/status\/17430327873\" target=\"_blank\">&#8230; das Essen ist freigegeben. Nach 5h des Warmhaltens. Ich denke, ich verzichte<\/a>&#8222;, schreibt der FDPler Bj\u00f6rn S\u00e4nger. (mh)<\/p>\n<p><strong>19.33 Uhr:<\/strong> Volker Beck von den Gr\u00fcnen \u00e4tzt via Twitter weiter: &#8222;<a href=\"http:\/\/twitter.com\/Volker_Beck\/status\/17430077197\" target=\"_blank\">Wer sich enthaelt,   waehlt Wulff, liebe Linke!<\/a>&#8220; (mh)<\/p>\n<p><strong>19.31 Uhr:<\/strong> Der dritte Wahlgang beginnt. Das gab es in der bundesdeutschen Geschichte erst zwei Mal: 1994 bei der Wahl Roman Herzogs und 1969, als Gustav Heinemann gew\u00e4hlt wurde. Die Wahlm\u00e4nner und -frauen z\u00fccken erleichtert ihre dritte Wahl-Karte. Die ist diesmal gr\u00fcn, wie die Hoffnung. (mh\/ms)<\/p>\n<p><strong>19.24 Uhr: <\/strong>Die Stimmung zwischen Rot-Gr\u00fcn und Linken ist denkbar mies. Es gibt Wortgefechte, lautstarke Vorw\u00fcrfe. SPD und Gr\u00fcne sind sauer, dass die Linke sich nun nicht klar f\u00fcr Gauck ausspricht. Die Linke \u00e4rgert sich, dass sie nun einen Kandidaten unterst\u00fctzen soll, den sie gar nicht mit ausgesucht hat. Die Gr\u00e4ben zwischen beiden Seiten sind tief. (mh)<\/p>\n<p><strong>19.15 Uhr: <\/strong>Gysi gibt eine Erkl\u00e4rung ab: Luc Jochimsen wird im dritten Wahlgang nicht mehr antreten. Aber er sagt auch: &#8222;Keiner der beiden konservativen Kandidaten ist f\u00fcr uns w\u00e4hlbar.&#8220; Deshalb gehe er davon aus, dass sich die meisten linken Wahlleute enthalten werden. Weiter kommt er nicht. Werner Schulz, der gr\u00fcne B\u00fcrgerrechtler, der sich zwischen die Kameraleute gemischt hat, unterbricht ihn. &#8222;Gregor&#8220;, ruft er, ihr m\u00fcsst &#8222;\u00fcber euren SED-Schatten springen&#8220;. Gysi giftet zur\u00fcck: SPD und Gr\u00fcne seien nicht einmal in der Lage gewesen, mit der Linken zu reden. (ms)<\/p>\n<p><strong>19.04 Uhr: <\/strong>Es k\u00f6nnte auf eine kollektive Enthaltung der Linken-Delegierten hinauslaufen, erf\u00e4hrt ZEIT ONLINE aus Fraktionskreisen. Die Sitzung ist nun bis 19.30 Uhr unterbrochen. (ms)<\/p>\n<p><strong>19.02 Uhr: <\/strong>AFP meldet unter Berufung auf Fraktionskreise: Die Linke zieht Jochimsen zur\u00fcck. Noch keine Best\u00e4tigung. (mh)<\/p>\n<p><strong>18.51 Uhr: <\/strong>Die Union legt die Latte f\u00fcr den dritten Wahlgang jetzt sehr hoch: Es wird die Devise ausgegeben, nun m\u00fcsse eben im dritten Anlauf die absolute Mehrheit erreicht werden. Dann, so die Hoffnung, k\u00f6nne der bisher entstandene Schaden, wieder gutgemacht werden. Die beste Rede vor den Delegierten soll nach dem verpatzten zweiten Wahlgang\u00a0 Roland Koch gehalten haben. Er habe die Wahlleute mitgerissen, hei\u00dft es. CSU-Mann Thomas Goppel spricht gar von einer &#8222;traumhaften Rede&#8220;. Man k\u00f6nne nicht einen Kandidaten w\u00e4hlen, der dar\u00fcber hinwegsehe, dass er nur mit den Stimmen der Linken gewinnen k\u00f6nne, soll Koch gemahnt haben. Wer sich danach noch nicht neu orientiert habe, dem sei nicht mehr beizukommen, pflichtet CSU-Kollege Michelbach bei. Auch Merkel hat noch einmal versucht, die Delegierten hinter dem schwarz-gelben Kandidaten zu versammeln. Sie habe den Teilnehmern das Signal gegeben &#8222;wir haben verstanden&#8220;. Ein Teilnehmer sagt: Nach dem ersten Wahlgang seien Merkel und Seehofer emotional von der Rolle gewesen. Jetzt h\u00e4tten sie sich wieder gefangen. W\u00e4re sie gleich so aufgetreten, h\u00e4tte man m\u00f6glicherweise keinen dritten Wahlgang gebraucht. (ks)<\/p>\n<p><strong>18.50 Uhr:<\/strong> ZEIT ONLINE erf\u00e4hrt aus Linken-Fraktionskreisen: Eine Empfehlung f\u00fcr Gauck wird es nicht geben. Nach wie diskutiert die Fraktion dar\u00fcber, ob Jochimsen zur\u00fcckgezogen werden soll oder nicht. (ms)<\/p>\n<p><strong>18.48 Uhr:<\/strong> Das Strategietreffen des rot-rot-gr\u00fcnen Spitzenpersonals war offenbar wenig erfolgreich. Claudia Roth sagt, man habe lange auf die Linke &#8222;eingeredet&#8220;. Aus der Linken-Fraktion h\u00f6rt man: &#8222;Wir diskutieren noch.&#8220; Das kann erfahrungsgem\u00e4\u00df dauern. Der dritte Wahlgang wurde jedenfalls erstmal auf 19 Uhr verschoben. (ms)<\/p>\n<p><strong>18.31 Uhr:<\/strong> Alle warten auf die Linke. Zieht man Jochimsen zur\u00fcck? Wen w\u00e4hlen sie im dritten Wahlgang. Selbst einzelne Christdemokraten streifen jetzt vor den linken Fraktionsr\u00e4umen herum (ms).<\/p>\n<p><strong>18.22 Uhr: <\/strong>Eigentlich war eine einst\u00fcndige Pause angesetzt. Doch wenn die Fraktionen l\u00e4nger brauchen, kann es dauern, bis der dritte Wahlgang beginnt. W\u00e4hrend viele Schwarz-Gelben schon lange wieder im Plenum zur\u00fcck sind, gibt es bei SPD, Gr\u00fcne und Linken noch Redebedarf. B\u00e4rbel H\u00f6hn fragt via Twitter: &#8222;<a href=\"http:\/\/twitter.com\/BaerbelHoehn\/status\/17422361207\" target=\"_blank\">Mal sehen, ob die Linke springt.<\/a>&#8220; (mh)<\/p>\n<p><strong>18.05 Uhr:<\/strong> Die Kellner im Reichstag \u00e4rgern sich: Das B\u00fcfett im Reichstag wird nun zum zweiten Mal abgebaut. Den G\u00e4sten knurrt der Magen. Auch die Reporter von ZEIT ONLINE haben seit dem Fr\u00fchst\u00fcck nichts mehr gegessen. (ms)<\/p>\n<p><strong>18.03 Uhr: <\/strong>Interpretationsschlacht bei der FDP. Der Hessen-Rebell Hahn sagt: &#8222;Keiner kann zufrieden sein&#8220;. Er deutet das Ergebnis als Quittung f\u00fcr die Bundesregierung. &#8222;Wir wissen alle wie die Stimmung ist&#8220;, sagt er mit drohendem Unterton. Neben ihm steht FDP-Generalsekret\u00e4r Lindner und versucht fast simultan die Hahn-Argumente zu entkr\u00e4ften: &#8222;Die Koalition ist nicht instabil&#8220;, sagt er. In einem Jahr werde man auf das heutige Datum schauen, und sich \u00fcber den jungen Pr\u00e4sidenten Wulff freuen. Den z\u00e4hen Nachmittag aber vergessen haben. &#8222;Gott sei Dank gibt es keinen vierten Wahlgang&#8220;, sagt Lindner. (ms)<\/p>\n<p><strong>18.01 Uhr: <\/strong>Hans Michelbach von der CSU sagt: Jetzt sei F\u00fchrung gefragt. W\u00fcrde Gauck gew\u00e4hlt, w\u00e4re das ein Desaster f\u00fcr die Koalition. (ks)<\/p>\n<p><strong>17.57 Uhr: <\/strong>Ein Unionsmann ist furchtbar emp\u00f6rt: Er will geh\u00f6rt haben, dass die Linke Klaus T\u00f6pfer als gemeinsamen rot-rot-gr\u00fcnen Kandidaten ins Spiel gebracht hat! Ein Ger\u00fccht blo\u00df. Dennoch wird es zornig kommentiert. (ks)<\/p>\n<p><strong>17.55 Uhr: <\/strong>Wenige Meter von der Linken entfernt tagt die SPD. Kurt Beck schimpft \u00fcber das linke Angebot, Gauck zugunsten eines gemeinsamen Kandidaten zur\u00fcckzuziehen: Das sei eine &#8222;Charakterlosigkeit, so etwas \u00fcberhaupt vorzuschlagen.&#8220; (ms)<\/p>\n<p><strong>17. 