{"id":1375,"date":"2015-01-09T11:16:32","date_gmt":"2015-01-09T10:16:32","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/schach\/?p=1375"},"modified":"2015-04-15T11:33:55","modified_gmt":"2015-04-15T09:33:55","slug":"das-wimbledon-des-schachs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/schach\/das-wimbledon-des-schachs\/","title":{"rendered":"Das Wimbledon des Schachs"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_1368\" aria-describedby=\"caption-attachment-1368\" style=\"width: 580px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/schach\/?attachment_id=1368\" rel=\"attachment wp-att-1368\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1368 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/schach\/files\/2015\/01\/tata-kasparow-titel-580x348.jpg\" alt=\"tata kasparow titel\" width=\"580\" height=\"348\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/schach\/files\/2015\/01\/tata-kasparow-titel-580x348.jpg 580w, https:\/\/blog.zeit.de\/schach\/files\/2015\/01\/tata-kasparow-titel.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1368\" class=\"wp-caption-text\">Garry Kasparov lie\u00df es sich 2014 nicht nehmen, dem sp\u00e4teren Turniersieger Levon Aronian zuzuschauen &#8211; Quelle: kasparov.com<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Wer etwas auf sich h\u00e4lt spielt in Wijk. Kaum ein Turnier kann auf eine derartige Tradition zur\u00fcckblicken, wie das Turnier in der niederl\u00e4ndischen 2.400-Einwohner-Gemeinde Wijk aan Zee. Schaut man sich die Siegerliste an, so finden sich fast alle Weltmeister der vergangenen Jahrzehnte wieder. Am Freitag begann nun das 77. Tata Stell Chess Tournament, in Schachkreisen bekannt als das Wimbledon des Schachs.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In Wijk zu gewinnen, verspricht Prestige und Anerkennung. Dies liegt vor allem an dem f\u00fcr die Zuschauer attraktivem und f\u00fcr die Spieler anspruchsvollem Modus. Im Gegensatz zu den meisten anderen Topturnieren m\u00fcssen die Akteure stolze 13 Partien absolvieren. Man muss also viele Partien gewinnen, um auch das Turnier zu gewinnen. Und das gegen ein bunt gemischtes Feld. Neben der absoluten Weltspitze mischen auch die st\u00e4rksten holl\u00e4ndischen Spieler und ein paar junge Wilde mit, die eigens von den Organisatoren aufgrund ihres kampfbetonten Spiels nominiert wurden. Auch die beiden Erstplatzierten im parallel ausgetragenen Challenger Tournament d\u00fcrfen sich \u00fcber einen Platz im Masters Turnier freuen.<\/p>\n<p>In diesem Jahr unter anderem dabei: der Weltmeister Magnus Carlsen, der Weltranglisten-Zweite Fabiano Caruana und der Vorjahressieger Levon Aronian. Die Weltmeisterin Hou Yifan zeigte bereits vor zwei Jahren, dass sie sich vor den M\u00e4nnern an der Weltspitze nicht f\u00fcrchten braucht und durchaus mithalten kann. Gleiches gilt f\u00fcr die beiden Qualifikanten Ivan Saric und Baadur Jobava. Saric gewann erst bei der vergangenen Schacholympiade gegen Magnus Carlsen und war einer der Aufsteiger des Jahres 2014. Jobava hat sich schon l\u00e4nger in den Top 50 der Welt etabliert und gilt zur Zeit als einer der interessantesten Spieler der Szene. Er ist bekannt f\u00fcr seine ausgefallenen Er\u00f6ffnungsideen und zugegeben manchmal etwas zu optimistische Bewertung seiner Stellungen.