{"id":1021,"date":"2010-12-17T12:03:44","date_gmt":"2010-12-17T11:03:44","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/open-data\/?p=1021"},"modified":"2011-01-27T10:31:51","modified_gmt":"2011-01-27T09:31:51","slug":"eurostats-hackday-jonathan-gray","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/open-data\/2010\/12\/17\/eurostats-hackday-jonathan-gray\/","title":{"rendered":"Eurostats Hackday: &#8222;Es braucht Daten, um Politik verstehen zu k\u00f6nnen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_1029\" aria-describedby=\"caption-attachment-1029\" style=\"width: 535px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a rel=\"attachment wp-att-1029\" href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/open-data\/2010\/12\/17\/eurostats-hackday-jonathan-gray\/energy_consumption1\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1029\" title=\"energy_consumption1\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/open-data\/files\/2010\/12\/energy_consumption1.png\" alt=\"EU Energy Consumption Member states\" width=\"535\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/open-data\/files\/2010\/12\/energy_consumption1.png 535w, https:\/\/blog.zeit.de\/open-data\/files\/2010\/12\/energy_consumption1-300x168.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 535px) 100vw, 535px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1029\" class=\"wp-caption-text\">Beim Hackday entstand u.a. eine Infografik \u00fcber den Energieverbrauch in der EU (Link unten)<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p><em>Jonathan Gray ist eine der treibenden Kr\u00e4fte in der <a title=\"Open Knowledge Foundation\" href=\"http:\/\/okfn.org\/\" target=\"_blank\">Open Knowledge Foundation<\/a>, die in mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern vertreten ist. Im Interview spricht <a title=\"Jonathan gray Bio\" href=\"http:\/\/jonathangray.org\/about\/\" target=\"_blank\">der Philosophiestudent<\/a> \u00fcber die Idee des gestrigen Eurostat Hackdays und \u00fcber das Potenzial offener Daten.<\/em><\/p>\n<p><strong>Herr Gray, in der Ank\u00fcndigung zum <a title=\"Europa Statistik Open Data\" href=\"http:\/\/eurostat.okfn.org\/\" target=\"_blank\">Eurostat Hackday<\/a> war die Rede von &#8222;n\u00fctzlichen und interessanten Dingen&#8220;, die mit den statistischen Informationen angefangen werden k\u00f6nnten. Was l\u00e4sst sich darunter verstehen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Jonathan Gray<\/strong>: Die <a title=\"EU Statistik\" href=\"http:\/\/epp.eurostat.ec.europa.eu\/portal\/page\/portal\/eurostat\/home\/\" target=\"_blank\">Datens\u00e4tze von Eurostat<\/a> beinhalten enorm viele Information \u00fcber die EU-Mitgliedsstaaten &#8211; von der Menge Fische, die gefangen werden, bis hin zu der L\u00e4nge aller Bahnstrecken. Viel Arbeit wurde darauf verwendet, diese Daten der Statistik\u00e4mter aus ganz Europa vergleichbar zu machen. F\u00fcr den Normalb\u00fcrger ist es aber alles andere als einfach, einen Zugang zu den Daten zu finden und sich damit zu besch\u00e4ftigen. Gl\u00fccklicherweise sind die Datens\u00e4tze mehr oder minder &#8222;offen&#8220; &#8211; jeder kann sie weiternutzen f\u00fcr jeden Zweck, solange die Quelle angegeben wird.<\/p>\n<p>Insofern drehte sich der <em>Eurostat Hackday<\/em> darum, Dinge anzustellen, die Leuten interessante Einstiegspunkte in eben diese Informationen bieten &#8211; sei es Informationen in verst\u00e4ndlicher Sprache aufzubereiten, seien es Grafiken oder interaktive Webservices, der Daten nicht nur visuell abbilden, sondern auch erlauben, Fragen zu stellen.<\/p>\n<p>Viele der Daten von Eurostat sind notwendig, um die aktuelle Politik der EU zu verstehen. Beispielsweise <a title=\"Energy Consumption EU\" href=\"http:\/\/blog.okfn.org\/2010\/12\/16\/exploring-european-energy-data\/\" target=\"_blank\">haben wir gestern die Energiesparvorgaben f\u00fcr 2020<\/a> in den Zusammenhang von bisheriger Nachfrage und Angebot gestellt. Andere haben sich auf Migrationsdaten konzentriert.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Manchmal scheint es, als ob die meisten OpenData-Anwendungen in Wettbewerben oder &#8222;<a title=\"hackathon international\" href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/open-data\/2010\/12\/03\/hackathon-es-geht-immer-um-partizipation\/\" target=\"_blank\">Hackdays<\/a>&#8220; enstehen. Gibt es auch Unternehmen, die in diesem Sektor t\u00e4tig werden?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gray<\/strong>: Die Idee, dass OpenData \u00f6konomische Werte schaffen kann, ist nicht neu. Es gibt eine Reihe von Firmen, die Wertsch\u00f6pfung mit und durch OpenData betreiben. Viele der Unternehmen nutzen \u00f6ffentliche Informationen (public sector information &#8211; PSI) in ihren Produkten und Dienstleistungen seit Jahrzehnten, beispielsweise Karten- oder Wetterdaten. Und zwar lange bevor der Begriff OpenData popul\u00e4r wurde.