50 Uhr: <\/strong>Nun ist eingetreten, was die Linke gern vermieden h\u00e4tte: Es gibt einen dritten Wahlgang \u2013 und die Partei muss sich entscheiden, was sie macht: An der eigenen Kandidatin festhalten und damit indirekt Wulff ins Amt verhelfen oder Gauck w\u00e4hlen. Gregor Gysi hatte gestern schon mal angek\u00fcndigt, dass die Beratungen bei den Linken in diesem Fall sich bis in den sp\u00e4ten Abend hinziehen k\u00f6nnten. Jetzt jedenfalls will Gysi nichts sagen. Erst nach der Fraktionssitzung. Dietmar Bartsch sagt: Man m\u00fcsse sich beraten. Es gebe permanent Kontakt zu Rot-Gr\u00fcn. Ein Partei-Stratege weist darauf hin, dass Gauck selbst in der Addition mit den Linken Stimmen keine Mehrheit mehr h\u00e4tte. Die Frage also reichlich hypothetisch sei, ob die Linke den schwarz-gelben Kandidaten st\u00fctze. (ms)<\/p>\n<p><strong>17.41 Uhr:<\/strong> Schleswig-Holsteins Ministerpr\u00e4sident Carstensen ist gefasster als nach dem ersten Wahlgang. Er erkenne im neuen Wahlergebnis einen &#8222;Trend weg von Gauck hin zu Wulff&#8220; sagt er. Und auch Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung sagt: &#8222;Es geht aufw\u00e4rts.&#8220; So kann man es auch sehen. (ks)<\/p>\n<p><strong>17.25 Uhr: <\/strong>Bemerkenswert auch bei diesem Wahlgang: Wulff erhielt wieder deutlich weniger Stimmen als Schwarz-Gelb Delegierte hat, n\u00e4mlich genau 29. F\u00fcr Gauck dagegen stimmten 30 Wahlleute mehr als es Stimmen im rot-gr\u00fcnen Lager gibt (zwei SPD-Abgeordnete fehlen) (mh)<\/p>\n<p><strong>17.20 Uhr:<\/strong> Schon ein paar Minuten vor der offiziellen Verk\u00fcndung hatte sich das Wahlergebnis in Windeseile im Reichstag verbreitet. Die Entt\u00e4uschung bei Schwarz-Gelb ist gro\u00df, Wulff l\u00e4chelt tapfer. Er kennt das ja, drei Anl\u00e4ufe zu brauchen. So war das in Niedersachsen auch schon. (ms)<\/p>\n<p><strong>17.06 Uhr: <\/strong>Das Ergebnis im einzelnen: 615 Stimmen f\u00fcr Wulff (+15), 490 f\u00fcr Gauck (-9), 123 f\u00fcr Jochimsen (-3). In Klammern die Ver\u00e4nderungen im Vergleich zum ersten Wahlgang. Der von der NPD aufgestellte rechtsextreme Liedermacher Frank Rennicke hat wie im ersten Wahlgang die drei Stimmen der NPD-Delegierten bekommen. (mh)<\/p>\n<p><strong>17.02 Uhr: <\/strong>Der Plenarsaal f\u00fcllt sich wieder. Auch diesmal wieder: ernste Gesichter bei Merkel, Westerwelle und Seehofer. Das sieht nach einem dritten Wahlgang aus. Gleich gibt&#8217;s das Ergebnis. (mh)<\/p>\n<p><strong>16.57 Uhr: <\/strong>Linken-Chef Klaus Ernst antwortet Co-Chefin L\u00f6tzsch via ARD-Interview: &#8222;Einen dritten Kandidaten \u2013 den wird&#8217;s von uns nicht geben&#8220;, sagt er. Solche Spekulationen seien Unfug. L\u00f6tzsch hatte die M\u00f6glichkeit eines neuen Kandidaten ins Spiel gebracht, den Linke, SPD und Gr\u00fcne gemeinsam aufstellen k\u00f6nnten. (mh)<\/p>\n<p><strong>16.55 Uhr: <\/strong>Bald wird das n\u00e4chste Ergebnis verk\u00fcndet. Aus der Union h\u00f6rt man, kaum jemand rechne damit, dass es diesmal klappt. Zu ern\u00fcchternd war der erste Wahlgang. Sie hoffen, dass sich die 44 schwarz-gelben Wahlm\u00e4nner diesmal umentschieden haben, aber daran geglaubt wird nicht recht. Spannend wird sein, ob Wulff diesmal wenigstens mehr oder gar noch weniger Stimmen erhalten wird. (ms)<\/p>\n<p><strong>16.52 Uhr: <\/strong>Die Linke will pokern. Ihre Parteichefin bietet Rot-Gr\u00fcn an, gemeinsam einen Pr\u00e4sidenten zu w\u00e4hlen. Wenn sie Gauck zur\u00fcckziehen. Renate K\u00fcnast sagt dazu immerhin: &#8222;Das m\u00fcssen wir in Ruhe bereden.&#8220; Cem \u00d6zdemir dagegen f\u00fchrt ein aufgeregtes Telefonat nach dem anderen. Hinter vorgehaltener Hand sagen Rote und Gr\u00fcne, das sei ein &#8222;Ablenkungsman\u00f6ver&#8220; der Linken. Bei einem m\u00f6glichen dritten Wahlgang m\u00fcssten sie sich gleich entscheiden, wen sie w\u00e4hlen. Und diese Entscheidung f\u00fcrchten sie. Man kann sich sicher sein: SPD und Gr\u00fcne werden Gauck bestimmt nicht zur\u00fcckziehen. (ms)<\/p>\n<p><strong>16.47 Uhr:<\/strong> FDP-Fraktionsvize J\u00fcrgen Koppelin sagt: Es habe innerhalb der Koalition erhebliche Fehler beim Management gegeben. Deutliche Kritik an den Parteichefs.<\/p>\n<p><strong>16.43 Uhr: <\/strong>Stoiber warnt die Abweichler in den eigenen Reihen: Sollte es im zweiten Wahlgang wieder nicht f\u00fcr Wulff reichen, trage das nicht gerade zum Ansehen der Koalition in der \u00d6ffentlichkeit bei. Und weiter: Es stehe mehr auf dem Spiel als nur die Wahl des Bundespr\u00e4sidenten. (mh)<\/p>\n<p><strong>16.23 Uhr: <\/strong>Jetzt wird wieder gez\u00e4hlt. (mh)<\/p>\n<p><strong>16.13 Uhr: <\/strong>Linken-Chefin Gesine L\u00f6tzsch macht auf Phoenix einen \u00fcberraschenden Vorschlag: Rot-Gr\u00fcn und die Linke k\u00f6nnten doch vor einem m\u00f6glichen dritten Wahlgang einen gemeinsamen Kandidaten aufstellen. Ein vergiftetes Angebot. Denn es hei\u00dft nichts anderes, als dass Rot-Gr\u00fcn Gauck zur\u00fcckziehen m\u00fcsste. Und dann w\u00fcrden nat\u00fcrlich auch alle Gauck-W\u00e4hler im schwarz-gelben Lager flugs zu Wulff wechseln. (mh)<\/p>\n<p><strong>16.09 Uhr:<\/strong> Apropos Essen: Alex Bonde von den Gr\u00fcnen, macht sich dar\u00fcber lustig, dass Baden-W\u00fcrttembergs Ministerpr\u00e4sident Mappus &#8222;<a href=\"http:\/\/twitter.com\/alexbonde\/status\/17416282323\" target=\"_blank\">f\u00fcr 15:30h zum Buffet in die BaW\u00fc-Landesvertretung eingeladen<\/a>&#8220; hatte. (mh)<\/p>\n<p><strong>16.03 Uhr: <\/strong>&#8230; und <a href=\"http:\/\/twitter.com\/GabiHillerOhm\/status\/17413833746\" target=\"_blank\">hier<\/a> hat jemand Hunger. (mh)<\/p>\n<p><strong>15.56 Uhr: <\/strong>Linken-Abgeordnete Halina Wawzyniak hat offenbar gerade Besuch von Gauck-Anh\u00e4ngern bekommen. &#8222;Wird mehr oder weniger freundlich agitiert&#8230;&#8220;,<a href=\"http:\/\/twitter.com\/Halina_Waw\/status\/17413855308\" target=\"_blank\"> twittert sie gerade<\/a>. (mh)<\/p>\n<p><strong>15.50 Uhr: <\/strong>W\u00e4hrend der zweite Wahlgang l\u00e4uft, ist Zeit, nochmal auf die Zusammensetzung der Bundesversammlung zu schauen. 623 Stimmen braucht ein Kandidat auch im zweiten Wahlgang, um gew\u00e4hlt zu sein. Die SPD verf\u00fcgt krankheitsbedingt \u00fcber zwei Stimmen weniger als in der Grafik angegeben:<\/p>\n<p><a href=\"..\/files\/2010\/06\/bundesversammlung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Die Bundesversammlung\" src=\"..\/files\/2010\/06\/bundesversammlung.jpg\" alt=\"Die Bundesversammlung\" width=\"540\" height=\"330\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>15.42 Uhr: <\/strong>Die Linke ist gl\u00fccklich. Zwei Stimmen mehr als Wahlleute! Zwei mehr als man gedacht h\u00e4tte. Zur\u00fcckziehen will man Luc Jochimsen nicht, vielleicht noch nicht mal in einem m\u00f6glichen dritten Wahlgang. Jetzt, im zweiten, sucht der Gr\u00fcnen-Chef Cem \u00d6zdemir auffallend das Gespr\u00e4ch mit Linken-Chef Ernst. (ms)<\/p>\n<p><strong>15.34 Uhr: <\/strong>Die CSU-Spitzen halten im Verborgenen Kriegsrat. Edmund Stoiber schwingt das gro\u00dfe Wort: &#8222;Das ist eine Schmach&#8220;, h\u00f6rt man. Ein paar Landesminister nicken. Ein wenig scheint es so: Die, die es gut mit der Koalition meinen, bagatellisieren das Ergebnis des ersten Wahlgangs. Andere sagen dazu Schimpf, Schmach und Schande. (ms)<\/p>\n<p><strong>15.26 Uhr:<\/strong> Aus der Union vernimmt man eine gewisse Unruhe. Eine Christdemokratin f\u00fcrchtet, dass die Stimmung im zweiten Wahlgang nun vollends kippen k\u00f6nnte. Wenn das Tor zu Gauck nun schon mal auf ist&#8230; Andere sagen, das Ergebnis w\u00fcrde alle nun hoffentlich disziplinieren. Einige h\u00e4tten ihr M\u00fctchen gek\u00fchlt und k\u00e4men nun wieder zur Staatsr\u00e4son. (ms)<\/p>\n<p><strong>15.17 Uhr: <\/strong>Der zweite Wahlgang hat begonnen. (mh)<\/p>\n<p><strong>15.07 Uhr: <\/strong>Die gr\u00fcne Bundestagsabgeordnete Tabea R\u00f6\u00dfner twittert: &#8222;<a href=\"http:\/\/twitter.com\/TabeaRoessner\/status\/17412400714\" target=\"_blank\">Unsere Wahlfrau Hamm-Br\u00fccher will mit den Linken reden &#8211; beeindruckende Frau mit ihren fast 90 Jahren!