{"id":265,"date":"2010-08-26T12:37:20","date_gmt":"2010-08-26T12:37:20","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/schulblog\/?p=265"},"modified":"2010-08-26T13:02:03","modified_gmt":"2010-08-26T13:02:03","slug":"thilo-sarrazin-die-intelligenz-und-die-einwanderer-was-sagt-die-forschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/schulblog\/2010\/08\/26\/thilo-sarrazin-die-intelligenz-und-die-einwanderer-was-sagt-die-forschung\/","title":{"rendered":"Thilo Sarrazin, die Intelligenz und die Einwanderer. Was sagt die Forschung?"},"content":{"rendered":"<p>Im <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/35\/Sarrazin\">ZEIT-Interview,<\/a> das meine Kollegin \u00d6zlem Top\u00e7u und mein Kollege Bernd Ulrich gef\u00fchrt haben, kann man die zum Teil fragw\u00fcrdigen Thesen Thilo Sarrazins zur Vererbbarkeit von Intelligenz und der Gef\u00e4hrdung Deutschlands durch muslimische Einwanderer nachlesen.<\/p>\n<p>Dabei beruft er sich mehrfach auf die angesehene Kognitionspsychologin Elsbeth Stern, die an der ETH Z\u00fcrich lehrt. Offensichtlich hat Sarrazin die ZEIT-Interviews mit ihr gelesen, in denen Sie den Stand der Forschung dazu darstellt \u2013 aber nur Ausschnitte daraus richtig wahrgenommen.<\/p>\n<p>Deshalb zum Nachlesen f\u00fcr Herrn Sarrazin und alle, die mit ihm streiten wollen, hier zwei Interviews der ZEIT mit Elsbeth Stern aus den Jahren 2003 und 2005:<\/p>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<h2>Der dumme Streit um die Intelligenz<\/h2>\n<p>Ein Gespr\u00e4ch mit der Lernpsychologin Elsbeth Stern \u00fcber die Leistungen von Einwandererkindern<\/p>\n<p><strong>DIE ZEIT:<\/strong> Sind t\u00fcrkische Sch\u00fcler d\u00fcmmer als deutsche?<\/p>\n<p><strong>Elsbeth Stern:<\/strong> Daraus, dass sie in einem Intelligenztest schlechter abschneiden, l\u00e4sst sich so ein pauschales Urteil nicht ableiten. Rassistische Deutungen wie \u00bbdie Deutschen\u00ab seien intelligenter als \u00bbdie T\u00fcrken\u00ab verbieten sich in jedem Fall.<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong> Aus Gr\u00fcnden der Political Correctness?<\/p>\n<p><strong>Stern:<\/strong> Nein, es gibt einfach keinerlei Beleg daf\u00fcr. Wenn man die t\u00fcrkischen Einwanderer in Deutschland betrachtet, dann muss man bedenken, dass sie in ihrer sozialen Zusammensetzung nicht repr\u00e4sentativ f\u00fcr die T\u00fcrken an sich sind. Migrationsprozesse sind immer sozial selektiv. Als Deutschland T\u00fcrken ins Land holte, brauchte man vor allem Leute, die am Flie\u00dfband stehen, also Menschen aus der bildungsfernen Unterschicht. Einwanderer aus Vietnam dagegen, um ein anderes Beispiel zu nennen, stammen vorwiegend aus gebildeten Schichten, sie kamen vor allem aus politischen Gr\u00fcnden nach Deutschland. Ihre Kinder schneiden in Intelligenztests besser ab als die aus deutschen Familien. In den USA wurde das sehr genau untersucht: J\u00fcdische und asiatische Einwanderer sind intelligenter als die Durchschnittsamerikaner. Daraus lassen sich aber keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf Juden oder Asiaten allgemein ziehen.<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong> Dann w\u00e4re nicht \u00fcberraschend, was die Studie \u00fcber Hannovers Grundschulkinder       <em> (siehe unten &#8222;Eine Studie schl\u00e4gt Wellen&#8220;, Anm. d. Red.) <\/em> zeigt: Im Durchschnitt sind die t\u00fcrkischst\u00e4mmigen Sch\u00fcler kognitiv weniger leistungsf\u00e4hig, also weniger intelligent als ihre deutschen Mitsch\u00fcler.<\/p>\n<p><strong>Stern:<\/strong> Nein, das ist nicht \u00fcberraschend. Aber das hat eben vorwiegend soziale Ursachen, keine ethnischen. Au\u00dferdem sind Durchschnittswerte immer problematisch. Es gibt gro\u00dfe \u00dcberlappungen bei der Verteilung der Intelligenz, also auch viele t\u00fcrkische Sch\u00fcler, die einen hohen Intelligenzquotienten haben und viele deutsche Kinder, die weniger intelligent sind. \u00dcber das einzelne Kind sagt die Intelligenzverteilung gar nichts aus.