{"id":482,"date":"2011-06-12T13:02:53","date_gmt":"2011-06-12T11:02:53","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/schulblog\/?p=482"},"modified":"2011-06-17T11:13:18","modified_gmt":"2011-06-17T09:13:18","slug":"bundesbildungsministerin-annette-schavan-will-einen-bildungsrat-schaffen-interessante-rede-zum-125-geburtstag-des-salem-grunders-kurt-hahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/schulblog\/2011\/06\/12\/bundesbildungsministerin-annette-schavan-will-einen-bildungsrat-schaffen-interessante-rede-zum-125-geburtstag-des-salem-grunders-kurt-hahn\/","title":{"rendered":"Bundesbildungsministerin Annette Schavan will einen Bildungsrat schaffen &#8211; Interessante Rede zum 125. Geburtstag des Salem-Gr\u00fcnders Kurt Hahn"},"content":{"rendered":"<p>Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) tritt f\u00fcr die Schaffung eines &#8222;Bildungsrats&#8220; ein, eines Expertengremiums, das &#8211; analog zum schon bestehenden <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wissenschaftsrat\">Wissenschaftsrat <\/a>&#8211; der Politik Ratschl\u00e4ge zur Entwicklung des Bildungswesens erteilt. In einer Rede zum 125. Geburtstag Kurt Hahns, des Mitgr\u00fcnders des <a href=\"http:\/\/www.salem-net.de\/\">Internats Schloss Salem,<\/a> sagte sie w\u00f6rtlich: &#8222;Ich bin zutiefst davon \u00fcberzeugt, dass  die wichtigste Reform in unserem Bildungssystem die curriculare Reform  ist. Sie betrifft die Bildungspl\u00e4ne ebenso, wie die Gestaltung  \u00fcberzeugender Lernumgebungen. Sie braucht die Erfahrung von Praktikern  ebenso wie wissenschaftliche Expertise. Deshalb halte ich \u2013 anlog zum  Wissenschaftsrat \u2013 die Einrichtung eines Bildungsrates f\u00fcr richtig, der  Stellungnahmen und Empfehlungen f\u00fcr die Weiterentwicklung des  Bildungssystems zur Verf\u00fcgung stellt. Im Wissenschaftssystem haben wir  hiermit gute Erfahrungen gemacht. Die Stellungnahmen und Empfehlungen  des Wissenschaftsrates haben die Weiterentwicklung des  Wissenschaftssystems deutlich voran gebracht.&#8220;<\/p>\n<p>Im Folgenden sei der ganze &#8211; sehr interessante &#8211; Festvortrag der Ministerin vom 12. Juni 2011 dokumentiert. Genauer: Das Manuskript des Vortrags; g\u00fcltig ist selbstverst\u00e4ndlich das gesprochene Wort.<\/p>\n<p><\/p>\n<hr \/>\n<p><\/p>\n<p>Festvortrag der Bundesministerin f\u00fcr Bildung und Forschung, Frau Prof. Dr. Annette Schavan, zum 125. Geburtstag Kurt Hahns<\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><strong>Vom Staatsb\u00fcrger zum Weltb\u00fcrger \u2013 das Erbe Kurt Hahns<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><strong>und die Erziehung f\u00fcr das 21. Jahrhundert<\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong>I.<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Kurt Hahn verbindet mit P\u00e4dagogen zu allen Zeiten das Leiden an der Wirklichkeit. Die Geschichte p\u00e4dagogischer Ideen ist auch die Geschichte des Leidens an der Gesellschaft, in der Kinder und Jugendliche aufwachsen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die Klage \u00fcber allgemeine p\u00e4dagogische Verwahrlosung in einer f\u00fcr Erziehung und Bildung unsensiblen Gesellschaft durchzieht die Geschichte der p\u00e4dagogischen Aufbr\u00fcche. Eine neue stringente p\u00e4dagogische Kultur zu schaffen, gilt als Weg der Erneuerung, zumindest aber als M\u00f6glichkeit, die weitere Verwahrlosung auf zu halten. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Kurt Hahn formuliert das 1958 so: \u201eDer Verfall, der die junge Generation in der freien Welt bedroht ist im Fortschreiten, aber er ist aufzuhalten.