<\/a>&#8220; (mh)<\/p>\n<p><strong>15.10 Uhr: <\/strong>Die FDP-Fraktionssitzung dauert nicht l\u00e4nger als zehn Minuten. Kurze Ansprache von Guido Westerwelle: Habt ihr mir was zu sagen, fragt er, laut Teilnehmern. &#8222;Gibt es Aussprachebedarf?&#8220; Drei Liberale hatten angek\u00fcndigt, Gauck zu w\u00e4hlen. Wenn nun weitere Wulff die Stimmen verweigert haben, w\u00e4re das nun der Zeitpunkt es zu sagen. Keiner meldet sich, keine Aussprache. (ms)<\/p>\n<p><strong>15.04 Uhr:<\/strong> In der Fraktionssitzung der Unionsdelegierten warnt Merkel vor Schuldzuweisungen. Sie verspricht: Man werde aufarbeiten, was da schief gelaufen sei. Und sie appelliert an die schwarz-gelben Wahlleute: Es gebe die &#8222;Freiheit zur Verantwortung, aber nicht die Freiheit von der Verantwortung&#8220;. (ks)<\/p>\n<p><strong>15.02 Uhr: <\/strong>In der Union rechnet man nun mit einem dritten Wahlgang. Zur Begr\u00fcndung hei\u00dft es: Diejenigen, die im ersten Wahlgang Gauck w\u00e4hlten, w\u00fcrden das im zweiten wohl wieder tun. Alles andere sei doch unlogisch. (ks)<\/p>\n<p><strong>14.59 Uhr:<\/strong> <a href=\"http:\/\/twitpic.com\/2186nm\" target=\"_blank\">Ein Foto<\/a> aus der Gr\u00fcnen-Fraktion. Gauck ist gerade da. (mh)<\/p>\n<p><strong>14.52 Uhr:<\/strong> Die Linke k\u00fcndigt an, im zweiten Wahlgang (der um 15.15 Uhr beginnen soll) nicht auf den rot-gr\u00fcnen Kandidaten umzuschwenken. Parteichefin Gesine L\u00f6tzsch sagt: Alle Belehrungen der SPD, die Linke m\u00fcsse Gauck nun unterst\u00fctzen, seien &#8222;ein bisschen fehlgeleitet&#8220;. (mh)<\/p>\n<p><strong>14.48 Uhr: <\/strong>Die Wahlleute der Koalitionsfraktionen sind entweder ehrlich entsetzt oder versuchen, Ruhe zu bewahren. Man habe von Anfang an gesagt, dass man mit einem zweiten Wahlgang rechne, sagt Christian Lindner, der FDP-General. Ihn \u00fcberrasche das Ergebnis &#8222;nicht sehr&#8220;. Andere sind offen fassungslos, Christine Lieberknecht etwa, die CDU-Ministerpr\u00e4sidentin aus Th\u00fcringen: &#8222;Wir m\u00fcssen jetzt reden&#8220;, sagt sie nur, als sie den Fraktionssaal betritt. Ein christdemokratischer Wahlmann in ihrer N\u00e4he ruft laut: &#8222;Jetzt steht alles auf Messers Schneide&#8220;. (ms)<\/p>\n<p><strong>14.45 Uhr: <\/strong>Es beginnen die gegenseitigen Schuldzuweisungen und Verd\u00e4chtigungen. Wolfgang Kubicki von der FDP sagt, er k\u00f6nne mit Sicherheit ausschlie\u00dfen, dass die 44 Abweichler von der FDP k\u00e4men. Vier h\u00e4tten sich angek\u00fcndigt, viel mehr seien es bestimmt nicht gewesen. Andere Liberale deuten an, dass sie CSU-Abgeordnete im Verdacht haben. Georg Schmid, der CSU-Fraktionschef im bayerischen Landtag, weist diesen Vorwurf weit von sich. Er sagt zu ZEIT ONLINE: &#8222;Ich kann meine Hand f\u00fcr ganz Bayern ins Feuer legen. Wir haben alle Wulff gew\u00e4hlt.&#8220; (ms)<\/p>\n<p><strong>14.42 Uhr:<\/strong> Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) gibt sich zuversichtlich, dass Wulff noch zum Bundespr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt wird. Bei der FDP habe im ersten Wahlgang niemand au\u00dfer den angek\u00fcndigten Abweichlern f\u00fcr Gauck, gestimmt, sagt er. Und weiter &#8222;Es war eigentlich relativ klar, dass der eine oder andere noch alte Rechnungen begleichen w\u00fcrde.&#8220;<\/p>\n<p>Und Wirtschaftsminister Rainer Br\u00fcderle (FDP) sagt: &#8222;Das ist \u00fcberhaupt keine Klatsche.<\/p>\n<p>Wolfgang Bosbach von der Union versucht es mit einer vorsichtigen Warnung: Er hoffe, dass jeder bei Union und FDP wisse, &#8222;was auf dem Spiel steht&#8220;. Die Koalition m\u00fcsse jetzt zeigen, dass sie zusammenstehe. (mh)<\/p>\n<p><strong>14.40 Uhr:<\/strong> Karl-Josef Laumann, derzeit noch Gesundheitsminister in NRW, macht dagegen nicht viele Worte. &#8222;Ich bin geschockt&#8220;, sagt der CDU-Politiker. (ks)<\/p>\n<p><strong>14.37 Uhr:<\/strong> Peter Altmaier, Parlamentarischer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Unionsfraktion versucht dagegen, das Ergebnis sch\u00f6n zu reden: Wulff habe ja immerhin einen Vorsprung von mehr als 100 Stimmen, das mache Mut f\u00fcr den zweiten Wahlgang. CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich tut es ihm nach: Ein zweiter Wahlgang sei &#8222;\u00fcberhaupt kein Problem&#8220;. (ks)<\/p>\n<p><strong>14.34 Uhr:<\/strong> Schleswig-Holsteins Ministerpr\u00e4sident Peter Harry Carstensen ist betroffen: &#8222;Ich h\u00e4tte nicht damit gerechnet, dass man so unklug w\u00e4hlen kann.&#8220; Gestern Abend und heute fr\u00fch habe er noch einen anderen Eindruck gehabt. (ks)<\/p>\n<p><strong>14.29 Uhr:<\/strong> Dass Wulff derart abgewatscht wird, h\u00e4tte wohl niemand gedacht. Auch die <a href=\"http:\/\/twitter.com\/christoph_z\/politik-bundestag-mdb-all\" target=\"_blank\">twitternden Bundestagsabgeordneten<\/a> nicht. Dort liest man jetzt: Jubel, Erstaunen, Fassungslosigkeit. (mh)<\/p>\n<p><strong>14.19 Uhr:<\/strong> F\u00fcr Gauck haben 499 Wahlm\u00e4nner und -frauen gestimmt, 37 mehr als Rot-Gr\u00fcn Stimmen hat (beziehungsweise sogar 39, denn zwei SPD-Abgeordnete fehlen ja krankheitsbedingt). F\u00fcr die Kandidatin der Linken, Luc Jochimsen, haben 126 Wahlleute gestimmt. Dabei haben sie nur 124 Delegierte in der Bundesversammlung. Bundestagspr\u00e4sident Lammert hat die Sitzung unterbrochen. (mh)<\/p>\n<p><strong>14.15 Uhr:<\/strong> Es wird einen zweiten Wahlgang geben, Wulff ist im ersten Wahlgang durchgefallen. Der schwarz-gelbe Kandidat hat nur 600 Stimmen bekommen, das sind 44 weniger als die Koalition Stimmen in der Bundesversammlung hat! 23 unter der absoluten Mehrheit. Das ist heftig. (mh)<\/p>\n<p><strong>14.12 Uhr: <\/strong>Der FDP-Chef ist unruhig. Westerwelle wartet auf zwei Frauen. Die erste ist Birgit Homburger, sie hat einen Zettel in der Hand, auf dem das Ergebnis des ersten Wahlgangs steht. Gleich wird es der Bundestagspr\u00e4sident allen verk\u00fcnden. Homburger ist offensichtlich baff und w\u00fctend. Westerwelle wei\u00df nicht, was er sagen soll. Dann kommt die zweite Frau. Sie ist die ruhigste in der Runde. Angela Merkel schaut auf den Zetttel in Homburgers Hand. Sie murmelt zwei, drei S\u00e4tze, deutet ein Schulterzucken an und verschwindet durch die Hintert\u00fcr. Westerwelle und Homburger sehen sich an: &#8222;Komm wir gehen mal rein&#8220;, sagt Westerwelle. (ms)<\/p>\n<p><strong>14.09 Uhr: <\/strong>Langsam f\u00fcllt sich der Plenarsaal wieder. Bald d\u00fcrfte das Ergebnis des ersten Wahlganges bekannt gegeben werden. Christian Wulff ist nicht da. Er erwartet das Ergebnis in einem anderen Raum des Bundestages. (ks)<\/p>\n<p><strong>14.04 Uhr: <\/strong>Sommerm\u00e4rchen-Regisseur S\u00f6nke Wortmann ist Wahlmann f\u00fcr die Gr\u00fcnen. Braungebrannt und mit halb offenem Hemd erkl\u00e4rt er, was ihm an Gauck gef\u00e4llt: &#8222;Ja, so insgesamt halt&#8230;&#8220; Und f\u00fcgt hinzu: Auch mit einem Bundespr\u00e4sidenten Wulff k\u00f6nne er leben. (ks)<\/p>\n<p><strong>13.58 Uhr: <\/strong>Swen Schulz von der SPD macht sich wichtig. Auf Twitter schreibt er: &#8222;<a href=\"http:\/\/twitter.com\/swenschulz\/status\/17408599499\">Ich kenne das Ergebnis der Pr\u00e4sdentenwahl &#8211; aber ich w\u00fcrde es nat\u00fcrlich nie vorher verraten!