<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong> Sollten wir entspannter mit solchen Studien umgehen?<\/p>\n<p><strong>Stern:<\/strong> Auf jeden Fall. Es zeigt sich beispielsweise auch in vielen Studien, dass M\u00e4dchen im Durchschnitt schlechtere Mathematikleistungen bringen als Jungs. Nur ein Dummkopf schl\u00f6sse daraus, dass M\u00e4dchen d\u00fcmmer sind als Jungen. Auch dort sind die \u00dcberlappungen sehr gro\u00df; viele Mathe-Asse sind M\u00e4dchen. Man nimmt solche Studien vern\u00fcnftigerweise zum Anlass, um \u00fcber einen Mathe-Unterricht nachzudenken, der den M\u00e4dchen mehr gerecht wird. Genau so, wie die Pisa-Studie R\u00fcckst\u00e4nde der Jungs beim Lesen festgestellt hat, und man jetzt \u00fcberlegt, wie die Jungs speziell gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong> Kann es sein, dass Einwandererkinder bei Intelligenztests einfach schlechter abschneiden, weil sie die Sprache nicht beherrschen?<\/p>\n<p><strong>Stern:<\/strong> Ja, wobei der Test, den die Hannoveraner Kollegen angewandt haben, ein so genannter nichtsprachlicher Test ist. Den h\u00e4tte ich auch eingesetzt. Trotzdem k\u00f6nnen solche Tests letztlich nie das Umfeld ausblenden. Der eingesetzte Test verlangt vor allem, dass man logische Strukturen in Figurenfolgen erkennt. Wer zu Hause beispielsweise viel mit Puzzles spielt, ist gegen\u00fcber anderen Kindern im Vorteil. Die st\u00e4rkste Aussagekraft haben Intelligenztests dann, wenn das soziale und kulturelle Umfeld der Testpersonen gleich ist. Wenn also \u00e4hnlich sozialisierte Akademikerkinder unterschiedlich gut abschneiden, dann macht eben die Intelligenz den Unterschied.<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong> Die Hannoveraner Forscher ziehen aus dem kognitiven R\u00fcckstand der Einwandererkinder den Schluss, dass sie nicht nur sprachlicher F\u00f6rderung bed\u00fcrfen, sondern dar\u00fcber hinaus einem geistig anregenderen Klima ausgesetzt werden sollten.<\/p>\n<p><strong>Stern:<\/strong> Auch Sprachf\u00f6rderung schl\u00e4gt sich in Intelligenzzuwachs nieder. Aber die Schlussfolgerungen der Kollegen kann ich teilen: Mehr Einwandererkinder sollten in den Kindergarten, weil sie dort einer geistig anregenden Atmosph\u00e4re ausgesetzt sind. Sie brauchen stimulierende Lernumgebungen, also etwa Schulklassen, in denen nicht nur leistungsschwache Sch\u00fcler sind. Und sie brauchen zum Beispiel auch in Mathematik und den Naturwissenschaften einen anregenden Unterricht, der sie geistig fordert \u2013 und damit f\u00f6rdert.<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong> Kann man dadurch die Intelligenz steigern?<\/p>\n<p><strong>Stern:<\/strong> Sicher. Bis zum Alter von etwa zehn Jahren \u2013 Achtung, das ist ein Durchschnittswert! \u2013 k\u00f6nnen sich die IQ-Werte noch beachtlich ver\u00e4ndern. Dabei spielt die Schule eine ganz entscheidende Rolle.<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong> Also sind die Gene nicht alles?<\/p>\n<p><strong>Stern:<\/strong> Nein, sie legen ein Potenzial fest, das mehr oder weniger gut ausgesch\u00f6pft werden kann. Auch die Ern\u00e4hrung tr\u00e4gt \u00fcbrigens einen Teil zur Intelligenzentwicklung bei. Kinder, die Muttermilch getrunken haben, sind geistig leistungsf\u00e4higer als solche, die es nicht getan haben.<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong> Was kann ein Vergleich der Intelligenz deutscher und t\u00fcrkischer Kinder noch bringen?