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Wohlleben-Anwälte lassen Tarnung fallen – Das Medienlog vom Freitag, 18. Mai 2018

 

Nach drei Tagen ist das Plädoyer der Anwälte von Ralf Wohlleben abgeschlossen. Es endete am Donnerstag mit einer Zuspitzung der Provokationen der Vortage, als Verteidiger Wolfram Nahrath einen Vortrag in rechtsextremer Ideologie hielt. Wie seine Kollegen Nicole Schneiders und Olaf Klemke forderte er Freispruch für Wohlleben.

„Es war am Ende eher eine völkische Kampfrede als ein Plädoyer in einem Strafprozess“, heißt es in einer Meldung der dpa.

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Nahrath zitierte in seinem Schlussvortrag unter anderem Adolf Hitler, Rudolf Heß und Joseph Goebbels und machte revisionistische Aussagen zu Deutschlands Rolle im Zweiten Weltkrieg. „Doch die wohl einkalkulierte Reaktion auf diese Provokation blieb aus“, berichtet Thies Marsen vom Bayerischen Rundfunk. Alle Prozessbeteiligten hätten die Provokationen mit „stoischer Ruhe“ ertragen – selbst als der Anwalt den Nationalsozialismus als „friedliebende Ideologie“ darstellte.

Dem früheren Vorsitzenden der rechtsextremen Wiking-Jugend „hätte es wohl gefallen, wenn Anwälte der Hinterbliebenen aus Protest den Saal verlassen oder die Richter ihn wegen seiner Ausschweifungen unterbrochen hätten“, heißt es bei uns auf ZEIT ONLINE. Aber: „Die rechte Show wird zum Flop, gerade weil sie reibungslos abläuft.“ Demnach war auch die möglicherweise gehegte Hoffnung, sich als Opfer von Zensur durch das Gericht darzustellen, dahin.

Die Anwälte hätten nach fünf Jahren Prozess ihre „Tarnung“ abgelegt, kommentiert Annette Ramelsberger von der Süddeutschen Zeitung. Zuvor hatten sie „immerhin so getan, als respektierten sie die formalen Regeln des Rechtsstaats“. Nun hätten sie jedoch deutlich gemacht, dass sie die Strafjustiz nicht respektieren. Hatten sie ihre Ideologie bislang nur sparsam eingebracht, nutzten sie den Schlussvortrag nun „zu einem Schaulaufen für die rechte Szene, für ein Fanal ihrer Unbeugsamkeit“.

Über den Prozesstag berichten auch der Tagesspiegel und Spiegel Online.

Eine Zusammenfassung der Plädoyers der vier Mitangeklagten von Beate Zschäpe liefert die Deutsche Welle.

Das nächste Medienlog erscheint am Dienstag, 22. Mai 2018.

12 Kommentare

  1.   Leandra2018

    Ich kann #Barbara123 nur zustimmen. Wie kann es sein, dass jemand Staatsdiener werden und auch seinen Beruf voll umfänglich ausüben darf, der/die eine klar nachweisliche, staatsfeindliche NPD-Vergangenheit hat? Ich finde es unerhört und wirklich erschreckend, dass sowas überhaupt geht. Das ist fast so unfassbar, wie die Tatsache das B. Höcke an mehreren Gymnasien gelehrt hat, u.a. für das Fach Geschichte….in diesem Unterricht hätte ich meine Kinder nicht gern gewusst. Schlimm!

  2.   Hill

    @Barbara123

    Sie wollen diesen Personen was entziehen?
    Die Meinungsfreiheit?
    Das hatten wir bereits zweimal auf deutschen Boden und das sollte es nicht noch einmal geben.
    Sicherlich ist es nicht schön zu hören was diese Anwälte da von sich geben aber eine Gefahr stellen die nicht da.
    Lehrer und Erzieher sind da schon etwas anderes. Aber wo Anfangen? Reicht es wenn die Personen in einer Partei sind? Was ist dann mit „linken“ oder event. sogar den Grünen? Wer soll das Entscheiden?
    Oder reicht es wenn die Person mal auf einer Demo oder Kundgebung war?
    Auch ein Herr Fischer von den Grünen ist nicht „sauber“.
    Es ist sehr schwer dieses zu fordern ohne die Demokratie und Meinungsfreiheit zu gefährden.
    Und (bio) Bauern? Will man gewissen „Meinungen“ verbieten zu arbeiten?
    Auch das hatten wir schon mal!
    Ein paar Spinner stellen keine Gefahr da. Wer das anders sieht sollte aufpassen das er nicht genau das praktiziert was er meint bekämpfen zu wollen.

 

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