<\/a>&#8222;<\/p>\n<p><strong>13.55 Uhr: <\/strong>Hildegard Hamm-Br\u00fccher gilt als <em>Grand Dame<\/em> des deutschen Liberalismus. Heute hat sie einen gro\u00dfen Liberalen gew\u00e4hlt, allerdings nicht zusammen mit ihrer Ex-Partei, der FDP, die sie 2002 verlie\u00df, sondern als Wahlfrau der Gr\u00fcnen. Als sie in der Lobby an einem jungen FDPler vorbeikommt, den sie kennt und sch\u00e4tzt, sagt die 89-J\u00e4hrige: &#8222;Seht zu, dass ihr euch wieder berappelt&#8220;. Der junge Liberale schaut reum\u00fctig und sagt artig: &#8222;Machen wir, Frau Hamm-Br\u00fccher.&#8220; Dass sie heute f\u00fcr die Gr\u00fcnen antritt erkl\u00e4rt sie so:Man habe sie gefragt und dabei ihre Bildungspolitik damals in Hessen gelobt. Da habe sie nicht widerstehen k\u00f6nnen. In eine Partei wolle sie aber nie wieder eintreten sondern bis zu ihrem Lebensende eine &#8222;freischaffende Liberale&#8220; bleiben. (ms\/ks)<\/p>\n<p><strong>13.35 Uhr: <\/strong>In der Lobby des Bundestages sagt Renate K\u00fcnast, Gauck w\u00e4re ein guter Kandidat f\u00fcrs ganze Land. Die Linken &#8222;m\u00fcssen lernen&#8220;, Verantwortung zu \u00fcbernehmen, auch wenn man sie &#8222;nicht vorher anruft&#8220;. Damit spielt sie auf die Gauck-Kandidatur an, die Rot-Gr\u00fcn ohne Wissen der Linken eingef\u00e4delt hat.<\/p>\n<p>Die Linken Parteichefs Ernst und L\u00f6tzsch stehen nur wenige Meter entfernt. Sie sind die einzigen, bei denen man gleich sehen k\u00f6nnen wird, wie diszipliniert die Fraktion abgestimmt hat. Gysi hat am Vorabend als Ziel ausgegeben, dass man alle 124 Stimmen f\u00fcr Frau Jochimsen aufbringen wird. <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2010-06\/gauck-linke\">Heimlich dr\u00fcckt die Linke nebenher die Daumen f\u00fcr Christian Wulff<\/a>. Wie sie in einem m\u00f6glichen dritten Wahlgang entscheiden w\u00fcrde, wei\u00df sie selbst noch nciht, Man hofft einfach, dass es so weit nicht kommt. (ms)<\/p>\n<p><strong>13.31 Uhr:<\/strong> 40 Minuten dauere die Ausz\u00e4hlung ungef\u00e4hr, sagt Lammert. Und f\u00fcgt gewohnt launig hinzu: Das reiche f\u00fcr einen Spaziergang ums Reichstagsgeb\u00e4ude, aber eher nicht f\u00fcr einen Ausflug zum Wannsee. Auch das eine versteckte Kritik an K\u00f6hler? Siehe unter &#8222;12.28 Uhr&#8220; unten&#8230;. (mh)<\/p>\n<p><strong>13.24 Uhr: <\/strong>Alle Wahlleute haben nun gew\u00e4hlt. Jetzt wird ausgez\u00e4hlt. (ks)<\/p>\n<p><strong>13.20 Uhr:<\/strong> Wulff wird seit Minuten von einer wechselnden Schar Abgeordneter umlagert. Jeder will ein Foto vom mutma\u00dflich neuen Bundespr\u00e4sidenten schie\u00dfen. (ks)<\/p>\n<p><strong>13.12 Uhr: <\/strong>Im Reichstag wird auch dieses Mal getwittert: Die stellvertretende Generalsekret\u00e4rin der CSU, Dorothee B\u00e4r, <a href=\"http:\/\/twitter.com\/DoroBaer\/status\/17405738840\" target=\"_blank\">hat ihren Wahlzettel fotografiert<\/a> &#8211; vor dem Ausf\u00fcllen&#8230; (mh)<\/p>\n<p><strong>13.10 Uhr: <\/strong>In Niedersachsen w\u00fcrde es im Falle eines Wulff-Sieges so weitergehen: Mit dem R\u00fccktritt des Ministerpr\u00e4sidenten gilt automatisch die gesamte Landesregierung als zur\u00fcckgetreten. Sie kann jedoch gesch\u00e4ftsf\u00fchrend im Amt bleiben. Der bisherige stellvertretende Ministerpr\u00e4sident, FDP-Wirtschaftsminister J\u00f6rg Bode, w\u00fcrde f\u00fcr einen Tag Ministerpr\u00e4sident werden. Am 1. Juli soll dann David McAllister zum neuen Regierungschef gew\u00e4hlt werden. (ks)<\/p>\n<p><strong>13.05 Uhr: <\/strong>Sollte der nieders\u00e4chsische Ministerpr\u00e4sident Christian Wulff die Wahl gewinnen, muss er zun\u00e4chst noch sein Amt als Ministerpr\u00e4sident niederlegen. Denn ein Bundespr\u00e4sident darf keine anderen \u00c4mter innehaben. Wulff hatte sich allerdings geweigert, sein Amt bereits vor der Wahl aufzugeben. Deswegen wird er, falls er gewinnt, nach der Wahl dem nieders\u00e4chsischen Landtagspr\u00e4sidenten Hermann Dinkla im Reichstag einen Brief \u00fcberreichen, in dem er seinen R\u00fccktritt mit sofortiger Wirkung erkl\u00e4rt. Nur so kann er die Wahl zum Bundespr\u00e4sidenten annehmen. (ks)<\/p>\n<p><strong>13 Uhr: <\/strong>Seit einer halben Stunde werden die Namen der Wahlleute aufgerufen. Jetzt: Dr. Angela Merkel. Auf der Ehrentrib\u00fcne ist ihr Vertrauter, der scheidende Regierungssprecher Ulrich Wilhelm im intensiven Plausch mit dem rot-gr\u00fcnen Pr\u00e4sidentschaftskandidaten. Der Chef der Seniorenunion, Otto Wulff h\u00e4tte wohl lieber Gauck statt seinen Namensvetter gew\u00e4hlt. Er best\u00e4tigt das mit einem Seufzer. Sein Begleiter sagt, vor zehn Jahren habe die Union Gauck ja gefragt. Damals wollte der nicht. (ms)<\/p>\n<p><strong>12.55 Uhr: <\/strong>Christian Wulffs Frau Bettina sitzt auf der Ehrentrib\u00fcne neben Burkhard Hirsch und: Joachim Gauck, mit dem sie sich immer wieder angeregt unterh\u00e4lt. (ks)<\/p>\n<p><strong>12.50 Uhr:<\/strong> Einige der Gr\u00fcnen-Wahlleute gehen zu Merkel r\u00fcber und begr\u00fc\u00dfen die Kanzlerin. Sigmar Gabriel dagegen r\u00fchrt sich nicht von seinem Platz. Daf\u00fcr sch\u00e4kert Steinmeier mit Westerwelle. (ks)<\/p>\n<p><strong>12.45 Uhr:<\/strong> Das dauert jetzt. Eben l\u00e4uft Buchstabe G. Giegold, Ginger, Glauber&#8230; Die Kanzlerin, ganz in schwarz, zeigt sich wie schon am Vorabend im intensiven Gespr\u00e4ch mit Roland Koch. Westerwelle lungert angelehnt an die Regierungsbank. Bis zum &#8222;W&#8220; dauert es noch&#8230; Seehofer sitzt ruhig in der ersten Reihe und schaut vor sich hin. (ms)<\/p>\n<p><strong>12.30 Uhr: <\/strong>Der erste Wahlgang hat begonnen. Alle Wahlleute werden aufgerufen und gehen dann in die Wahlkabinen um ihre Stimme abzugeben. Deswegen dauert ein Wahlgang etwa 100 Minuten. Die Wahl ist selbstverst\u00e4ndlich geheim. (mh)<\/p>\n<p><strong>12.28 Uhr:<\/strong> Lammert mahnt: Die Blumenstr\u00e4u\u00dfe f\u00fcr den Wahlsieger sollen doch bitte erst dann in den Plenarsaal getragen werden, wenn das Wahlergebnis feststeht. Im vergangenen Jahr war das anders \u2013 und jeder wusste, dass Horst K\u00f6hler gewonnen hatte (au\u00dfer K\u00f6hler selbst, der war spazieren). (mh)<\/p>\n<p><strong>12.24 Uhr:<\/strong> Die Bundesversammlung hat sich konstituiert. Gleich beginnt der erste Wahlgang (mh)<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>12.20 Uhr: <\/strong>Die NPD beanstandet die Rechtsg\u00fcltigkeit der Wahl. Der Antrag der Rechtsextremen wird nicht zugelassen. Gut so! Alle anderen 1241 Wahlleute klatschen. (ms)<\/p>\n<p><strong>12.16 Uhr:<\/strong> &#8222;FEZ_DE&#8220; twittert : &#8222;<a href=\"http:\/\/twitter.com\/FEZ_DE\/status\/17404369936\" target=\"_blank\">Geil! Eine Live-\u00dcbertragung OHNE Vuvuzelas&#8230; ist man schon garnicht mehr gewohnt<\/a>&#8222;. (mh)<\/p>\n<p><strong>12.09 Uhr: <\/strong>Die Wahl heute sei eine Ausnahme, sagt Lammert. Aber das Land k\u00f6nne mit Ausnahmen umgehen. Der R\u00fccktritt K\u00f6hlers habe manche Entt\u00e4uschung und Turbulenz ausgel\u00f6st. Eine Staatskrise habe es aber nicht gegeben. Der Bundestagspr\u00e4sident \u00fcbt indirekt Kritik an K\u00f6hler: &#8222;Niemand von uns steht unter Denkmalschutz. Weder die Parlamente noch die Regierungen, nicht einmal das Staatsoberhaupt. Kritik muss sein.