<\/p>\n<p><strong>Stern:<\/strong> Man k\u00f6nnte mit Hilfe solcher Studien realistischere Ziele f\u00fcr die Schule definieren. Zum Beispiel, dass es ein v\u00f6llig \u00fcberh\u00f6htes Ziel w\u00e4re, von t\u00fcrkischen Kindern im Schnitt die gleichen Leistungen in Mathematik oder eine \u00e4hnlich hohe Abiturientenquote zu erwarten wie von deutschen Kindern. Weil die t\u00fcrkischen Kinder einfach Nachteile in der intellektuellen Sozialisation erfahren haben. Auch in einer anderen Richtung sind Daten zur kognitiven Leistungsf\u00e4higkeit interessant: Wenn wir etwa feststellen, dass t\u00fcrkische Kinder, die genauso intelligent sind wie deutsche Kinder, in der Schule nicht so erfolgreich sind, weist das auf M\u00e4ngel in der Chancengerechtigkeit hin.<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong> Wir sprechen hier wie selbstverst\u00e4ndlich \u00fcber Intelligenz. Was ist das \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p><strong>Stern:<\/strong> <em>(lacht)<\/em> Genau wei\u00df man das nicht. Aber man kann sie mit Intelligenztests sehr genau messen. Sie dr\u00fcckt aus, wie effizient das Gehirn arbeitet. Wie gut man logische Schl\u00fcsse ziehen kann. Und, sehr wichtig: wie gut man sich geistig auf neue Situationen einstellen kann.<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong> Was ist mit der oft beschworenen emotionalen Intelligenz?<\/p>\n<p><strong>Stern:<\/strong> Ich halte mich lieber an die Intelligenz, wie sie mit Intelligenztests gemessen werden kann. Sonst vermischt man Dinge, die nicht zusammengeh\u00f6ren. Aber Intelligenz ist nat\u00fcrlich nicht alles.<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong> Inwiefern?<\/p>\n<p><strong>Stern:<\/strong> Intelligenz f\u00fchrt nicht automatisch zu Erfolg im Leben, da spielen auch andere Faktoren, wie etwa die F\u00e4higkeit zum Umgang mit Gef\u00fchlen, eine Rolle. Au\u00dferdem k\u00f6nnen M\u00e4ngel in der Intelligenz ausgeglichen werden.<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong> Wodurch?<\/p>\n<p><strong>Stern:<\/strong> Durch gut organisiertes Wissen. Wer nicht so intelligent ist, aber sich systematisch zum Beispiel mit Mathematik befasst, der wird dort bessere Leistungen bringen als ein intelligenter Faulpelz. Intelligenz ist kein Freibrief.<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong> Aber wer intelligent ist       <em>und<\/em> viel lernt, der wird am weitesten kommen.<\/p>\n<p><strong>Stern:<\/strong> Ja, hier gilt das so genannte Matth\u00e4us-Prinzip: \u00bbWer hat, dem wird gegeben.\u00ab Wenn man das weiterdenkt, hat das \u00fcbrigens Konsequenzen f\u00fcr die Bildungsdebatte, die vielleicht nicht jeder h\u00f6ren mag.<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong> N\u00e4mlich?<\/p>\n<p><strong>Stern:<\/strong> Wenn wir das Ideal der Chancengerechtigkeit in der Schule umsetzen, dann erreichen wir nicht mehr Gleichheit, sondern im Gegenteil mehr Ungleichheit. Je besser der Unterricht ist, je mehr wir die Sch\u00fcler ihren individuellen M\u00f6glichkeiten entsprechend f\u00f6rdern, desto mehr schlagen die Gene durch \u2013 und die sind nun einmal ungleich verteilt. Intelligente Sch\u00fcler k\u00f6nnen aus anregendem Unterricht den meisten Honig saugen.<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong> Und wo bleiben die weniger starken Sch\u00fcler?<\/p>\n<p><strong>Stern:<\/strong> Die werden auch besser. Denn der zweite Teil des Matth\u00e4us-Zitats aus der Bibel stimmt in diesem Zusammenhang nicht: \u00bbWer nicht hat, dem wird genommen, was er hat.\u00ab Wer schwach ist, kann immer noch dazulernen. Lehrer tun weniger intelligenten Kindern daher keinen Gefallen, wenn sie immer nur das Einmaleins \u00fcben. Anregender Unterricht n\u00fctzt allen.