{"id":910,"date":"2014-05-05T15:58:42","date_gmt":"2014-05-05T13:58:42","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/schach\/?p=910"},"modified":"2014-05-05T16:14:38","modified_gmt":"2014-05-05T14:14:38","slug":"maedchenschach-benachteiligung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/schach\/maedchenschach-benachteiligung\/","title":{"rendered":"Schachspieler sind gut, Spielerinnen sch\u00f6n"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_919\" aria-describedby=\"caption-attachment-919\" style=\"width: 580px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-919 \" alt=\"Chess Chimp\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/schach\/files\/2014\/04\/33021401-580x458.jpg\" width=\"580\" height=\"458\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/schach\/files\/2014\/04\/33021401-580x458.jpg 580w, https:\/\/blog.zeit.de\/schach\/files\/2014\/04\/33021401-1024x810.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-919\" class=\"wp-caption-text\">Im Jahr 1955 spielt ein Affe im Londoner Zoo gegen ein M\u00e4dchen Schach. \u00a9 William Vanderson\/Fox Photos\/Getty Images<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Die deutsche Schachjugend (DSJ) l\u00e4sst auf ihrer Website aktuell wieder die <a href=\"http:\/\/www.deutsche-schachjugend.de\/dem2014.html\">Spieler des Jahres<\/a> w\u00e4hlen. Insgesamt 20 Kandidaten werden zur Wahl angeboten, in den Altersklassen U20 und U14 gibt es jeweils eine Jungen- und M\u00e4dchenkategorie. Die \u00dcberschrift \u00fcber dem Wahlaufruf lautet:<\/p>\n<p><em>&#8222;Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Beste, die Sch\u00f6nste im Land?&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Dieser Satz, der ganz unverhohlen zu unterschiedlichen Beurteilungskriterien f\u00fcr Jungen und M\u00e4dchen aufruft, stimmt nachdenklich. Hat die Schachjugend wirklich den gesamten Diskurs zum Thema Geschlechterstereotype, der in den vergangenen anderthalb Jahren gef\u00fchrt wurde, komplett verschlafen?<\/p>\n<p>Umso schlimmer, da sie es ja eigentlich besser wissen m\u00fcssten. Der Eintrag vor dem Wahlaufruf wirbt f\u00fcr eine Kampagne f\u00fcr Kinderschutz und gegen sexualisierte Gewalt im Sport. Auch der diesj\u00e4hrige <a href=\"http:\/\/www.deutsche-schachjugend.de\/3190.html\">Aprilscherz<\/a> der DSJ, bei dem eine neue Gender-Richtlinie im deutschen Jugendschach angek\u00fcndigt wurde, gem\u00e4\u00df der jetzt auch deutsche Meisterschaften unter Trans- und Intersexuellen sowie Transgendern ausgetragen werden sollen, zeugt von einem gewissen Bewusstsein f\u00fcr brisante Themen.<\/p>\n<p>So peinlich die Spieglein-Spieglein-\u00dcberschrift klingt, so nah ist sie doch an der Realit\u00e4t. Das an die Gebr\u00fcder Grimm angelehnte Zitat birgt viel Wahres in sich. Wer sich dar\u00fcber beschwert, dass Jungen und M\u00e4dchen in der Schule nicht gleich behandelt werden, war noch nie bei Jugendschachturnieren. Ab der Altersklasse U14 werden die deutschen Meisterschaften getrennt nach Geschlechtern ausgetragen \u2013 spielstarke M\u00e4dchen sind bei den Jungen herzlich willkommen, der Rest d\u00fcmpelt in eigenen M\u00e4dchenturnieren vor sich hin wie Aborigines in ihrem abgeschiedenen Reservat. Werden ihnen Trainer zur Seite gestellt, nehmen sich diese oft nur wenig Zeit. Die M\u00e4nnerteams sind besser und wichtiger.<\/p>\n<p>So wird von allen Seiten die allgemein akzeptierte Haltung untermauert, dass M\u00e4dchen nur Schach zweiter Klasse spielen, dort sowieso keine Zukunft haben, aber vielleicht gut vor dem Spiegel aussehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsche Schachjugend (DSJ) l\u00e4sst auf ihrer Website aktuell wieder die Spieler des Jahres w\u00e4hlen. Insgesamt 20 Kandidaten werden zur Wahl angeboten, in den Altersklassen U20 und U14 gibt es jeweils eine Jungen- und M\u00e4dchenkategorie. 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