&#8220; (ms)<\/p>\n<p><strong>12.08 Uhr: <\/strong>Lauter Applaus bei den Gr\u00fcnen. Eben hat Lammert folgenden Satz gesagt: &#8222;In einigen westlichen Demokratien ist die staatliche Spitze durch eine erbliche Monarchie besetzt \u2013 mit dem durchaus beachtlichen Argument mancher Staatsrechtler, es sei klug, auch und gerade in einer Demokratie das Amt des Staatsoberhauptes dem Ehrgeiz der Parteien und gesellschaftlichen Gruppen zu entziehen und nicht der sonst unverzichtbaren Mehrheitsregel zu unterwerfen.&#8220; Das nutzen die Gr\u00fcnen, um ihren Unmut \u00fcber die ihrer Ansicht nach parteipolitisch motivierte Nominierung Wulffs kundzutun. Lammert kontert troclen: &#8222;Ich bin nicht sicher, ob die Stenographen alle Anh\u00e4nger einer Erbmonarchie erfasst haben.&#8220;<\/p>\n<p><strong>12.06 Uhr:<\/strong> W\u00e4hrend Lammert spricht, l\u00e4uft eine \u00c4u\u00dferung des ehemaligen brandenburgischen Innenministers J\u00f6rg Sch\u00f6nbohm (CDU) \u00fcber den Ticker: SPD und Gr\u00fcne h\u00e4tten Gauck &#8222;benutzt, um Unruhe in das Regierungsb\u00fcndnis hinein zu tragen&#8220;, sagt er dem Fernsehsender Phoenix. Sch\u00f6nbohm ist auch Wahlmann. (mh)<\/p>\n<p><strong>12 Uhr:<\/strong> Bundestagspr\u00e4sident Norbert Lammert er\u00f6ffnet die Bundesversammlung. Er begr\u00fc\u00dft zwei Ehreng\u00e4ste: Alt-Bundespr\u00e4sident Roman Herzog und die ehemalige Bundestagspr\u00e4sidenten Rita S\u00fcssmuth. (mh)<\/p>\n<p><strong>11.59 Uhr:<\/strong> Julia Kl\u00f6ckner ist auch da, anders als vor einem Jahr ist sie inzwischen Staatssekret\u00e4rin. <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/digital\/internet\/2010-06\/bundespraesident-twitter\">Fragen zu Twitter<\/a> kann sie nicht mehr h\u00f6ren. Beim letzten Mal hatte sie K\u00f6hlers Wahlsieg \u00fcber den Microblogging-Dienst vermeldet, als er noch gar nicht offiziell war. (ms)<\/p>\n<p><strong>11.58 Uhr: <\/strong>Der Ex-Parteichef der Linken, Oskar Lafontaine, glaubt, dass es schnell geht: &#8222;Erster Wahlgang, Aus, Ende&#8220;, ruft er im Vorbeigehen. (ms)<\/p>\n<p><strong>11.56 Uhr: <\/strong>Bei der SPD fehlen zwei Wahlleute: eine Abgeordnete ist krank, eine andere hoch schwanger. Damit verf\u00fcgen die Sozialdemokraten nur \u00fcber 331 statt 333 Delegierte. Die Gr\u00fcnen und die Linken sind dagegen vollz\u00e4hlig. (mh)<\/p>\n<p><strong>11.52 Uhr:<\/strong> Der k\u00fcnftige hessische Ministerpr\u00e4sident Volker Bouffier sagt: &#8222;Wulff wird im ersten Wahlgang gew\u00e4hlt&#8220;. F\u00fcr ihn ist es bereits seine f\u00fcnfte Wahl eines Bundespr\u00e4sidenten. Deswegen wei\u00df er aber auch, dass man vor \u00dcberraschungen nie gefeit ist. &#8222;Kein Pr\u00e4sident hat je alle Stimmen aus seinem Lager bekommen&#8220;. In der Hessen-CDU w\u00fcnscht man sich vor allem eines: Die Veranstaltung m\u00f6ge so p\u00fcnktlich vorbei sein, dass das Sommerfest in der Landesvertretung p\u00fcnktlich beginnen kann, n\u00e4mlich um 18 Uhr. Doch das d\u00fcrfte wohl auch mit einem dritten Wahlgang gerade noch zu schaffen sein. (ks)<\/p>\n<p><strong>11.50 Uhr:<\/strong> Eine Liste aller Wahlleute (au\u00dfer den Bundestagsabgeordneten) gibt es <a href=\"http:\/\/ht.ly\/2437s\" target=\"_blank\">hier<\/a>. Auch der bisherige nieders\u00e4chsische Fraktionschef der Union, David McAlister, ist Wahlmann. F\u00fcr ihn h\u00e4ngt vom Wahlergebnis ebenfalls viel ab. Je schneller Wulff gew\u00e4hlt wird, desto fr\u00fcher darf er sich als neuer Ministerpr\u00e4sident von Niedersachsen f\u00fchlen. Seinen Terminplan hat er darauf schon mal eingestellt. &#8222;Am Sonntag breche ich zu einer gro\u00dfen China-Reise auf&#8220;, sagt er. Die wollte urspr\u00fcnglich Wulff machen. (ks)<\/p>\n<p><strong>11.47 Uhr: <\/strong>Unter den CDU-Wahlleuten herrscht Zuversicht, wenn auch keine Euphorie. Nat\u00fcrlich hoffen sie alle, dass ihr Kandidat Christian Wulff es im ersten Anlauf schafft. &#8222;Das wird ein sch\u00f6ner Tag, ein kurzer Tag und ein gutes Ergebnis f\u00fcr Deutschland&#8220;, sagt der\u00a0 CDU-Wahlmann Herbert Reul aus Nordrhein-Westfalen.<\/p>\n<p>Allerdings gibt er zu, dass es auch unter den schwarz-gelben Wahlleuten viele mit einer &#8222;offenen Rechnung&#8220; gebe. Wichtig ist ihm allerdings der Hinweis: Auf den Kandidaten beziehe sich diese nicht. Die Adressatin dieses Unmuts sei, wenn er sich denn entladen solle, die Bundesvorsitzende. (ks)<\/p>\n<p><strong>11.41 Uhr:<\/strong> Bei der Union musste keiner aus dem Bett geklingelt werden, alle Wahlleute sind anwesend, auch Christian Wulff. Der Kandidat ist n\u00e4mlich selbst Wahlmann. Wen er wohl w\u00e4hlen wird? Auch bei den Liberalen sind alle Wahlleute da. (ks)<\/p>\n<p><strong>11:25 Uhr: <\/strong>Der gr\u00fcne Europaabgeordnete Reinhard B\u00fctikofer twittert: &#8222;<a href=\"http:\/\/twitter.com\/bueti\/status\/17402243342\" target=\"_blank\">Und wer fehlt, beim Gruenen Zaehlappell? Stroebele. Fahrrad streikte wohl.<\/a>&#8220; (mh)<\/p>\n<p><strong>11.24 Uhr: <\/strong>Die (mittlerweile nur noch) drei FDP-Abweichler wollen stark bleiben und in allen Wahlg\u00e4ngen f\u00fcr Gauck stimmen. Einer der drei, Sachsens FDP-Chef Holger Zastrow, sagt: &#8222;Unsere Wahl ist keine taktische \u00dcberlegung. Ich will, dass Gauck Bundespr\u00e4sident wird.&#8220; (mh)<\/p>\n<p><strong>11.20 Uhr:<\/strong> Die Fraktionssitzungen sind vorbei. Die Wahlleute str\u00f6men in den Reichstag. Juergen Trittin ist schon ganz wehm\u00fctig: Das mit Gauck sei &#8222;eine sch\u00f6ne Politisierung&#8220; gewesen. Dieses &#8222;Momentum&#8220; m\u00fcsse man sich irgendwie bewahren. (ms)<\/p>\n<p><strong>11.03 Uhr: <\/strong>Die Fraktionssitzungen von Union, SPD, FDP und Gr\u00fcnen haben begonnen. Die Linke traf sich schon eine halbe Stunde fr\u00fcher. Bei den Gr\u00fcnen streiten man offenbar vor allem dar\u00fcber, <a href=\"http:\/\/twitter.com\/DJanecek\" target=\"_blank\">ob man heute Krawatte tr\u00e4gt oder nicht<\/a>. (mh)<\/p>\n<p><strong>11.05 Uhr:<\/strong> An der Frankfurter B\u00f6rse erkl\u00e4rt man sich die Zur\u00fcckhaltung der H\u00e4ndler heute (auch) mit der Bundespr\u00e4sidentenwahl. Die dpa zitiert einen B\u00f6rsianer: &#8222;Solange der Ausgang der Wahl und damit die Zukunft der schwarz-gelben Koalition in Berlin nicht klar ist, d\u00fcrften sich die Anleger eher zur\u00fcckhalten.