<\/p>\n<p><strong>Elsbeth Stern<\/strong> , 47, forscht am Max-Planck-Institut f\u00fcr Bildungsforschung  in Berlin \u00fcber die Rolle der Intelligenz beim Lernen<\/p>\n<p>Interview:  Thomas Kerstan und  Jan-Martin Wiarda<\/p>\n<p><strong>Quelle<\/strong> (c) DIE ZEIT 28.07.2005 Nr.31<\/p>\n<h2>Eine Studie schl\u00e4gt Wellen<\/h2>\n<p>Ein Satz reichte. Eine Schulstudie habe gezeigt, dass der Intelligenzquotient bei t\u00fcrkischen Einwanderern niedriger sein k\u00f6nne, sagte Dieter Lenzen, Pr\u00e4sident der Berliner Freien Universit\u00e4t Mitte Juli in einem Interview mit der Berliner Zeitung. Sofort brach ein Sturm der Entr\u00fcstung los. Die Aussagen seien untragbar, kritisierten t\u00fcrkische Verb\u00e4nde in einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung und forderten eine Entschuldigung Lenzens. \u00bbIch sehe eine Art Lafontaine-Virus um sich greifen\u00ab, sagte Safter Cinar, Sprecher des T\u00fcrkischen Bundes Berlin. \u00bbDie Mutma\u00dfungen sch\u00fcren Vorurteile\u00ab, sagte die Gr\u00fcnen-Bundesvorsitzende Claudia Roth, die gr\u00fcne Hochschulexpertin Lisa Paus nannte Lenzens \u00c4u\u00dferungen gar \u00bbrassistisch\u00ab.<\/p>\n<p>Der FU-Pr\u00e4sident f\u00fchlte sich zu Unrecht kritisiert und verwies erneut auf die Hannoveraner Grundschulstudie, bei der die Erziehungswissenschaftler Joachim Tiedemann und Elfriede Billmann-Mahecha 1700 Dritt- und Viertkl\u00e4ssler auf ihre kognitiven Leistungen hin getestet haben. Niemand behaupte, dass Einwandererkinder von Geburt an dumm seien, sagte Lenzen. Allerdings blieben sie in der Studie nachweisbar hinter den deutschen Kindern zur\u00fcck. Auch in der Pisa-Studie hatten Migranten eine niedrigere Punktzahl erreicht als deutsche Sch\u00fcler.<\/p>\n<p>Der Autor der Studie selbst zeigt sich \u00fcberrascht von der Sch\u00e4rfe der Debatte. \u00bbDie Diskussion geht in eine Richtung, die durch unsere Daten \u00fcberhaupt nicht gest\u00fctzt wird\u00ab, sagt Joachim Tiedemann von der Universit\u00e4t Hannover. Die Ergebnisse der Studie seien v\u00f6llig \u00fcberinterpretiert, wenn man rassistische Motive daraus ablese. Im Kern h\u00e4tten er und seine Kollegin lediglich festgestellt, dass es eine Problemgruppe unter Grundsch\u00fclern gebe. \u00bbDiese Problemgruppe besteht aus Kindern, in deren Familien kein Deutsch gesprochen wird und die in allen Leistungsbereichen der Studie schlecht abschneiden.\u00ab Um die Sch\u00fcler in den Tests nicht von vornherein aufgrund der Sprache zu benachteiligen, habe man sich f\u00fcr nicht-sprachliche, figurale Aufgaben entschieden. Doch auch so h\u00e4tten die Migrantenkinder deutlich schlechtere Leistungen erzielt. \u00bbDaraus folgt vor allem eines\u00ab, sagt Tiedemann. \u00bbDie schulische F\u00f6rderung von Einwanderern muss mehr leisten als reine Sprachf\u00f6rderung.\u00ab Damit widerspricht der Wissenschaftler der Auffassung vieler seiner Kollegen, die Beherrschung der deutschen Sprache allein sei der Schl\u00fcssel zum Lernerfolg. \u00bbSchulische F\u00f6rderung muss zus\u00e4tzlich kognitive Defizite ausgleichen, die in der sozialen Herkunft der Kinder begr\u00fcndet sind.\u00ab Genau das sei der Ansatz der Studie: eine Bestandsaufnahme der f\u00f6rderbaren Denkleistung, nicht der genetisch bestimmten Intelligenz.<\/p>\n<p>Manche k\u00fcmmert alles Differenzieren indes wenig: Die       <em>Bild-<\/em> Zeitung hatte nach Lenzens Statement bereits die \u00bbBerliner Dumm-Debatte\u00ab ausgerufen.       <strong>Jan-Martin Wiarda<\/strong><\/p>\n<p><strong>Quelle<\/strong> (c) DIE ZEIT 28.07.2005 Nr.31<\/p>\n<h2>&#8222;Wissen schl\u00e4gt Intelligenz&#8220;<\/h2>\n<p>Der Geist kann nicht an beliebigen Themen trainiert werden. Ein Gespr\u00e4ch mit der Lernforscherin Elsbeth Stern<\/p>\n<p>Die Zeit:       Frau Professor Stern, muss man als Hochschullehrer intelligent sein?<\/p>\n<p>Elsbeth Stern: Es gibt Berufe, die eine h\u00f6here Intelligenz voraussetzen, und dazu geh\u00f6rt sicher auch der des Professors, insbesondere weil man als Wissenschaftler st\u00e4ndig Neues dazulernen muss. Ein hoher Intelligenzquotient reicht jedoch nicht. Bei einem erfolgreichen Wissenschaftler m\u00fcssen Ausdauer, Flei\u00df, Anstrengungsbereitschaft oder Motivation hinzukommen.