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FDP will Gymnasium plus „Niedersachsenschule“

 

Als Variante für ein zweigliedriges Schulsystem hat die niedersächsische FDP jetzt die „Niedersachsenschule“ ins Gespräch gebracht.

Zitat aus der Presemeldung der FDP: „Das Modell der FDP-Fraktion sieht bei weiterführenden Schulen für Umwandlungen und Neugründungen ein Zwei-Säulen-Modell vor: Die Niedersachsen-Schule (NDS) und das Gymnasium. In der NDS wird zu Beginn gemeinsamer und leistungsdifferenzierter Unterricht angeboten. Nach der sechsten Klasse findet eine weitere Differenzierung statt, die sich auf die Leistungen bezieht. Die Profilierungsphase in der 9. und 10. Klasse, die bereits in Haupt- und Realschule erfolgreich eingeführt wurde, soll in die NDS integriert werden. Am Ende kann neben einem mittleren Bildungsabschluss ein Abitur nach 12 oder 13 Jahren gemacht werden.  Beim Gymnasium bleibt es unverändert bei einem Abitur nach 12 Jahre.“


5 Kommentare


  1. […] den Beitrag weiterlesen: FDP will Gymnasium plus “Niedersachsenschule” » Abitur, Gymnasium … Tags:hat-die, FDP, schulsystem, variante, ein-zweigliedriges, gespr, aus-der, jetzt-die Verwandte […]


  2. […] rein in die ursprünglichen Message von Das Schulblog Blogroll   Schul-Politik, Schule, Schulreform […]

  3.   Bakwahn

    In Niedersachsen soll nach dem Willen der FDP ein in sich differenziertes zweigliedriges Schulsystem eingerichtet werden, mit dem Ziel, langfristig Schulfrieden zu schaffen.
    Diese Graphiksoll das Modell verdeutlichen: http://www.fdp-nds.de/fileadmin/content/bilder/FDP_Aktuell/News/2010-09-14_F%C3%B6rsterling-Schulsystem.JPG

    • Es gibt demnächst (nach den Vorstellungen der FDP) die für alle verpflichtende Grundschule.
    • Das Gymnasium ab Sexta (Klasse 5)
    • Und die Niedersachsen-Schule NDS, eine Art Gesamtschule

    Folgende Abschlüße können auf diesen Schulformen erzielt werden:
    Auf dem Gymnasium nach 12 Jahren die allgemeine Hochschulreife (Abitur)
    An der NDS ein NDS-Abschluß nach Klasse 9; vergleichbar einem Hauptschulabschluß
    An der NDS der NDS-Abschluß nach Klasse 10; vergleichbar einem Realschulabschluß
    Sowie an der NDS auf dem Zweig „Fachgymnasium-Oberstufe der NDS“ (siehe Graphic) ein Abitur-Abschluß nach 13 Jahren.
    Soweit, sogut.

    Was ist jedoch unklar und wo besteht Klärungsbedarf?
    • Unklar bleibt bei mir nach der Lektüre des FDP-Artikels und dem Anschauen der Graphik, um was für ein Abitur es sich bei der NDS handelt. Ist es ein „Fachabitur“ mit gewissen Einschränkungen oder handelt es sich um die allgemeine Hochschulreife?
    • In Klasse 5 und 6 der NDS soll ein „gemeinsamer und leistungsdifferenzierter Unterricht angeboten“ werden. Was heißt hier „gemeinsam“ und „leistungsdifferenziert“? Werden alle Schüler einer Jahrgangsstufe in einer Klasse unterrichtet? Oder findet doch eine Trennung („Differenzierung“) der Schüler einer Klasse in gute und bessere sowie mittelmäßige und schlechte Schüler statt?
    • Dann heißt es in dem FDP-Papier etwas nebulös: „Nach der sechsten Klasse findet eine weitere Differenzierung statt, die sich auf die Leistungen bezieht.“ Das kann doch nur heißen, daß die etwas besseren Schüler getrennt und in eigenen Klassen vereint werden, um dann in Richtung Realschulabschluß und Abitur weitermachen, während die anderen in Richtung Hauptschulabschluß weitermachen.
    • Welche Fächer mit welcher Gewichtung werden in welchen Klassen und Jahrgangsstufen unterrichtet?
    Solche und weitere Fragen drängen sich auf, die aber wohl hauptsächlich der Kürze des FDP-Textes geschuldet sind.

    Mein Fazit:
    Solange das Gymnasium vor dem Zugriff ideologisierter und profilierungssüchtiger Politiker unbehelligt bleibt, kann man mit einer solchen Schulstrukturreform einverstanden sein.
    Ein solches in sich differenziertes zwei- bzw. dreigliedriges Schulsystem scheint sich in allen Bundesländern durchzusetzen, unabhängig von den jeweiligen Regierungen.


  4. […] fordert eine Real- und Hauptschule – Philologenverband dafür, GEW dagegennewsclick.deZEIT ONLINE (Blog) -Dnews -Ostsee NewsAlle 10 […]

  5.   ungesuchte Fachkraft trotz angeblichem Fachkräftemangel

    das ist dann ja so ziemlich das Schleswig-Holstein-Konzept. Da ich weiß, wie langwierig, zeitraubend, umständlich und schwer gangbar der zweite Bildungsweg ist (ein Bekannter von mir ist mit 40! immernoch im Studium, da Spätanfänger durch Nachholen von Schulabschlüssen) ist das ein einigermaßen vernünftiger Weg, um Durchlässigkeit herzustellen – nicht aus ideologischen Gründen, sondern schlichtweg aus purer Notwendigkeit, oder haben wir noch unveränderte Berufsbilder auf dem Stand der 50er Jahre konserviert? Diese „Altabsolventen“ will zur Zeit auch keiner auf dem Arbeitsmarkt. Besser ausgebildetete Fachkräfte werden gebraucht und in den meisten Ländern werden viel weniger Schüler mit 16 Jahren ins Berufsleben entlassen.Ich finde, es sieht im internationalen Vergleich erbärmlich aus, wenn man so früh versucht Kinder ins Berufsleben zu integrieren, da lob ich mir so manches Gesamtschulsystem in anderen Ländern, hab noch nicht gehört, dass längeres Lernen auch dümmer machen kann…

    vergessen darf man aber nicht, dass jeder Bildungsexpansion auch eine weitere Professionalisierung von immer mehr Berufen folgen müsste. Berufs- und Schulwesen in Deutschland sind nicht mehr zeitgemäß im Vergleich.

    andere Länder haben nur deshalb so hohe Akademikerquoten, weil dort halt mehr Berufe akademisiert wurden, da gibt es halt keine duale Ausbildung angepasst an die Gesamtschulsysteme und ich stelle mir die Frage, ob das nicht die Zukunft sein wird, wie anderswo immer mehr Berufe zu akademisieren. Irgendwie muss man diesen Jugendlichen dann ja auch attraktivere Angebote machen. Es bleibt spannend, in diesem schrumpfenden Land.

 

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