&#8220; (mh)<\/p>\n<p><strong>11.01 Uhr:<\/strong> Hier nochmal schnell eine grafische \u00dcbersicht \u00fcber die Mehrheitsverh\u00e4ltnisse in der Bundesversammlung heute:<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_14\" aria-describedby=\"caption-attachment-14\" style=\"width: 540px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/files\/2010\/06\/bundesversammlung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-14\" title=\"Die Bundesversammlung\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/files\/2010\/06\/bundesversammlung.jpg\" alt=\"Die Bundesversammlung\" width=\"540\" height=\"330\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/files\/2010\/06\/bundesversammlung.jpg 540w, https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/files\/2010\/06\/bundesversammlung-300x183.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-14\" class=\"wp-caption-text\">Die Bundesversammlung<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p><strong>10.58 Uhr: <\/strong>Frank-Walter Steinmeier leitet die Fraktionssitzung. Vorher gibt er das x-te Pro-Gauck-Interview. Er sei froh \u00fcber den &#8222;frischen Wind&#8220;, den &#8222;neuen Schwung&#8220;, den Gauck herein gebracht habe, sagt er ganz beschwingt. (ms)<\/p>\n<p><strong>10.57 Uhr:<\/strong> Der Chef der CSU-Landesgruppe Hans-Peter Friedrich glaubt, dass Wulff schon im ersten Wahlgang durchkommt. Das k\u00f6nnte durchaus sein, Schwarz-Gelb verf\u00fcgt in der Bundesversammlung \u00fcber eine satte Mehrheit (644 von 1244 Stimmen, 623 sind zur absoluten Mehrheit im ersten Wahlgang n\u00f6tig), dennoch h\u00e4ngt er die Latte h\u00f6her als er m\u00fcsste. Sollte Wulff doch mehrere Wahlg\u00e4nge ben\u00f6tigen, wird es unangenehme Fragen nach den Motiven der Abweichler geben. (mh)<\/p>\n<p><strong>10.55 Uhr: <\/strong>M\u00fcde Gesichter bei der FDP. Die Party gestern im Schloss Charlottenburg ging angeblich lang. Ein wenig gest\u00f6rt hat nur, dass um halb eins die Getr\u00e4nke aus waren, berichten verkaterte Teilnehmer. Christian Wulff war auch da, hat sich l\u00e4nger mit wackeligen Wahlleuten aus Sachsen oder Hessen unterhalten. &#8222;Die Spitze steht unter gro\u00dfer Anspannung&#8220;, sagt ein Landtagsabgeordneter, als Westerwelle eilig vorbeil\u00e4uft.<br \/>\nDer hat in seiner Ansprache an die Wahlleute am Abend gesagt, dass er gro\u00dfen Wert darauf lege, dass die Wahl &#8222;frei&#8220; sei. Und nicht wie die Opposition in jedes Mikrofon sagt, eine Machtabsicherungs-Veranstaltung der Regierung. Er habe den Sachsen, die Gauck w\u00e4hlen wollen, sogar seinen \u00f6ffentlichen Respekt ausgesprochen. Allerdings erwartet Westerwelle &#8222;im Umkehrschluss&#8220;, dass es keine Heckensch\u00fctzen gibt, die heimlich Gauck w\u00e4hlen, ohne die Fraktion zu informieren, hei\u00dft es. (ms)<\/p>\n<p><strong>10.53 Uhr: <\/strong>Gleich beginnen die Fraktionssitzungen, letztmals werden die Wahlleute darauf eingeschworen, den jeweils richtigen Kandidat zu w\u00e4hlen. (ms)<\/p>\n<p><strong>10.50 Uhr: <\/strong>Bundestagspr\u00e4sident Norbert Lammert, selbst kurze Zeit als Kandidat im Gespr\u00e4ch, ist heute f\u00fcr den korrekten Ablauf der Wahl verantwortlich. Um eine &#8222;Twitter-Panne&#8220; wie beim letzten Mal zu verhindern, will er heute noch mal mit den Schriftf\u00fchrern reden. Ein Handy-Verbot gibt es nicht, blo\u00df die Mitglieder der Z\u00e4hlkommission m\u00fcssen ihre <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/digital\/internet\/2010-06\/bundespraesident-twitter\">Mobiltelefone abgeben<\/a>. (mh)<\/p>\n<p><strong>10.30 Uhr: <\/strong>Der erste offizielle Programmpunkt des Tages ist zu Ende: Der \u00f6kumenische Gottesdienst vor der Wahl. Die Andacht fand in der katholischen St.-Hedwigs- Kathedrale in Berlin statt. Christian Wulff, Joachim Gauck und Luc Jochimsen waren da. (mh)<\/p>\n<p><strong>Mittwoch, 9.30 Uhr: <\/strong>Heute wird er also gew\u00e4hlt, der neue Bundespr\u00e4sident. Kaum zu glauben, dass der R\u00fccktritt von Horst K\u00f6hler gerade mal ein Monat zur\u00fcckliegt. So viel ist seither passiert: Schwarz-Gelb, ohnehin angeschlagen, musste den Schock nach dem R\u00fccktritt verarbeiten und recht m\u00fchsam einen neuen Kandidaten suchen. Ursula von der Leyen, Wolfgang Sch\u00e4uble, Norbert Lammert waren die Favoriten. Und dann wurde es Christian Wulff. In den Medien wurde diese Entscheidung heftig kritisiert, als &#8222;kleine&#8220;, rein parteipolitische L\u00f6sung angeprangert. Ursula von der Leyen, so h\u00f6rt man, war danach tagelang ziemlich geknickt. Heute also muss es \u2013 aus Sicht der schwarz-gelben Koalition \u2013 Wulff werden. Sonst w\u00e4re die Regierung wohl am Ende. Aller Wahrscheinlichkeit nach bekommt Merkel ihren Kandidaten durch, die Abweichler sind weniger geworden. Sie wissen, was auf dem Spiel steht. Dennoch: Es ist ein Schicksalstag f\u00fcr die Kanzlerin, wie die SZ ganz richtig titelt. (mh)<\/p>\n<p><strong>Dienstagabend:<\/strong> Zwischen Reichstag und WM-Fanmeile liegt an der Spree das Haus der Kulturen der Welt. Hier findet das Sommerfest der SPD statt. Die Wahlleute kommen nach der Fraktionssitzung hierher gebummelt. Es ist br\u00fctend hei\u00df. Der Grill brutzelt. Eine Live-Band spielt Soul. Die Musiker tragen, wie fast alle Genossen auch, schicke wei\u00dfe Hemden.<\/p>\n<p>Auf der Dachterrasse sitzt Kurt Beck, zur\u00fcckgezogen, aber vergn\u00fcgt. Von hier oben lassen sich die innersozialdemokratischen Machtverh\u00e4ltnisse gut beobachten. Direkt vorm Grill hat Sigmar Gabriel Platz genommen, eifrig kauend und gestikulierend. Am Nebentisch: Olaf Scholz. Vorm Eingang steht Frank-Walter Steinmeier, er empf\u00e4ngt, sch\u00e4kert, bei\u00dft zwischendurch ins W\u00fcrstchen. Der Fraktionschef gibt den Gastgeber. Ein paar \u00a0SPD-Linke haben sich an ein paar Tische im Abseits verkr\u00fcmelt.<\/p>\n<p>Das Zauberwort des Abends hei\u00dft &#8222;b\u00fcrgerlich&#8220;. So wie Gauck, auf den hier alle sehr stolz sind. Dass er keine Chancen hat, r\u00e4umen die Genossen g\u00f6nnerhaft ein. Das macht doch nichts! Die diebische Freude \u00fcber den Coup, den man mit seiner Nominierung gelandet hat, \u00fcberwiegt. Gauck hat die schwarz-gelbe Regierung gespalten, die Linke isoliert und das Feuilleton entz\u00fcckt. &#8222;Was will man mehr?&#8220;, schw\u00e4rmen die Roten. (ms)<\/p>\n<p><strong>Dienstag, ab 18.30, Maritim-Hotel, Berlin:<\/strong> Im Kronleuchter behangenen Saal des Maritim-Hotels bringen sich die Delegierten der Union in Stimmung f\u00fcr den kommenden Tag. Eine Frauen-Bl\u00e4ser-Combo spielt auf.<\/p>\n<p>&#8222;Wer h\u00e4tte vor einem Jahr gedacht, dass wir uns so bald wiedersehen&#8220;, begr\u00fc\u00dft Unionsfraktionschef Volker Kauder die Delegierten. Naja, das sei ja auch sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Angela Merkel darf anschlie\u00dfend ausnahmsweise mal auch im Namen von Horst Seehofer sprechen. Sie bedankt sich bei Wulff und seiner Gattin daf\u00fcr, dass sie bereit gewesen seien, in einem Lebensalter, in dem man normalerweise \u201enoch nicht den letzten Schritt geht, diesen Dienst zu leisten\u201c. Im \u00dcbrigen freut sie sich darauf, dass bald &#8222;Kinderlachen durchs Schloss Bellevue hallen k\u00f6nnte.&#8220;\u00a0 &#8222;Die Fr\u00f6hlichkeit einer jungen Familie, wird diesem Amt gut tun.