<\/p>\n<p>Zeit:       Man k\u00f6nnte meinen, Sie f\u00fchrten einen Feldzug gegen die Intelligenz.<\/p>\n<p>Stern:       Wie kommen Sie darauf?<\/p>\n<p>Zeit: Gerade haben Sie mit Kollegen aus \u00d6sterreich in einer Studie gezeigt, dass weniger intelligente Menschen ihr Fachgebiet beherrschen k\u00f6nnen, wenn sie nur \u00fcben (siehe unten: &#8222;Taxifahrer kennen sich aus&#8220;). Und von Ihnen stammt der Satz: \u201eWissen, nicht Intelligenz ist der Schl\u00fcssel zum K\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Stern: Stimmt. Aber Intelligenz bleibt ein sehr sinnvolles wissenschaftliches Konstrukt, um die unterschiedliche geistige Leistungsf\u00e4higkeit von Menschen zu erkl\u00e4ren, die die gleichen Lerngelegenheiten hatten. Intelligenz beeinflusst ohne Zweifel den Erfolg in der Schule und im Beruf.<\/p>\n<p>Zeit:       Weshalb warnen Sie dann vor einer \u00dcbersch\u00e4tzung der Intelligenz?<\/p>\n<p>Stern: Aus zwei Gr\u00fcnden: Zum einen haben wir ja das Ziel, dass alle etwas lernen und nicht nur Menschen mit g\u00fcnstigeren geistigen Voraussetzungen. Da wird die Frage interessant, in welchem Ausma\u00df und in welchen Bereichen weniger g\u00fcnstige Voraussetzungen kompensiert werden k\u00f6nnen. Mit der von Ihnen angesprochenen Studie versuchen wir erstmals, diese Kompensationsm\u00f6glichkeiten anhand der Gehirnt\u00e4tigkeit zu erforschen. Zum anderen ist klar belegt, dass Intelligenz zur Erkl\u00e4rung von Leistungsunterschieden in einem bestimmten Bereich an Bedeutung verliert, sobald das Vorwissen \u00fcber diesen Bereich einbezogen wird. Dies zeigen insbesondere auch Ergebnisse der Expertiseforschung.<\/p>\n<p>Zeit:       Zum Beispiel?<\/p>\n<p>Stern: Das Schachspiel ist ein sehr gut erforschtes Gebiet. Vergleicht man nun Schachexperten und Anf\u00e4nger, so genannte Novizen, dann zeigt sich, dass intelligente Novizen schlechter abschneiden als weniger intelligente Experten. Und Leistungsunterschiede zwischen Experten lassen sich nicht auf Intelligenzunterschiede zur\u00fcckf\u00fchren.<\/p>\n<p>Zeit:       Und wie sieht es in der Schule aus?<\/p>\n<p>Stern: \u00c4hnlich. Hier sind insbesondere die Arbeiten meines vor zwei Jahren verstorbenen akademischen Lehrers Franz E. Weinert vom Max-Planck-Institut f\u00fcr psychologische Forschung in M\u00fcnchen zu nennen. Es zeigte sich: Den gr\u00f6\u00dften Einfluss auf den Lernfortschritt hatte das zu Beginn eines Schuljahres verf\u00fcgbare Wissen \u2013 und zwar weitgehend unabh\u00e4ngig von der Intelligenz. Eine Fortf\u00fchrung dieser Studien f\u00fcr das Fach Mathematik ergab, dass die Mathematikleistung in Klasse 11 eng mit der Leistung in der Grundschule zusammenh\u00e4ngt, viel enger als mit dem Intelligenzquotienten der Elftkl\u00e4ssler. Die Ergebnisse sprechen daf\u00fcr, dass man sich \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum mit mathematischen Problemen auseinander setzen muss, wenn man ein guter Mathematiker werden m\u00f6chte. Zugespitzt kann man sagen: Wissen schl\u00e4gt Intelligenz.<\/p>\n<p>Zeit:       Aber intelligente Kinder lernen leichter.<\/p>\n<p>Stern: Das ist ihr Vorteil. Die Kombination aus Wissen und Intelligenz ist nat\u00fcrlich die beste Voraussetzung. Wenn intelligente Kinder jedoch die Gelegenheit zum Lernen nicht wahrnehmen, dann verschenken sie diesen Vorsprung. Sie werden von weniger intelligenten Kindern \u00fcberholt, die sich Wissen, etwa in Mathematik, angeeignet haben.<\/p>\n<p>Zeit:       Uneinholbar?<\/p>\n<p>Stern: Nat\u00fcrlich nicht. Aber wer sich auf seiner Intelligenz ausruht, der wird abgeh\u00e4ngt. Defizite in der Intelligenz k\u00f6nnen durch Vorwissen offensichtlich wettgemacht werden. Defizite im Vorwissen hingegen nicht. Wenn man die Intelligenz nicht in Wissen umgesetzt hat, dann n\u00fctzt sie einem gar nichts.