\u201c<\/span><a name=\"sdfootnote1anc\" href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Er macht die Hast des modernen Lebens verantwortlich f\u00fcr den Niedergang von Werten, Grundhaltungen und \u00f6ffentlichem Gewissen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Kurt Hahn verbindet mit vielen P\u00e4dagogen, zumal den Vertretern der Reformp\u00e4dagogik am Beginn des 20. Jahrhunderts, der Optimismus \u00fcber die Jugend. \u201eEs gibt keinen kostbareren Schatz einer Nation als die Menschenkraft ihrer Jugend.\u201c<\/span><a name=\"sdfootnote2anc\" href=\"#sdfootnote2sym\"><sup>2<\/sup><\/a><span style=\"font-size: medium;\"> <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die schwedische Schriftstellerin und Lehrerin Ellen Key hat mit dem Titel ihres Buches \u201eDas Jahrhundert des Kindes\u201c die Ouvert\u00fcre f\u00fcr die P\u00e4dagogik des 20. Jahrhunderts geliefert. Das Buch war ein Welterfolg und erschien 1926 bereits in der 36. Auflage. Das war wohl nur m\u00f6glich, weil dieser Titel das p\u00e4dagogische Selbstbewusstsein ihrer Zeit traf. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die Welt um die Jahrhundertwende war verunsichert. Auf dem Weg in die s\u00e4kulare Industriegesellschaft lebten die Menschen unter dem Eindruck, die bisher vertraute Gesellschaftsform zu verlassen und in eine neue, bislang unbekannte Lebenswelt einzutreten. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Andreas Flitner beschreibt die p\u00e4dagogische Hoffnung der damaligen Zeit so: \u201eMit den Kindern und Jugendlichen l\u00e4sst sich ein neuer Anfang machen. Eine Ver\u00e4nderung durch Erziehung scheint m\u00f6glich.\u201c<\/span><a name=\"sdfootnote3anc\" href=\"#sdfootnote3sym\"><sup>3<\/sup><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Kurt Hahn teilt mit anderen P\u00e4dagogen die Skepsis gegen\u00fcber dem Staat und der Staatsschule. \u201eSch\u00f6pferische Pionierarbeit zu leisten ist dem Staat nicht gegeben.\u201c<\/span><a name=\"sdfootnote4anc\" href=\"#sdfootnote4sym\"><sup>4<\/sup><\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Aus dieser Einsch\u00e4tzung heraus bietet er die Bereitschaft der Landerziehungsheime an, \u201eihre Hebammendienste zur Verf\u00fcgung zu stellen, um der revolution\u00e4ren Reform, die wir fordern, bei ihrer schweren Geburt beizustehen.\u201c<\/span><a name=\"sdfootnote5anc\" href=\"#sdfootnote5sym\"><sup>5<\/sup><\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Die Staatsschule kann nach seinem Verst\u00e4ndnis nicht leisten, was notwendig ist, um die Jugend von den von ihm diagnostizierten Einfl\u00fcssen allgemeiner Verwahrlosung zu sch\u00fctzen. Eltern seien \u00fcberfordert, weil beruflich zu sehr in Anspruch genommen. Der Staat brauche gute Beispiele, die die Landerziehungsheime sein k\u00f6nnten, um das \u00f6ffentliche Bildungssystem grundlegend zu ver\u00e4ndern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Kurt Hahn will Pionier sein. Landerziehungsheime sollen \u201eein kleiner Staat\u201c sein, in dem Lehrer, Forscher, Erzieher, Handwerker und andere Fachleute arbeiten. Eine kleine Welt in der gro\u00dfen Welt, die die Jugend fordert und f\u00f6rdert, ihre besten Seiten und Potenziale zu entfalten. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Kompromisse waren ihm fremd. Sein Modell der Schule lebte von der Geschlossenheit und strikten Unterscheidung von der sie umgebenden Gesellschaft. Einfl\u00fcsse waren unerw\u00fcnscht, Mit-Erzieher ebenso und vermutlich war dann doch auch das Landerziehungsheim \u00fcbersch\u00e4tzt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Kurt Hahn hat viel geleistet. Er geh\u00f6rt zu den p\u00e4dagogischen Pionieren des 20. Jahrhunderts. Es war dann aber f\u00fcr ihn schwer zu verkraften, dass die eigenen p\u00e4dagogischen Ideen an Grenzen sto\u00dfen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die Aufbruchsstimmung am Beginn des 20. Jahrhunderts, die mit Erziehung und Bildung verbunden war, fand eine j\u00e4he Z\u00e4sur nach den beiden Weltkriegen und dem damit verbundenen Zusammenbruch der Gesellschaft und