\u00a0Derzeit <a title=\"EU Plan PSI\" href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/information_society\/activities\/egovernment\/action_plan_2011_2015\/index_en.htm\" target=\"_blank\">unterst\u00fctzt die Europ\u00e4ische Kommission empirische Studien<\/a>, um die Auswirkungen von liberalen PSI-Richtlinien &#8211; also beispielsweise OpenData-Regelungen &#8211; einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Es passiert einiges in diesem Gebiet.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist das alles sehr neu und es ver\u00e4ndert sich schnell. Erst seit 18 Monaten bekennt sich die EU dazu, Regierungsinformationen zur Nutzung f\u00fcr Jedermann bereit zu stellen. Insofern k\u00f6nnte es noch eine Weile dauern, bis wir das Ausma\u00df der Auswirkungen dieser OpenData-Politik erkennen.<\/p>\n<p>Insgesamt ist es schwierig, den Einfluss weiterverwendbarer Informationen auf die Wirtschaft zu untersuchen. \u00c4hnlich schwierig wie der Versuch, die Bedeutung des Internets vor einigen Jahrzehnten abzusch\u00e4tzen. Wie misst man die Auswirkungen von Stra\u00dfen f\u00fcr die Wirtschaft?<\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-1038\" href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/open-data\/2010\/12\/17\/eurostats-hackday-jonathan-gray\/jonathan_gray\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1038 alignnone\" title=\"jonathan_gray\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/open-data\/files\/2010\/12\/jonathan_gray.jpg\" alt=\"Open Knowledge Foundation Jonathan Gray\" width=\"535\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/open-data\/files\/2010\/12\/jonathan_gray.jpg 535w, https:\/\/blog.zeit.de\/open-data\/files\/2010\/12\/jonathan_gray-300x147.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 535px) 100vw, 535px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Wie bewerten Sie die Lage von OpenData in der EU?<\/strong><\/p>\n<p>Von Helsinki bis Saragossa, von Manchester bis Paris entstehen Open-Government-Data-Initiativen. Auch geschieht viel hinter den Kulissen und es gibt diverse schwebende Verfahren. Betrachtet man das Ganze von au\u00dfen, wird deutlich: In einigen Mitgliedsstaaten ist das Interesse im zivilgesellschaftlichen Bereich sehr viel gr\u00f6\u00dfer als in den Regierungen. Auch gibt es in manchen Sstaaten weitaus mehr Interesse als in anderen.<\/p>\n<p>Ich bin aber zuversichtlich, dass in den kommenden Jahren in den meisten Staaten zumindest ein Teil der Regierungsinformationen verf\u00fcgbar werden. Noch gibt es Probleme, weil einige EU-Staaten exklusive Vertr\u00e4ge mit Unternehmen haben, die denen ein Monopol auf Staatsinformationen geben. Doch daran wird gearbeitet.\u00a0Die Europ\u00e4ische Komission ist an dem Thema dran, nicht zuletzt durch einige herausragende Beamte, die das Potential von OpenData sehen. So gibt es Bestrebungen, einen <a title=\"EU Open Data Katalog\" href=\"http:\/\/www.futurezone.at\/stories\/1664925\/\" target=\"_blank\">europaweiten OpenData-Katalog aufzubauen<\/a>. Wir in der\u00a0<em>Open Knowledge Foundation<\/em> arbeiten auch in diese Richtung durch das von der <a title=\"LOD2 Projekt\" href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/open-data\/2010\/12\/13\/europaweite-opendata-umfrage\/\" target=\"_blank\">EU gef\u00f6rderte Projekt LOD2<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Worin liegt derzeit die\u00a0dringendste\u00a0Herausforderung f\u00fcr Open Datat?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gray<\/strong>: Wichtig ist, dass wir uns nicht nur in der EU, sondern auch international auf eine gemeinsame juristische und technische Definition f\u00fcr &#8222;Open Government Data\u201c einigen. Zumindest sollte sich dar\u00fcber verst\u00e4ndigt werden, dass Informationen unter einer Lizenz wie der <a title=\"Lizenz OpenData\" href=\"http:\/\/www.opendefinition.org\/\" target=\"_blank\">OpenDefinition<\/a> ver\u00f6ffentlicht werden, am besten auch in einem maschinenlesbaren Format. Jedenfalls sind wir in der <em>Open Knowledge Foundation<\/em> der Ansicht:\u00a0Solange Datens\u00e4tze nicht f\u00fcr jeden rechtlich &#8222;offen\u201c nutzbar sind, kann es nicht richtig losgehen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Bildinformationen: Grafik oben: Open Knowledge Foundation; Foto: Jonathan Gray (beide CC by:sa)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jonathan Gray ist eine der treibenden Kr\u00e4fte in der Open Knowledge Foundation, die in mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern vertreten ist. Im Interview spricht der Philosophiestudent \u00fcber die Idee des gestrigen Eurostat Hackdays und \u00fcber das Potenzial offener Daten. 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