<\/p>\n<p>Zeit: Ihre Ansichten \u00fcber die Schule und das Lernen wirken auf den ersten Blick recht altmodisch: \u201e\u00dcbung macht den Meister\u201c lassen Sie \u00fcber Ihre neue Studie verlautbaren. Die Schule habe die Aufgabe, \u201eWissen weiterzugeben und zu bewahren\u201c, schreiben Sie in einem Aufsatz. Sie polemisieren gegen das Lehren von so genannten Schl\u00fcsselqualifikationen wie Sozial- oder Lernkompetenz. Wollen Sie zur\u00fcck zur guten alten Paukschule?<\/p>\n<p>Stern: Nein, ganz im Gegenteil, wir brauchen einen viel moderneren Unterricht. Und nat\u00fcrlich sind Sozialkompetenz und Lernstrategien wichtig. Aber die Vorstellung, wonach man derartige Kompetenzen losgel\u00f6st vom Inhaltswissen lernen kann, ist nicht richtig.<\/p>\n<p>Zeit:       Das bedeutet?<\/p>\n<p>Stern: Es ist nicht sinnvoll, vor einer Unterrichtseinheit zun\u00e4chst Trocken\u00fcbungen zu Lernstrategien zu machen. Lernstrategien fallen vielmehr als Nebenprodukt eines anregenden Unterrichts ab. Die so genannten Schl\u00fcsselqualifikationen sind lernbar, aber nicht lehrbar. Nehmen Sie das Beispiel der Sozialkompetenz. Die umfasst auch die F\u00e4higkeit, einen schwierigen Sachverhalt anderen Menschen erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen. So etwas kann nicht in einer beliebigen Situation trainiert werden. Wenn die Kinder als \u00dcbung zur Sozialkompetenz gemeinsam fr\u00fchst\u00fccken, dann lernen sie dabei nicht, wie man einem anderen Kind eine Mathematikaufgabe erkl\u00e4rt. Der Inhalt ist eben nicht egal.<\/p>\n<p>Zeit:       Was w\u00fcrden Sie stattdessen machen?<\/p>\n<p>Stern: Zum Beispiel die Sch\u00fcler ein Experiment arbeitsteilig gestalten lassen, von der Vorbereitung bis zur Auswertung. Damit bereite ich sie auf Situationen vor, mit denen sie im Beruf konfrontiert werden. Ich sage statt Sozialkompetenz lieber \u201eF\u00e4higkeit zur inhaltsbezogenen Zusammenarbeit\u201c. Das hat nichts damit zu tun, wie nett jemand ist oder wie gut er Partys schmei\u00dfen kann.<\/p>\n<p>Zeit: Aber F\u00e4higkeiten oder Wissen aus einem Bereich lassen sich doch auf andere Bereiche \u00fcbertragen. Ist nicht gerade die ber\u00fchmte F\u00e4higkeit zur Transferleistung das Ziel der Schule?<\/p>\n<p>Stern: Transfer bleibt h\u00e4ufig ein frommer Wunsch. In Deutschland ist die Idee der formalen Bildung noch weit verbreitet und bestimmt auch die Lehrpl\u00e4ne.<\/p>\n<p>Zeit:       Was meinen Sie damit?<\/p>\n<p>Stern: Die Auffassung, dass wir unseren Intellekt am besten an m\u00f6glichst komplexen und abstrakten Problemen schulen, unabh\u00e4ngig vom Inhalt. Dahinter steckt h\u00e4ufig die Annahme, dass eine Aufgabe auf ihre abstrakte Struktur reduziert wird, welche dann auf neue Probleme \u00fcbertragen werden kann. Diese Art von Wissenstransfer \u2013 das zeigen zahlreiche Studien \u2013 bleibt jedoch in der Regel aus. Es gibt kein Lernen ohne Inhalt. Wenn man m\u00f6chte, dass Sch\u00fcler verstehen, warum ein Auto f\u00e4hrt, m\u00fcssen sie physikalische Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten verstehen. Wenn ich lernen will, Texte zu lesen und zu verstehen, dann muss ich eben anspruchsvolle Texte lesen und interpretieren. Da kann ich nicht irgendwas machen. Latein ist auch ein gutes Beispiel: Dem Lateinlernen wurde immer ein geheimnisvolles Gehirntraining nachgesagt. Unsere Studien haben aber ergeben, dass es nicht etwa das logische Denken f\u00f6rdert. Es f\u00f6rdert das, was es zum Inhalt hat, etwa das genaue Achten auf grammatische Strukturen. Wir m\u00fcssen uns von der Vorstellung l\u00f6sen, dass unser Gehirn mit beliebigen geistigen Aktivit\u00e4ten trainiert werden kann.