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Revolution des Lernens in Amerika?

 

Klingt reichlich technikgläubig, aber so kennen wir ja unsere amerikanischen Freunde: Mit dem „National Educational Technology Plan“ (NETP) will die US-Regierung das Lernen revolutionieren, das berichtet das Weblog „Readwriteweb“ (Sie landen auf dem Artikel, wenn Sie auf das gefärbte Wörtchen hier klicken; hier kommen Sie direkt zum NETP).

Unter anderem soll jeder Lehrer und jeder Schüler in der Schule und zu Hause einen Breitband-Zugang zum Internet bekommen und die vielfältigen neuen Lehr- und  Lern-Möglichkeiten des Webs nutzen können.

Man kann das natürlich mit größter Skepsis betrachten. Ich empfehle: lieber neugierig hinschauen, was an den amerikanischen Schulen nun passiert – und sich das Beste für uns abgucken.

13 Kommentare


  1. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Chris Veltman, Mair am Hof erwähnt. Mair am Hof sagte: RT @zeitonline_all: [Weblogs] Das Schulblog: Revolution des Lernens in Amerika? http://bit.ly/amvhmF […]

  2.   Teach

    Sehr guter Ansatz! Natürlich ist der Einsatz von moderner Kommunikationstechnologie nicht der allein seeligmachende Unterrichtsweg, aber mehr und gezielterer Einsatz des Internets und seiner Möglichkeiten würden auch dem Unterricht in deutschen Schulen gut tun. Ich habe gerade eine Klasse, in der alle Schüler Netbooks von der Schule bekommen haben, das ist für den Geschichtsunterricht fantastisch und eröffnet ganz neue Unterrichtsmöglichkeiten.

  3.   grrzt

    Das Lernen revolitionieren? Das ich nicht lache….! Wenn eine Art Pädagogik dahintersteckt, dann kann sie nur dysfunktional sein; weil implizit vom Versagen pädagogischer Konzepte ausgegangen wird („Lehrerpersönlichkeit“, „Lernen via Kommunikation“) statt auf Kompetenz auf Technik gesetzt wird, die Grenzen der Pädagogik nicht aufgegriffen sondern rein technisch gelöst werden. Kurz und Gut: Die spinnen, die Amerikaner.

  4.   Teach

    Ich verstehe den Gegensatz nicht, den Sie herstellen: Technik statt Kompetenz? Warum sollte Unterricht, der die Möglichkeiten des Internets nutzt, per se qualitativ oder pädagogisch schlecht sein? Auch normaler Unterricht mit Buch, Tafel und Kreide ist nicht per se pädagogisch wertvoll.

  5.   Thomas Kerstan

    Dann habe ich mich vielleicht missverständlich ausgedrückt. Allein (oder schwerpunktmäßig) über den massiven Einsatz neuer Technik zu besserem Lernen zu kommen, halte ich für einen Irrglauben. Aber man sollte genau hinschauen, was nun wirklich in Amerika geschieht. Ich korrigiere mich ggf. gern.

  6.   Teach

    Und ich hätte kennzeichnen sollen, an wen meine Antwort gerichtet war: nämlich an grrzt. Sorry für die Verwirrung!

  7.   Thomas Kerstan

    alles klar

  8.   6bb6

    Die Diskussion ist doch eigentlich müßig: Mindestens die Gymnasien in Baden-Württemberg setzen schon seit Jahren voraus, dass Schüler privat Computer und Internetzugang haben.

    Unsere beiden Söhne (9. und 6. Klasse) haben beide ein eigenes Notebook. Das des Jüngeren, das mir sogar für meinen beruflichen Bedarf vollkommen ausreichen würde, ist inzwischen schon unter 300 Euro zu bekommen.

    Laut Klett-Verlag belaufen sich die Kosten für Schulbücher von der 1. bis zur 12. Klasse pro Schüler auf ca. 1500 Euro. Dem stehen, bei jetzigen Preisen, 900 Euro für 3 Notebooks gegenüber, mit, im Gegensatz zu Büchern, sinkender Tendenz. Und die Rechner werden ja sowieso gekauft, es steht damit also eigentlich 1500:0. Kosten für Hefte, Begleitbücher, Reclam usw. fielen auch weitgehend weg, wenn Notebook/Pad zum zentralen Arbeitgerät würden.

    Manche Professoren veröffentlichen ihr Vorlesungsmaterial schon jetzt als Wikibook; gute Lehrer haben schon zu meiner Schulzeit viel Zeit vor Umdruckmaschinen und Kopierern verbracht. Die wären sicher dazu zu bewegen, in einem «Schulbuchwiki» freie und kostenlose elektronische Schulbücher zu erstellen. Solche Bücher wären stets aktuell und ließen sich auch nach Bedarf zusammenstellen. Kleine, (unbenotete), automatisch ausgewertete Tests am Ende jeder Unterrichtseinheit, könnten wertvolles Feedback für Lehrer und Schüler liefern (wie viel ist hängen geblieben, was muss wiederholt werden) usw.

    Größtes Problem dabei sind aber wieder mal die Lehrer: Selbst junge Referendare, denen nichts wichtiger ist, als ihr schickes MacBook gleich am ersten Tag ins schuleigene WLAN zu bekommen (ohne Internet können die nicht mehr leben), zeigen keinerlei Interesse daran, was selbst mit der bereits vor Ort seit Jahren installierten Software (z.B. die «Musterlösung» in BW) alles möglich wäre. Schade.

  9.   Laura

    Interessante Disskusionsrunde hier bei keinem leichten Thema


  10. Ich halte es da eher nach Clifford Stoll („Log Out – Warum Computer nichts im Klassenzimmer verloren haben“):

    Ein schlechter Lehrer wird durch Computer nicht besser und ein guter braucht keinen.

    Ich mache zur Zeit ein Fernstudium und das schwierigste am Lernen sind nicht die vielen Fakten, sondern das Fehlen dessen, was der Prof/Lehrer im Unterricht nebenbei erwähnt und sehr viel zum Verstehen beiträgt. Das kann kein Buch liefern.

 

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