&#8220;<\/p>\n<p>Der mit 51 Jahren nicht mehr ganz so junge Familienvater steht samt seiner 36-j\u00e4hrigen Frau Bettina l\u00e4chelnd an Merkels Seite. Er darf ausnahmsweise mal schweigen.<\/p>\n<p>An der langen Ehrentafel sitzt Wulff dann neben der Kanzlerin. Auf deren anderer Seite einer seiner Wegbegleiter, der auch bald nicht mehr Ministerpr\u00e4sident sein wird: der Hesse Roland Koch. Die beiden plauschen angeregt. Seht her, wir verstehen uns, soll das wohl hei\u00dfen. Nicht als ausgeschlossen gilt schlie\u00dflich, dass der eine oder andere Delegierte aus Hessen Merkel bei der Bundespr\u00e4sidentenwahl einen Denkzettel verpassen k\u00f6nnte, aus \u00c4rger \u00fcber Kochs Ausstieg aus der Politik.<\/p>\n<p>Irgendwo im Trubel steht der nordrhein-westf\u00e4lische Noch-Ministerpr\u00e4sident J\u00fcrgen R\u00fcttgers und erkl\u00e4rt jedem, der es wissen will, dass er keine, wirklich gar keine politischen \u00c4mter mehr anstrebe. (ks)<\/p>\n<p><strong>Dienstag, 18.20 Uhr:<\/strong> Die Delegierten der FDP tagen am l\u00e4ngsten von allen Fraktionen. Daran, dass es noch Diskussionsbedarf gegeben habe, habe das nicht gelegen, hei\u00dft es hinterher. Offiziell gibt es in der FDP nur noch drei Abweichler, die nicht f\u00fcr den schwarz-gelben Kandidaten stimmen wollen. Es sind die drei Delegierten aus Sachsen. \u201eIn dieser Frage kann ich nicht aus meiner Haut\u201c, sagt der s\u00e4chsische Landesvorsitzende Holger Zastrow w\u00e4hrend der Sitzung. Ein weiterer Delegierter, der nicht namentlich genannt wird, soll Westerwelle angedeutet haben, dass er m\u00f6glicherweise f\u00fcr Gauck stimmen werde. Der th\u00fcringische Parteichef Barth, der ebenfalls zu den Gauck-Sympathisanten geh\u00f6rte, erkl\u00e4rt dagegen, nun doch Wulff w\u00e4hlen zu wollen. (ks)<\/p>\n<p><strong>Fr\u00fcher Dienstagabend: <\/strong>Anders als nach seinem Auftritt bei der Linken tritt Gauck nach dem Treffen mit der SPD-Fraktion im Bundestag gemeinsam mit der SPD-Spitze vor die Kameras. Sigmar Gabriel (ohne Krawatte) schw\u00e4rmt von dem tollen Kandidaten. Frank-Walter Steinmeier (mit) schw\u00e4rmt ebenfalls. Chancen f\u00fcr morgen rechnen sie sich allerdings nicht aus. Seit Tagen versuchen die Genossen schon die Hoffnungen auf einen Au\u00dfenseitersieg zu d\u00e4mpfen. Schon ein zweiter Wahlgang w\u00e4re ein Erfolg und ein Desaster f\u00fcr die Regierung, streuen die sozialdemokratischen Strategen.<\/p>\n<p>Gauck beugt ebenfalls vor. Er strahlt und sagt: &#8222;Egal wie die Wahl ausgeht, ich werde morgen ein fr\u00f6hlicher B\u00fcrger dieses Landes sein.&#8220; Zum Gl\u00fcck, sagt Gauck, gehe es bei dieser Wahl nicht &#8222;um gut und b\u00f6se&#8220;. Es tr\u00e4ten &#8222;zwei geeignete Kandidaten gegeneinander an&#8220;.\u00a0 Und deswegen wird das \u201emorgen ein sch\u00f6ner Tag f\u00fcr die Demokratie\u201c.\u00a0 Sigmar Gabriel deutet ein skeptisches Kopfwiegen an, will sich dabei nicht von Gauck erwischen lassen. (ms)<\/p>\n<p><strong>Dienstag, 18 Uhr: <\/strong>Vor dem Fraktionssaal der Union im Reichstag berichtet\u00a0 der Vorsitzende der Bundestagsfraktion Volker Kauder: Es habe &#8222;tosendem Applaus&#8220; f\u00fcr den nieders\u00e4chsischen Ministerpr\u00e4sidenten in der Fraktionssitzung gegeben. Union und FDP w\u00fcrden Christian Wulff mit \u201e\u00fcberzeugendem Ergebnis\u201c w\u00e4hlen, verspricht er.<\/p>\n<p>Auffallend an diesem Abend: Dass Wulff es im ersten Wahlgang schafft, darauf will sich lieber keiner der Unions-Spitzenleute festlegen. Die Erwartungen nicht zu hoch schrauben, hei\u00dft die Devise. Dann ist der Schaden bei einem eventuellen Scheitern kleiner. (ks)<\/p>\n<p><strong>Dienstag, 17 bis 18 Uhr:<\/strong> Im Reichstag hat sich die Unionsfraktion der Bundesversammlung versammelt. Zu dieser geh\u00f6ren s\u00e4mtliche Wahlm\u00e4nner und Wahlfrauen der CDU\/CSU. Als Fraktionsvorsitzende fungieren die Parteivorsitzenden Angela Merkel und Horst Seehofer.<\/p>\n<p>Ehrengast an diesem Abend selbstverst\u00e4ndlich der Kandidat von Schwarz-Gelb, Christian Wulff. Zwei Wortmeldungen gibt es. Einer der Redner ist der ehemalige th\u00fcringische Ministerpr\u00e4sident Bernhard Vogel. Er sei von niemandem angehalten worden, Wulff zu w\u00e4hlen, sondern tue dies aus freien St\u00fccken und tiefer \u00dcberzeugung, sagt er.<\/p>\n<p>In den vergangenen Tagen hatten gleich mehrere Altvordere der Union, darunter Ex-Bundespr\u00e4sident Richard von Weizs\u00e4cker, dazu aufgerufen, die Wahl des Bundespr\u00e4sidenten freizugeben. &#8222;Ist sie doch&#8220; \u2013 lautet seither die Botschaft sowohl von Wulff als auch anderen CDU-Spitzenpolitikern. Dabei wei\u00df jeder: Das ist sie nicht. Nat\u00fcrlich erwarten die Parteivorsitzenden von den Delegierten Gefolgschaft, denn ein schlechtes Ergebnis oder gar ein Scheitern des Regierungskandidaten h\u00e4tte selbstverst\u00e4ndlich Folgen f\u00fcr die Schwarz-Gelbe Koalition.<\/p>\n<p>Der Parlamentarische Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Peter Altmaier hat andere Sorgen. Er fleht die Delegierten an, doch bitte sch\u00f6n morgen fr\u00fch ihre Handys nicht auszustellen. Sollte einer nach der \u00fcppigen Feier, die die Fraktion zur Einstimmung in die Wahl gibt, verschlafen, will Altmaier die Chance haben, ihn wach zu klingeln. Sein Job ist es, f\u00fcr vollst\u00e4ndiges Erscheinen der Wahlleute zu sorgen. (kh)<\/p>\n<p><strong>Dienstagnachmittag: <\/strong>Im Reichstag wird aufgestuhlt. Statt den \u00fcblichen 622 m\u00fcssen hier am Mittwochmittag 1244 Menschen Platz finden. Die Wahlm\u00e4nner und -frauen trudeln im Laufe des Nachmittags ein. Sie versammeln sich zwei Etagen h\u00f6her unter der Glaskuppel, um ihre Unterlagen im Empfang zu nehmen und die jeweilige Fraktionssitzung zu besuchen.<\/p>\n<p>Die Parlamentsflure gleichen an diesem Vortag der Wahl einem Schulhof zur Gro\u00dfen Pause. Es ist laut und un\u00fcbersichtlich. \u00dcberall wird gelacht, gefeixt, gepost oder demonstrativ mit dem neuen Handy gespielt. Manche Landtagsstars laufen fast unbemerkt umher, und \u00e4rgern sich, dass sie keiner beachtet. Nicht jeder ist ein willkommener Gast. Markus S\u00f6der zum Beispiel, der Umweltminister aus Bayern, der die CSU-Bundestagsgruppe regelm\u00e4\u00dfig zum Rasen bringt, weicht am Anfang kaum von Horst Seehofers Seite. Auch Wolfgang Gerhardt schaut grimmig. Der Ex-FDP-Chef und Westerwelle-N\u00f6rgler hat bisher offen gelassen, wen er morgen w\u00e4hlen will. Er wolle, dass nun der Fraktion mitteilen, sagt er beim Reingehen. Hinterher h\u00f6rt man, dass er sich doch noch f\u00fcr Wulff entschieden habe.