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Bibel „nicht jugendfrei“ :)

 

Jetzt werde ich vermutlich den Bibelkonsum anheizen, was mir recht sein soll, ist sie doch nicht nur die heilige, sondern auch eine sehr lesenswerte Schrift.

Kürzlich machte mich ein sehr junger, sehr eifriger Leser, der sich nach den sieben Harry-Potter-Bänden nun die Bibel vorgeknöpft hat, darauf aufmerksam: „Das ist aber nicht gerade jugendfrei.“ Und was er mir dann vorlas, war wirklich harter Stoff für einen Achtjährigen. Es ist schon eine Weile her, dass ich das Buch der Bücher selbst gelesen habe, so heftig hatte ich das nicht in Erinnerung. Über die Jahre habe ich mich an die weichgespülte Version der Kinderbibel gewöhnt – kein Vergleich zum Original!

Und jetzt? Dem Kind das Lesen verbieten, gar das Lesen der heiligen Schrift? Nein, das geht nicht. Lieber drüber reden; für wilde Geschichten nach noch wilderen Erklärungen suchen, die dem kindlichen Gemüt gerecht werden. Und: Lieber wieder das Original lesen.

12 Kommentare


  1. […] weiter in der originalen Nachricht auf Das Schulblog Blogroll   Allgemein, Erziehung […]

  2.   Reinhard Werner

    Es ist nicht nur die Kinderbibel weichgespült. Im Alltagsbetrieb der Kirchen werden fast nur aus dem Kontext gerissene Bruchstücke benutzt, am besten noch im pastoralen Ton vorgetragen, der gleich zum anderen Ohr wieder rausgeht. Die Bibel mit wachem Geist zu Lesen ist eine gute Übung zum Erwachsenwerden. Man merkt dabei, welch unglaubliche Mischung von hanebüchenem Schwachsinn, zwagsneurotischer Regelungswut, Verherrlichung von Völkermord, Lob für menschenverachtende Schurken etc man sich hat zum „heiligen Buch“ verklären lassen. Also lest die Bibel! und fallt vom Glauben ab (das ist dann unausweichlich).


  3. „für wilde Geschichten nach noch wilderen Erklärungen suchen, die dem kindlichen Gemüt gerecht werden“

    Vernünftige Erklärungen für den Unsinn lassen sich auch schwer finden. Aber warum wollen Sie Ihr Kind eigentlich derart verblöden?

  4.   Thomas Kerstan

    Ach, verblöden … dieser Welt liegt doch ein Zauber inne, für den die Kinder ein Gefühl bekommen sollten.


  5. Ich habe gerade die Religionsmappe meines Sohnes ( 5te Klasse )angesehen.
    Moses I ,da werden Bibel- Märchen Kindesgerecht so serviert, dass wir uns heute noch für die bösen Ägypter schämen müssten. Moses war übrigens ein Mörder, hatte er doch einen Aufseher ermordet. Das kommt natürlich zu kurz , auch habe ich meinem Sohn erstmal klarmachen müssen, dass Gott alle Erstgeborenen ermordet hat , so wird es natürlich nicht ( kindesgerecht) angeboten.
    Religionsunterricht, der so angeboten wird dient der Verdummung und hat in der Schule nichts zu suchen.

  6.   less0

    Ja verblöden. In der Tat wohnt dieser Welt ein Zauber inne, jedoch denke ich nicht, dass man einem Kind diesen näher bringt, oder nur im geringsten hilft, wenn man ihm eine Geschichte als bare Münze verkauft, die letztendlich nur dazu da ist, den Leuten Angst einzujagen, dass sie in der Hölle landen würden, wenn sie nicht Gottes Gesetz befolgen. Religion und Kirche sind anachronistische Machtkonstrukte, die im Religionsunterricht kritisch besprochen werden und deren Lehren nicht immer noch als Tatsachen verkauft werden sollten.

    Dann kommt man auch nicht in das Dilemma, seinem Kind zu erklären, was denn ‚wirklich‘ passiert sei, denn die Bibel ist nur ein Geschichtenbuch und nicht mehr. Aber selbst schuld, wenn man sein Kind zu einem so unselbständigen Wesen erzieht, dass es die Bibel als Leitfaden für ein gutes Leben braucht.


  7. Nur mal so nebenbei:

    Die ganze Geschichte von Moses ist ein Märchen. Die Juden waren nie in Ägypten in Gefangenschaft usw. Exodus ist nie passiert.

    Das sind gesicherte historische Fakten.

    „Das kommt natürlich zu kurz , auch habe ich meinem Sohn erstmal klarmachen müssen, dass Gott alle Erstgeborenen ermordet hat“

    Das finde ich lustig – wie haben Sie ihrem Sohn denn das klargemacht?

  8.   buy gold

    Wenn..sie aber nicht bald koemmt so habe ich mir die Beine abgelaufen. Es wuerde mir weiter doch nichts..helfen als dass ich einmal wieder ueber Sie lachen koennte.

  9.   Siedler

    Vor diesem Problem stehen jüdische Eltern und Religionsleher seit Jahrtausenden. Antworten auf diese Fragen waren für jedes Kind individuell zu suchen.

  10.   Magdalen

    @wasdfaesxgz,

    Israels Aufenthalt in Ägypten und der Exodus sollen ein Märchen sein? Woher haben Sie diese Gewißheit, die nicht einmal Professoren des Alten Testamentes besitzen? Und wenn Sie schon so genau wissen, wer dieses „Märchen“ erfunden hat, wissen Sie dann auch, WER es erfunden hat? Die Gebrüder Grimm? Priester um 400 v.Chr.? Oder doch vorexilisch? (d.h. vor dem babylonischen Exil 587/6 v.Chr.) Sagen Sie jetzt aber BITTE nicht, die böse katholische Kirche!

    Und dann: Wieso soll die Bibel eigentlich jugendfrei sein? Ist sie denn für Kinder geschrieben?
    Meines Erachtens nach gibt sie die Erfahrungen von Menschen in einem Zeitraum von über 1000 Jahren wieder, und das war eben nicht immer jugendfrei und kindgerecht.

    Ein Problem ist natürlich auch, daß das Weltbild, was die Bibel vertritt, sich nicht unbedingt mit dem heutigen verträgt. In der Bibel geht man z.B. davon aus, daß der Mensch, der gegen Verbote handelt, Strafe verdient hat. Eine heute sehr unpopuläre Einstellung, die man Kindern natürlich nicht beinringen kann.

 

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