<\/p>\n<p>Zeit:       Aber das Anh\u00e4ufen von Wissen kann doch nicht die Alternative sein.<\/p>\n<p>Stern: Mir geht es um intelligentes Wissen, das sich breit und flexibel einsetzen l\u00e4sst, nicht einfach nur um Faktenwissen. Die Sch\u00fcler sollen Konzepte verstehen, nicht isolierte Informationen sammeln.<\/p>\n<p>Zeit:       Zum Beispiel?<\/p>\n<p>Stern: In der Grundschule lernen Kinder normalerweise, dass Holz schwimmt, Eisen jedoch nicht. Erkl\u00e4rungen, die auf den physikalischen Konzepten Dichte und Auftrieb beruhen, werden jedoch nur selten erarbeitet. Das w\u00e4re aber genau die Form von Wissen, an die der sp\u00e4tere Physikunterricht ankn\u00fcpfen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Zeit:       \u00dcberfordert das die Sch\u00fcler nicht?<\/p>\n<p>Stern: Es gibt keine Untersuchung, die darauf hinweist, dass anregender Unterricht, der an das Vorwissen der Kinder ankn\u00fcpft und dieses dann gezielt erweitert, schw\u00e4cheren Sch\u00fclern schadet.<\/p>\n<p>Zeit:       Gilt das auch f\u00fcr Klassen, in denen die H\u00e4lfte der Sch\u00fcler nicht deutsch spricht?<\/p>\n<p>Stern: Nein, was da in einigen deutschen Hauptschulen abl\u00e4uft, ist nat\u00fcrlich geradezu grotesk. Guter Unterricht kn\u00fcpft an das Vorwissen der Sch\u00fcler an. Wenn das aufgrund von Sprachschwierigkeiten auch mit gr\u00f6\u00dfter Anstrengung nicht kommunizierbar ist, dann m\u00fcssen zun\u00e4chst andere Probleme gel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>Zeit:       Sie pl\u00e4dieren auch f\u00fcrs Auswendiglernen.<\/p>\n<p>Stern: Wenn es sinnvoll in verst\u00e4ndnisf\u00f6rderndes Lernen eingebettet ist, ja. Wenn ich etwas auswendig kann, dann hat mein Gehirn mehr Ressourcen f\u00fcr andere geistige Aktivit\u00e4ten verf\u00fcgbar. Aber wer nur das Einmaleins runterbeten kann, ohne ein Gef\u00fchl f\u00fcr den Zahlenraum zu haben, der wei\u00df nat\u00fcrlich nicht wirklich etwas.<\/p>\n<p>Zeit: Den Grundschulunterricht kritisieren Sie als zu wenig anspruchsvoll. Bei der Iglu-Studie haben die Deutschen doch im internationalen Vergleich recht passabel abgeschnitten.<\/p>\n<p>Stern: Ich sehe das nicht ganz so rosig. Beim Lesen h\u00e4tten wir eigentlich besser sein m\u00fcssen. Die deutsche Schriftsprache ist leichter zu erlernen als etwa die englische, denn im Deutschen erfolgt das \u00dcbertragen von Lauten auf Buchstabenfolgen viel regelm\u00e4\u00dfiger. Beim naturwissenschaftlichen Test wiederum gingen kaum Aufgaben ein, die ein Verst\u00e4ndnis physikalischer Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten erfassen. Da wurde mehr nach Fakten gefragt. Das kommt dem deutschen Unterricht entgegen. Und was die mathematischen Kompetenzen angeht, ist das deutsche Ergebnis ja nicht so gut. Aber den Grundtenor in der Debatte um die Iglu-Studie teile ich: So richtig schlimm wird es nach der Klasse 4.<\/p>\n<p>Zeit:       Die Grundschule ist Ihnen nicht anspruchsvoll genug. An der Fr\u00fchf\u00f6rderung von Kindern n\u00f6rgeln Sie aber auch herum.<\/p>\n<p>Stern: Nicht an sinnvoller Fr\u00fchf\u00f6rderung, im Gegenteil. Wenn Vierj\u00e4hrige im Kindergarten singen, klatschen und reimen, dann f\u00f6rdert das sp\u00e4ter das Lesenlernen. Aber die fixe Idee, Kinder in den ersten Lebensjahren mit Lernstoff voll zu stopfen, weil deren Gehirn den wie ein Schwamm aufsauge, diese Idee l\u00e4sst sich mit keiner wissenschaftlichen Studie erh\u00e4rten. Selbst \u00fcber den Fremdsprachenerwerb in der Grundschule l\u00e4sst sich trefflich streiten. F\u00fcr seinen Nutzen gibt es jedenfalls keinen Beleg. Unterricht ist etwas ganz anderes als das nat\u00fcrliche Lernen einer zweiten Muttersprache in bilingualen Familien.<\/p>\n<p>Zeit:       Sie sprechen gern von n\u00fctzlichem Wissen. Wo bleibt da die Bildung?