ihrer Bildungsideale. P\u00e4dagogisches Denken geriet in eine tiefe Krise. Bildung schien ein Relikt vergangener Tage gewesen zu sein. Bereits Mitte der 1960er Jahre begann in Westdeutschland eine grunds\u00e4tzliche Kritik am Bildungsdenken, verbunden mit dem Vorwurf, dahinter stehe im Anschluss an Wilhelm von Humboldt ein idealistisches Konzept. Hermann Giesecke schreibt in seiner \u201eEinf\u00fchrung in die P\u00e4dagogik\u201c: \u201eDer urspr\u00fcngliche Bildungsbegriff (kann) in seiner damals umfassenden Bedeutung heute nicht mehr zur Zielvorstellung des p\u00e4dagogischen Handels und Denkens gemacht werden. Daf\u00fcr haben sich die Lebensverh\u00e4ltnisse zu sehr ver\u00e4ndert.\u201c<\/span><a name=\"sdfootnote6anc\" href=\"#sdfootnote6sym\"><sup>6<\/sup><\/a><span style=\"font-size: medium;\"> In der Bildungsdiskussion Ende der 1960er Jahre wurden andere Begriffe eingef\u00fchrt, vor allem der Begriff \u201eLernen\u201c, der ein Oberbegriff aller p\u00e4dagogischen Bem\u00fchungen sein sollte. Die P\u00e4dagogisierung der Bildung war perfekt. Empirische Lernforschung und Lernpsychologie sollten helfen, Klarheit im Konkreten zu schaffen. Ziel waren Prozesse der Sozialisierung junger Menschen, nicht mehr Bildung \u2013 ein Begriff, der unter Ideologieverdacht stand. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Hinsichtlich der Erziehung war die Verunsicherung nicht minder tiefgreifend. Erfahrungen von Machtmissbrauch, die im damaligen Generationenkonflikt thematisiert wurden, lie\u00dfen Erziehung eher als einen Akt der Fremdbestimmung erscheinen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die Stimmung im p\u00e4dagogischen Milieu sank auf einen Tiefpunkt. Wilhelm Flitner schrieb 1979 einen Aufsatz mit der rhetorischen Titelfrage: \u201eIst Erziehung erlaubt?\u201c<\/span><a name=\"sdfootnote7anc\" href=\"#sdfootnote7sym\"><sup>7<\/sup><\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Er legt dar, dass erzieherische Hilfe den Heranwachsenden gegen\u00fcber unentbehrlich sei und die Spannung zwischen Fremdbestimmung und Selbstbestimmung im p\u00e4dagogischen Raum durch die Wahl der rechten Methode gel\u00f6st werden m\u00fcsse. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die beschriebene Auseinandersetzung in der wissenschaftlichen P\u00e4dagogik, die sich seit her als Erziehungswissenschaft bezeichnet, ist nicht ohne R\u00fcckwirkung auf das Selbstverst\u00e4ndnis der Bildungspolitik geblieben. In dieser Zeit war Wilhelm Hahn Kultus- und Wissenschaftsminister in Baden-W\u00fcrttemberg. Er fand Anerkennung als gro\u00dfer Reformer und hielt 1974 in seinem Tagebuch fest, dass \u201edie Bildungsreform durch ihre Verzerrung ins technokratische und ideologische ihren Kulminationspunkt \u00fcberschritten\u201c habe. Er, der mit seiner Person f\u00fcr eine kraftvolle Gestaltung der bisherigen Reformepoche im Bildungswesen stand, bef\u00fcrchtete nun, dass P\u00e4dagogik zu sehr von technokratischen Konzepten und \u201eplanerischen Idealentw\u00fcrfen auf dem Rei\u00dfbrett bestimmt und zu wenig am Kind orientiert sei. Sein pers\u00f6nliches Anliegen zu einer am Kind orientierten P\u00e4dagogik beschrieb er mit dem Brecht-Zitat: \u201eKein Vormarsch ist so schwer wie der zur\u00fcck zur Vernunft.\u201c<\/span><a name=\"sdfootnote8anc\" href=\"#sdfootnote8sym\"><sup>8<\/sup><\/a><span style=\"font-size: medium;\"> <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Manche erinnern sich daran, dass er danach eine bundesweite Initiative \u201eMut zur Erziehung\u201c startete. Wer diese Zeit gut kennt, erinnert sich auch daran, dass Wilhelm Hahn damit in gro\u00dfe Auseinandersetzungen geriet. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die bildungspolitischen Debatten in den folgenden Jahrzehnten waren von heftigen Auseinandersetzungen \u00fcber Schulstrukturen gepr\u00e4gt, immer waren es auch Finanzdebatten angesichts zunehmender Sch\u00fclerzahlen, selten solche \u00fcber Bildungsinhalte und Bildungsziele. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><strong>II.<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Wie ein Paukenschlag wirkt im Jahr 2001 die \u00f6ffentliche Pr\u00e4sentation der ersten Pisa-Studie. Ich war damals Pr\u00e4sidentin der Kultusministerkonferenz und erinnere mich noch gut an die gro\u00dfe Aufregung, die die Ergebnisse dieser Studie ausl\u00f6ste. Im internationalen Vergleich waren die Schulen in Deutschland l\u00e4ngst nicht so gut, wie allgemein angenommen. Die Skepsis gegen\u00fcber den Begriffen Bildung und Erziehung waren zwar \u00fcberwunden, jetzt aber trat an die Stelle eine neue Skepsis gegen\u00fcber dem \u00f6ffentlichen Bildungssystem. Hans Maier berichtet in seiner Autobiografie \u201eGute Jahr. B\u00f6se Jahre\u201c, dass er bereits in den 70er Jahren von Bernd Vogel als junger Kultusminister in seiner ersten Sitzung der Kultusministerkonferenz begr\u00fc\u00dft wurde mit dem Satz: \u201eWillkommen im Klub der Pr\u00fcgelknaben der Nation.\u201c Der Ruf der Kultusminister war nie gut. Immer wurden sie verantwortlich gemacht f\u00fcr Defizite im \u00f6ffentlichen Bildungssystem. Das war jetzt nicht anders. Mancher Kultusminister geriet massiv unter Druck. Die Kultusministerkonferenz bem\u00fchte sich um einen umfassenden Plan zur St\u00e4rkung der Leistungsf\u00e4higkeit des Bildungssystems. Die im Jahre 2009 vorgelegte Pisa-Studie zeigte deutliche Verbesserungen. Kritik am Bildungssystem, an mangelnder Bildungsgerechtigkeit, am F\u00f6deralismus, an einer unzureichenden Finanzierung des Bildungssystems aber h\u00e4lt an. Es ist den L\u00e4ndern nach der F\u00f6deralismusreform nicht gelungen, wirklich gesamtstaatliche Verantwortung wahrzunehmen. Die Unterscheide zwischen den L\u00e4ndern sind eher gr\u00f6\u00dfer geworden. Das gilt vor allem f\u00fcr die Organisation des Bildungssystems und der Lehrerbildung, aber auch im Vergleich der Lernniveaus angesichts vereinbarter Bildungsstandards f\u00fcr alle L\u00e4nder.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Das erste Jahrzehnt im 21. Jahrhundert ist in der Bildungspolitik in Deutschland ein Jahrzehnt umfassender Schulreformen gewesen. Aber anders als vor 100 Jahren fehlt der Optimismus im Blick auf die Wirkungen von Erziehung. Wer w\u00fcrde schon heute angesichts von wiederum tiefgreifenden gesellschaftlichen und kulturellen Ver\u00e4nderungen sagen: \u201eEine Ver\u00e4nderung der Welt durch Erziehung scheint m\u00f6glich.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Wenn wir vom Erbe Kurt Hahns sprechen, dann \u00e4hnelt die Stimmung wohl eher seiner damaligen Einsch\u00e4tzung, dass es nicht gelingt, der Jugend die p\u00e4dagogische Begleitung zu geben, die notwendig ist, damit sie ihre Pers\u00f6nlichkeit entwickeln und ihre F\u00e4higkeiten entfalten kann. Die Stimmung ist am ehesten gepr\u00e4gt von schlechtem Gewissen und manchmal auch von dem Eindruck, dass Bildungspolitik sich verzettelt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Hat das m\u00f6glicherweise auch damit zu tun, dass in allem Reformeifer so wenig \u00fcber die Inhalte von Bildung und die Ziele von Erziehung gesprochen wird? <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Sind unsere Bildungspl\u00e4ne auf der H\u00f6he der Zeit?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Ist die Art, wie wir lehren und lernen im 21. Jahrhundert angekommen?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Haben wir schon realisiert, dass die Jugend von heute junge Europ\u00e4er sind, deren Bildungshorizont \u00fcber nationale Grenzen hinaus reichen sollte?