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_1370\" aria-describedby=\"caption-attachment-1370\" style=\"width: 580px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/schach\/?attachment_id=1370\" rel=\"attachment wp-att-1370\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1370 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/schach\/files\/2015\/01\/jobava-wijk-580x448.jpg\" alt=\"jobava wijk\" width=\"580\" height=\"448\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/schach\/files\/2015\/01\/jobava-wijk-580x448.jpg 580w, https:\/\/blog.zeit.de\/schach\/files\/2015\/01\/jobava-wijk.jpg 720w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1370\" class=\"wp-caption-text\">Baadur Jobava wird auch dieses Jahr wieder f\u00fcr Stimmung sorgen &#8211; Quelle: chess-news.ru<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Es verwundert demnach nicht, dass viele Partien, die in Wijk gespielt werden in die Geschichtsb\u00fccher eingegangen sind. Allen voran die &#8222;Partie des Jahrhunderts&#8220; zwischen Garry Kasparow und Vaselin Topalow aus dem Jahre 1999. Sie ist als wohl bekannteste Partie aller Zeiten in die Schachgeschichte eingegangen. War gepr\u00e4gt von Genialit\u00e4t, aber vor allem auch von Risikobereitschaft von beiden Seiten, wie es sie so wohl bei keiner Weltmeisterschaft gegeben h\u00e4tte.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" frameborder=\"0\" height=\"554\" src=\"http:\/\/phpscripts.zeit.de\/visualisierungen\/schachembed\/index.html?pgn=%5BEvent%20%22Hoogovens%20A%20Tournament%22%5D%0A%5BSite%20%22Wijk%20aan%20Zee%20NED%22%5D%0A%5BDate%20%221999.01.20%22%5D%0A%5BEventDate%20%22%3F%22%5D%0A%5BRound%20%224%22%5D%0A%5BResult%20%221-0%22%5D%0A%5BWhite%20%22Garry%20Kasparov%22%5D%0A%5BBlack%20%22Veselin%20Topalov%22%5D%0A%5BECO%20%22B06%22%5D%0A%5BWhiteElo%20%222812%22%5D%0A%5BBlackElo%20%222700%22%5D%0A%5BPlyCount%20%2287%22%5D%0A%0A1.%20e4%20d6%202.%20d4%20Nf6%203.%20Nc3%20g6%204.%20Be3%20Bg7%205.%20Qd2%20c6%206.%20f3%20b5%0A7.%20Nge2%20Nbd7%208.%20Bh6%20Bxh6%209.%20Qxh6%20Bb7%2010.%20a3%20e5%2011.%20O-O-O%20Qe7%0A12.%20Kb1%20a6%2013.%20Nc1%20O-O-O%2014.%20Nb3%20exd4%2015.%20Rxd4%20c5%2016.%20Rd1%20Nb6%0A17.%20g3%20Kb8%2018.%20Na5%20Ba8%2019.%20Bh3%20d5%2020.%20Qf4%2B%20Ka7%2021.%20Rhe1%20d4%0A22.%20Nd5%20Nbxd5%2023.%20exd5%20Qd6%2024.%20Rxd4%20cxd4%2025.%20Re7%2B%20Kb6%0A26.%20Qxd4%2B%20Kxa5%2027.%20b4%2B%20Ka4%2028.%20Qc3%20Qxd5%2029.%20Ra7%20Bb7%2030.%20Rxb7%0AQc4%2031.%20Qxf6%20Kxa3%2032.%20Qxa6%2B%20Kxb4%2033.%20c3%2B%20Kxc3%2034.%20Qa1%2B%20Kd2%0A35.%20Qb2%2B%20Kd1%2036.%20Bf1%20Rd2%2037.%20Rd7%20Rxd7%2038.%20Bxc4%20bxc4%2039.%20Qxh8%0ARd3%2040.%20Qa8%20c3%2041.%20Qa4%2B%20Ke1%2042.%20f4%20f5%2043.%20Kc1%20Rd2%2044.%20Qa7%201-0&amp;title=Garry%20Kasparov%20%E2%80%93%20Veselin%20Topalov&amp;subtitle=Hoogovens%20A%20Tournament%2C%20Wijk%20aan%20Zee%20NED%2C%201999.01.20\" width=\"580\"><\/iframe><\/p>\n<p>Aus finanziellen Gr\u00fcnden musste jedoch das schw\u00e4chste der drei parallel stattfindenden Turniere abgesagt werden. Das sogenannte C-Turnier bot neben starken Amateuren auch der Jugend die M\u00f6glichkeit, sich international zu pr\u00e4sentieren.\u00a0 Wer sich einen der ersten R\u00e4nge erk\u00e4mpft hatte, besa\u00df das Recht eine Stufe in das B-Turnier aufzusteigen. So konnten auch bisher nicht so etablierte Talente schnell gegen die Weltelite antreten. In den Siegerlisten der C-Gruppe finden sich etliche Spieler, die heute im A-Turnier um den Turniersieg spielen, auch Magnus Carlsen und Fabiano Caruana.<\/p>\n<p>An einer ganz besonderen Tradition aber haben die Organisatoren festgehalten. Bei der Abschlussfeier gibt es nur Erbsensuppe. Als Erinnerung an die Lebensmittelknappheit w\u00e4hrend der Anf\u00e4nge des Turniers unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Wer etwas auf sich h\u00e4lt spielt in Wijk. 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