<\/p>\n<p>Stern: Nat\u00fcrlich will ich, dass die Schule gebildete Menschen, autonome B\u00fcrger entl\u00e4sst. Aber gerade wenn es das Ziel ist, urteilsf\u00e4hige B\u00fcrger heranzubilden, dann geht das nicht, ohne eine breite Wissensbasis zu vermitteln. Das Wissen \u00fcber unsere Geschichte, das Wissen \u00fcber das m\u00e4chtige Werkzeug namens Mathematik oder auch das Wissen dar\u00fcber, woher unser Wissen kommt \u2013 das alles ist n\u00fctzliches Wissen, ohne das es keine Bildung gibt.<\/p>\n<p><em>Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Thomas Kerstan<\/em><\/p>\n<p><strong>Quelle<\/strong> (c) DIE ZEIT 26.06.2003 Nr.27<\/p>\n<p><!--start: feature--> <!--start: content--><!--AB HIER IHR CONTENT--><\/p>\n<h2>Taxifahrer kennen sich aus (aktuelle Studie)<\/h2>\n<p>Kann fehlende Intelligenz durch \u00dcben kompensiert werden? Dieser Frage gingen Elsbeth Stern und die Psychologen Roland H. Grabner und Aljoscha C. Neubauer von der Universit\u00e4t Graz in einer Studie nach, die demn\u00e4chst im ver\u00f6ffentlicht wird.<\/p>\n<p>Dazu stellten die Forscher 31 berufserfahrenen Taxifahrern aus der Stadt Graz folgende Aufgabe: Die Experten f\u00fcr das Grazer Stra\u00dfennetz bekamen zun\u00e4chst eine Route vorgegeben. Dann erschienen auf einem Bildschirm Stra\u00dfennamen, und sie mussten unter Zeitdruck entscheiden, ob die Stra\u00dfen auf der vorgegebenen Route liegen oder nicht. Dabei wurde ihre Gehirnaktivit\u00e4t gemessen.<\/p>\n<p>Fr\u00fchere Untersuchungen hatten ergeben, dass intelligente Menschen beim L\u00f6sen schwieriger Aufgaben ihr Gehirn nicht so stark belasten wie ihre weniger intelligenten Mitmenschen. Sie nutzen offenbar ihr Gehirn effizienter.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Auswertung wurden die Taxifahrer nun nach Intelligenzquotienten in eine st\u00e4rkere und eine schw\u00e4chere H\u00e4lfte geteilt. Es zeigte sich, dass die weniger intelligenten Taxifahrer ihr Gehirn nicht st\u00e4rker beanspruchten als ihre intelligenteren Kollegen. Offenbar gleicht Berufserfahrung mangelnde Intelligenz aus, wenn es um das L\u00f6sen einer Routineaufgabe geht.<\/p>\n<p>Bei einem Kontrolltest konnte die intelligentere H\u00e4lfte ihre \u00dcberlegenheit demonstrieren. Bei dieser Aufgabe wurde den Taxifahrern der Plan einer fiktiven Stadt vorgelegt. Sie mussten sich dort eine Route aussuchen. Dann leuchteten auf einem Computerbild des Stra\u00dfenplans Punkte auf. Wiederum mussten sie entscheiden, ob die Punkte auf ihrer Route liegen oder nicht. Dieses neue Problem l\u00f6sten die Intelligenteren mit deutlich weniger geistigem Energieaufwand als ihre Kollegen, die beim Intelligenztest schlechter abgeschnitten hatten.<\/p>\n<p>Mit diesem Test wurde erstmals mithilfe des Messens der Gehirnt\u00e4tigkeit gezeigt, inwieweit \u00dcben fehlende Intelligenz ausgleichen kann. Die Aufgabe war relativ einfach. Die Forscher wollen nun mit schwierigeren Aufgaben herausbekommen, wo die Grenzen der Kompensation liegen. <em>stan<\/em><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Quelle<\/strong> (c) DIE ZEIT 26.06.2003 Nr.27<\/p>\n<p>Und hier die Online-Links:<\/p>\n<p>http:\/\/www.zeit.de\/2005\/31\/C-Stern<\/p>\n<p>http:\/\/www.zeit.de\/2005\/31\/C-KastenStudie<\/p>\n<p>http:\/\/www.zeit.de\/2003\/27\/C-InterviewStern<\/p>\n<p>http:\/\/www.zeit.de\/2003\/27\/Kasten_Stern<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im ZEIT-Interview, das meine Kollegin \u00d6zlem Top\u00e7u und mein Kollege Bernd Ulrich gef\u00fchrt haben, kann man die zum Teil fragw\u00fcrdigen Thesen Thilo Sarrazins zur Vererbbarkeit von Intelligenz und der Gef\u00e4hrdung Deutschlands durch muslimische Einwanderer nachlesen. Dabei beruft er sich mehrfach auf die angesehene Kognitionspsychologin Elsbeth Stern, die an der ETH Z\u00fcrich lehrt. 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