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Andrang herrscht ausnahmsweise bei den Linken. Joachim Gauck stellt sich vor. Es ist das erste Treffen, weniger als 24 Stunden vor dem ersten Wahlgang. Vorher herrschte eine Stimmung wie im Kalten Krieg. Man hetzte gegeneinander und mied den Austausch. Hinterher gibt&#8217;s ein wenig Tauwetter. Gauck sei ein Intellektueller, der sch\u00f6n reden k\u00f6nne, sagt ein linker Wahlmann, durchaus verz\u00fcckt. Dennoch werde er ihn nicht w\u00e4hlen. &#8222;Ist halt ein B\u00fcrgerlicher&#8220;. Die Linke hofft, dass es zu einem dritten Wahlgang nicht kommt und sie <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2010-06\/gauck-linke\">nicht Farbe bekennen muss<\/a>. (ms)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Katharina Schuler (ks), Michael Schlieben (ms) und Markus Horeld (mh) 21.39 Uhr: Liebe Leser, damit beenden wir dieses Live-Blog. Das Ergebnis aller drei Wahlg\u00e4nge finden sie hier. Fassen wir diesen ereignisreichen Tag in einem Satz zusammen: Die schwarz-gelbe Koalition hat sich gerade noch einmal gerettet. Doch eines ist sicher: Spurlos wird das an ihr, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":283,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[900,2220,927],"class_list":["post-4","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-bundesprasident","tag-bundesversammlung","tag-wahl"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.0 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Die Wahl des Bundespr\u00e4sidenten - News-Blog<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/2010\/06\/30\/live-die-wahl-des-bundesprasidenten\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die Wahl des Bundespr\u00e4sidenten - News-Blog\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Von Katharina Schuler (ks), Michael Schlieben (ms) und Markus Horeld (mh) 21.39 Uhr: Liebe Leser, damit beenden wir dieses Live-Blog. Das Ergebnis aller drei Wahlg\u00e4nge finden sie hier. Fassen wir diesen ereignisreichen Tag in einem Satz zusammen: Die schwarz-gelbe Koalition hat sich gerade noch einmal gerettet. Doch eines ist sicher: Spurlos wird das an ihr, [&hellip;]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/2010\/06\/30\/live-die-wahl-des-bundesprasidenten\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"News-Blog\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2010-06-30T08:30:52+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2010-06-30T21:04:35+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/files\/2010\/06\/bundesversammlung.jpg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Nachrichtenredaktion\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Geschrieben von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Nachrichtenredaktion\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"35\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/2010\/06\/30\/live-die-wahl-des-bundesprasidenten\/\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/2010\/06\/30\/live-die-wahl-des-bundesprasidenten\/\",\"name\":\"Die Wahl des Bundespr\u00e4sidenten - News-Blog\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/#website\"},\"datePublished\":\"2010-06-30T08:30:52+00:00\",\"dateModified\":\"2010-06-30T21:04:35+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/#\/schema\/person\/8872e5ce4a1ddc6fdbe374f805e51e92\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/2010\/06\/30\/live-die-wahl-des-bundesprasidenten\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/2010\/06\/30\/live-die-wahl-des-bundesprasidenten\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/2010\/06\/30\/live-die-wahl-des-bundesprasidenten\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Die Wahl des Bundespr\u00e4sidenten\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/#website\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/\",\"name\":\"News-Blog\",\"description\":\"Aktuelle Ereignisse im Live-Blog\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":\"required name=search_term_string\"}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/#\/schema\/person\/8872e5ce4a1ddc6fdbe374f805e51e92\",\"name\":\"Nachrichtenredaktion\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/36d8fa55ae8bc50cd5a2548e3a51f9671200492f8c3bcde1d70fcb20de7b1bad?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/36d8fa55ae8bc50cd5a2548e3a51f9671200492f8c3bcde1d70fcb20de7b1bad?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"Nachrichtenredaktion\"},\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/author\/nachrichtenredaktion\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Die Wahl des Bundespr\u00e4sidenten - News-Blog","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/2010\/06\/30\/live-die-wahl-des-bundesprasidenten\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Die Wahl des Bundespr\u00e4sidenten - News-Blog","og_description":"Von Katharina Schuler (ks), Michael Schlieben (ms) und Markus Horeld (mh) 21.39 Uhr: Liebe Leser, damit beenden wir dieses Live-Blog. Das Ergebnis aller drei Wahlg\u00e4nge finden sie hier. Fassen wir diesen ereignisreichen Tag in einem Satz zusammen: Die schwarz-gelbe Koalition hat sich gerade noch einmal gerettet. Doch eines ist sicher: Spurlos wird das an ihr, [&hellip;]","og_url":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/2010\/06\/30\/live-die-wahl-des-bundesprasidenten\/","og_site_name":"News-Blog","article_published_time":"2010-06-30T08:30:52+00:00","article_modified_time":"2010-06-30T21:04:35+00:00","og_image":[{"url":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/files\/2010\/06\/bundesversammlung.jpg"}],"author":"Nachrichtenredaktion","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Geschrieben von":"Nachrichtenredaktion","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"35\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/2010\/06\/30\/live-die-wahl-des-bundesprasidenten\/","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/2010\/06\/30\/live-die-wahl-des-bundesprasidenten\/","name":"Die Wahl des Bundespr\u00e4sidenten - News-Blog","isPartOf":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/#website"},"datePublished":"2010-06-30T08:30:52+00:00","dateModified":"2010-06-30T21:04:35+00:00","author":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/#\/schema\/person\/8872e5ce4a1ddc6fdbe374f805e51e92"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/2010\/06\/30\/live-die-wahl-des-bundesprasidenten\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/2010\/06\/30\/live-die-wahl-des-bundesprasidenten\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/2010\/06\/30\/live-die-wahl-des-bundesprasidenten\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Die Wahl des Bundespr\u00e4sidenten"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/#website","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/","name":"News-Blog","description":"Aktuelle Ereignisse im Live-Blog","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/#\/schema\/person\/8872e5ce4a1ddc6fdbe374f805e51e92","name":"Nachrichtenredaktion","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/36d8fa55ae8bc50cd5a2548e3a51f9671200492f8c3bcde1d70fcb20de7b1bad?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/36d8fa55ae8bc50cd5a2548e3a51f9671200492f8c3bcde1d70fcb20de7b1bad?s=96&d=mm&r=g","caption":"Nachrichtenredaktion"},"url":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/author\/nachrichtenredaktion\/"}]}},"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/283"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/newsblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}