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Vor den Antworten auf solche und andere Fragen steht die kulturtheoretisch wie bildungstheoretisch untersch\u00e4tzte Bedeutung des Generationenverh\u00e4ltnisses. Bildung und Erziehung sind Ausdruck des Interesses der Generationen aneinander. Friedrich Schleiermacher spricht dar\u00fcber in seinen Vorlesungen aus dem Jahre 1826: \u201eEin gro\u00dfer Teil der T\u00e4tigkeit der \u00e4lteren Generation erstreckt sich auf die j\u00fcngere, sie ist umso unvollkommener je weniger bewusst wird, was man tut und warum man es tut. Es muss also eine Theorie geben, die von dem Verh\u00e4ltnis der \u00e4lteren Generationen zur j\u00fcngeren ausgehend sich die Frage stellt: Was will denn eigentlich die \u00e4ltere Generation mit der j\u00fcngeren? Wie wird die T\u00e4tigkeit dem Zweck, wie das Resultat der T\u00e4tigkeit entsprechen? Auf dieser Grundlage des Verh\u00e4ltnisses der \u00e4lteren zur j\u00fcngeren Generation, was der einen in Beziehung zur anderen obliegt, bauen wir alles, was in das Gebiet dieser Theorie f\u00e4llt.\u201c<\/span><a name=\"sdfootnote9anc\" href=\"#sdfootnote9sym\"><sup>9<\/sup><\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Als Ausgangspunkt p\u00e4dagogischer Praxis und Reflektion steht f\u00fcr Schleiermacher das ernsthafte Interesse der Generationen an einander, der Wille, mit einander zu ringen und sich zu verst\u00e4ndigen. Bildung und Erziehung sind Teil eines geistigen Generationenvertrages, der der jeweils n\u00e4chsten Generation Kultur erschlie\u00dft. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Wo das ernst genommen wird, kann \u00fcber Bildung und Erziehung nicht allein im Kontext von Institutionen gesprochen werden. Das gilt einmal mehr in der Welt des 21. Jahrhunderts, in der die Informationsquelle und Kommunikationsplattform schlechthin das digitale Netz ist, auf das manche Kinder bereits Zugriff vor dem ersten Schultag haben. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Interesse der Generationen an einander gewinnt zus\u00e4tzlich an Bedeutung f\u00fcr Bildung und Erziehung angesichts der Erkenntnisse der Hirnforscher, wonach Bindungsf\u00e4higkeit eine Voraussetzung f\u00fcr die Bildungsf\u00e4higkeit ist. Vor jeder Schulreform steht also die Erwartung an die Erwachsenengeneration, sich dar\u00fcber zu vergewissern, welches die Inhalte und Ziele von Erziehung und Bildung sind, die Kultur erschlie\u00dfen und vermeiden, dass sich eine junge Generation wie Fremdlinge in der eigenen Kultur bewegen. Auch die raschere Abfolge von Generationen \u00e4ndert daran nichts. Und entl\u00e4sst die \u00e4ltere Generation nicht aus der Pflicht, Verbindliches zu vermitteln gerade dann, wenn die vorherrschende Zeitsignatur die sich beschleunigende Ver\u00e4nderung ist. Erziehung gewinnt gerade dann immer mehr an Bedeutung Verbindlichkeit an die Stelle von Beliebigkeit zu setzen \u2013 Verbindlichkeit der Beziehungen und Werte. So entstehen Vertrauen und Verl\u00e4sslichkeit als Grundelemente im p\u00e4dagogischen Milieu. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Erziehung und Bildung im 21. Jahrhundert sollte sich also nicht zuvorderst mit der Schaffung p\u00e4dagogischer Sonderwelten besch\u00e4ftigen, die sich durch eine m\u00f6glichst strikte Trennung von den \u00fcbrigen Lebenswelten definieren. Die Angst von \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcssen und Mit-Erziehern ist m\u00fc\u00dfig. Sie sind immer pr\u00e4sent. Sie sind Teil der Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen. Wenn wir \u00fcber Bildung und Erziehung sprechen, dann meinen wir auch am Beginn des 21. Jahrhunderts die Wege, in denen Menschen nicht hinter ihren M\u00f6glichkeiten bleiben. In der Tradition ist viel von Pers\u00f6nlichkeitsbildung die Rede. Sie hat nichts an Aktualit\u00e4t verloren. Kurt Hahn hat 1930 \u201ethe seven laws of Salem\u201c ver\u00f6ffentlicht. Das sind die Prinzipien, die er als unverzichtbare Voraussetzung f\u00fcr erfolgreiche Erziehung und Bildung ansah. Sie lauten: <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Gebt den Kindern Gelegenheit, sich selbst zu entdecken. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Lasst den Kindern Triumpf und Niederlage erleben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Gebt den Kindern Gelegenheit zur Selbsthingabe an die gemeinsame Sache.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Sorgt f\u00fcr Zeiten der Stille.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">\u00dcbt die Fantasie.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Lasst Spiele eine wichtige, aber keine vorherrschende Rolle spielen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Erl\u00f6st die S\u00f6hne reicher und m\u00e4chtiger Eltern von einem entnervenden Gef\u00fchl der Privilegiertheit. <\/span><a name=\"sdfootnote10anc\" href=\"#sdfootnote10sym\"><sup>10<\/sup><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">So oder vergleichbar formuliert finden wir p\u00e4dagogische Imperative auch in anderen p\u00e4dagogischen Konzepten. Sie sind zeitlos. Sie erinnern daran, dass vor aller Wissensvermittlung und aller Denkschulen die Entfaltung eigener Kr\u00e4fte und Grundhaltungen steht. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Heute kommen Erkenntnise der Entwicklungsneurobiologie, der Entwicklungspsychologie und der Verhaltensphysiologie hinzu. Sie geh\u00f6ren in jede Lehrerbildung. Sie liefern wichtige Erkenntnisse dar\u00fcber, wie wir lernen und wie Lernumgebungen zu gestalten sind. Sie erkl\u00e4ren die Rolle von Pers\u00f6nlichkeit und Motivation beim Lehren und Lernen. Sie haben bislang kaum Eingang in unser Bildungssystem gefunden. Sie zeigen auf, dass gelingendes Lehren und Lernen nicht allein eine Frage der Didaktik- und Methodenvielfalt ist, vielmehr fr\u00fchkindliche Einfl\u00fcsse, Bindungsverhalten, ein anderer Umgang mit der Zeit, Emotionen, Aufmerksamkeit, Ged\u00e4chtnisbildung und Sprachverm\u00f6gen pr\u00e4genden Einfluss auf Lernmotivation und Intelligenzentwicklung aus\u00fcben. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Teil der Lehrerbildung sind solche Erkenntnisse wohl kaum. Deshalb geh\u00f6rt zu den vorrangigen Reformen im Bildungssystem die Lehrerbildung. Sie ist nicht auf der H\u00f6he der Zeit. Sie lehrt zu wenig dar\u00fcber, wie wir lernen. Ob unsere Bildungspl\u00e4ne auf der H\u00f6he der Zeit sind, vermag ich schwer zu sagen. Es gibt so viele davon in Deutschland. Die Kultusministerkonferenz hat vor vielen Jahren gemeinsame Bildungsstandards vereinbart und damit einen kompetenzorientierten Ansatz verbunden. Es ist schwerlich herauszufinden, ob diese Vereinbarung in allen 16 L\u00e4ndern in neue Bildungspl\u00e4ne umgesetzt wurde. Wer \u2013 wie ich \u2013 einmal die Erfahrung gemacht hat, neue Bildungspl\u00e4ne erarbeiten zu lassen, der wei\u00df um den Kampf, der dann gef\u00fchrt wird. Alle reden von Kompetenzen, ringen aber um jede bisherige Lernsequenz, um Themen und Namen und vor allem um den Anteil des eigenen Faches am Ganzen des Bildungsplans. Die Schule der Zukunft braucht ein Bildungskonzept, dass auf Konzentration setzt, auf die Verbindlichkeit eines Kerncurriculums und die M\u00f6glichkeit der selbstst\u00e4ndigen Profilbildung. Ein modernes Bildungssystem braucht Vergleichbarkeit, nicht die Uniformit\u00e4t schulischer Curricula. Schule braucht Selbstst\u00e4ndigkeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Ich bin zutiefst davon \u00fcberzeugt, dass die wichtigste Reform in unserem Bildungssystem die curriculare Reform ist. Sie betrifft die Bildungspl\u00e4ne ebenso, wie die Gestaltung \u00fcberzeugender Lernumgebungen. Sie braucht die Erfahrung von Praktikern ebenso wie wissenschaftliche Expertise. Deshalb halte ich \u2013 anlog zum Wissenschaftsrat \u2013 die Einrichtung eines Bildungsrates f\u00fcr richtig, der Stellungnahmen und Empfehlungen f\u00fcr die Weiterentwicklung des Bildungssystems zur Verf\u00fcgung stellt. Im Wissenschaftssystem haben wir hiermit gute Erfahrungen gemacht. Die Stellungnahmen und Empfehlungen des Wissenschaftsrates haben die Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems deutlich voran gebracht. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Schlie\u00dflich greife ich noch einmal die Frage nach der europ\u00e4ischen Bildung auf. Wir sprechen vom europ\u00e4ischen Bildungsraum und vom europ\u00e4ischen Hochschulraum. In den 27 Mitgliedsl\u00e4ndern soll Mobilit\u00e4t m\u00f6glich werden. Es setzt voraus, im Bereich der Hochschulen Studienleistungen und Studienabschl\u00fcsse wechselseitig anzuerkennen. Im europ\u00e4ischen Bildungsraum existieren Mobilit\u00e4tsprogramme, die Auslandserfahrungen f\u00f6rdern. Wie aber steht es um die Ausrichtung nationaler Bildungspl\u00e4ne auf ein Grundverst\u00e4ndnis von europ\u00e4ischer Bildung? Welche Rolle spielen europ\u00e4ische Literatur, europ\u00e4ische Geschichte und europ\u00e4ische Kultur in unseren Bildungspl\u00e4nen? Jede Forderung nach einem entsprechenden Bildungskanon st\u00f6\u00dft bislang an Grenzen. Dennoch lohnt sich der Versuch. Ein in den Schulen aller Mitgliedsl\u00e4nder zugelassenes Buch zur europ\u00e4ischen Kulturgeschichte, zur europ\u00e4ischen Literatur, zur politischen Bildung \u2013 das w\u00e4re ein guter Impuls. Bildung und Erziehung im 21. Jahrhundert braucht einen europ\u00e4ischen Bildungskontext. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Dazu geh\u00f6rt auch die Frage, wie in den Mitgliedsl\u00e4ndern Bildungspolitik mit dem Thema Sprachenlernen umgeht. Manche erinnern sich vermutlich noch an die heftigen Debatten, die wir in Baden-W\u00fcrttemberg gef\u00fchrt haben, als es um die Einf\u00fchrung von Franz\u00f6sisch in den Grundschulen am Oberrhein ging. Analog dazu stellt sich die Frage in Brandenburg und Sachsen nach der polnischen Sprache. Das ist zugegebenerma\u00dfen ein anspruchsvolles Programm. Beim fr\u00fchen Fremdsprachenlernen gehen die Meinungen in Deutschland nach wie vor auseinander. In Baden-W\u00fcrttemberg ist die Fremdsprache ab Klasse 1 eingef\u00fchrt. Ein Expertenrat hat dies j\u00fcngst wieder infrage gestellt, weil mit Blick auf viele Kinder mit Migrationshintergrund das Erlernen der deutschen Sprache als der Schulsprache Vorrang haben m\u00fcsse. Bef\u00fcrworter des fr\u00fchen Fremdsprachenlernens, zu denen ich geh\u00f6re, argumentieren damit, dass diese Fremdsprache das einzige Schulfach sein, in dem alle eine gleiche Ausgangslage haben. Solche Fragen k\u00f6nnen Gegenstand der Expertise eines Bildungsrates sein und der Bildungspolitik helfen, zu richtigen Entscheidungen zu kommen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Kinder und Jugendliche stehen im Mittelpunkt von Bildung und Erziehung. Sie sollen ihre Talente entfalten und ihre Pers\u00f6nlichkeit entwickeln k\u00f6nnen. Diese Erwartungen an Bildungs- und Erziehungsprozesse haben Vorrang vor allem anderen. In Zeiten der raschen Wissensvermehrung und einer wachsenden Informationsflut gewinnt die Auswahl geeigneter Bildungsinhalte in unseren Schulen an Bedeutung. Schule braucht Konzentration. Schule muss sich gegen Verzettelung wehren, zumal die Versuchung besteht, st\u00e4ndig neue Erziehungs- und Bildungsauftr\u00e4ge an die Schule zu geben, mit denen der Eindruck erweckt wird, als sei dies der einzig relevante Lernort. Lernen aber ist l\u00e4ngst nicht auf Schule beschr\u00e4nkt. Bildung beginnt nicht in der Schule und weist \u00fcber die Schule hinaus. Deshalb muss Schule das leisten, was sie kann und letztlich besser zu leisten vermag, als andere Lebensbereiche. Sie muss ein Fundament schaffen, dass Lernen auch jenseits der Institutionen bef\u00f6rdert. Sie soll Neugierde erhalten und den Schwung des Lernens bef\u00f6rdern. Kurt Hahn hat bem\u00e4ngelt, dass manche Lehrer nicht wahrnehmen, wenn der Schwung zum Lernen nachl\u00e4sst und Kinder damit hinter ihren M\u00f6glichkeiten bleiben. Er stellt hohe Anforderungen an die p\u00e4dagogische Arbeit. Es legt nahe, sich darum zu bem\u00fchen, dass die Besten eines Jahrgangs diesen wichtigen, schwierigen und zugleich sch\u00f6nen Beruf w\u00e4hlen. Wo dies gelingt, hat Bildungspolitik bereits viel erreicht. Vor allem ist damit ein sichtbarer Hinweis daf\u00fcr gegeben, dass Bildung und Erziehung ernst genommen und anerkannt wird. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Bildung und Erziehung in den Gesellschaften des 21. Jahrhunderts zu st\u00e4rken, sie als Ausdruck des geistigen Generationenvertrages zu begreifen und unsere nationalen Bildungssysteme in einem europ\u00e4ischen Bildungskontext zu gestalten geh\u00f6rt zu den vornehmsten Aufgaben moderner Gesellschaften. <\/span><\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p><span style=\"font-size: x-small;\"><a name=\"sdfootnote1sym\" href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a><sup><\/sup> Kurt Hahn: Erziehung zur Verantwortung. Reden und Aufs\u00e4tze VII: \tErziehung zur Verantwortung. S. 70 \u2013 81. Stuttgart 1958. S. 81<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\">\n<p><span style=\"font-size: x-small;\"><a name=\"sdfootnote2sym\" href=\"#sdfootnote2anc\">2<\/a><sup><\/sup> Kurt Hahn: Die nationale und internationale Aufgabe der Erziehung. \tVortrag am 22. April 1958 vor dem Industrieklub D\u00fcsseldorf. \tSV-Schriftenreihe zur F\u00f6rderung der Wissenschaft. 1958\/5<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\">\n<p><span style=\"font-size: x-small;\"><a name=\"sdfootnote3sym\" href=\"#sdfootnote3anc\">3<\/a><sup><\/sup> Andreas Flitner: Reform der Erziehung. Impulse des 20. Jahrhunderts. \tErweiterte Neuausgabe. M\u00fcnchen 1999. S. 24.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote4\">\n<p><span style=\"font-size: x-small;\"><a name=\"sdfootnote4sym\" href=\"#sdfootnote4anc\">4<\/a><sup><\/sup> Kurt Hahn: Reform der Erziehung ebenda S. 81<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote5\">\n<p><span style=\"font-size: x-small;\"><a name=\"sdfootnote5sym\" href=\"#sdfootnote5anc\">5<\/a><sup><\/sup> Ebenda<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote6\">\n<p><span style=\"font-size: x-small;\"><a name=\"sdfootnote6sym\" href=\"#sdfootnote6anc\">6<\/a><sup><\/sup> Hermann Giesecke: Einf\u00fchrung in die P\u00e4dagogik. Frankfurt 1070. S. \t90<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote7\">\n<p><span style=\"font-size: x-small;\"><a name=\"sdfootnote7sym\" href=\"#sdfootnote7anc\">7<\/a><sup><\/sup> In Zeitschrift f\u00fcr P\u00e4dagogik 25, 1979. S. 499-504<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote8\">\n<p><span style=\"font-size: x-small;\"><a name=\"sdfootnote8sym\" href=\"#sdfootnote8anc\">8<\/a><sup><\/sup> \u2026<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote9\">\n<p><span style=\"font-size: x-small;\"><a name=\"sdfootnote9sym\" href=\"#sdfootnote9anc\">9<\/a><sup><\/sup> Friedrich Schleiermacher: Vorlesungen aus dem Jahr 1826. In: Drs. \tP\u00e4dagogische Schriften. Herausgegeben von Erich Weniger und Theodor \tSchultze. D\u00fcsseldorf\/M\u00fcnchen 1957. S. 9<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote10\">\n<p><span style=\"font-size: x-small;\"><a name=\"sdfootnote10sym\" href=\"#sdfootnote10anc\">10<\/a><sup><\/sup> Kurt Hahn: Reform mit Augenma\u00df. Ausgew\u00e4hlte Schriften einen \tPolitikers und P\u00e4dagogen. Stuttgart 19\u2026 S. 151-153<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) tritt f\u00fcr die Schaffung eines &#8222;Bildungsrats&#8220; ein, eines Expertengremiums, das &#8211; analog zum schon bestehenden Wissenschaftsrat &#8211; der Politik Ratschl\u00e4ge zur Entwicklung des Bildungswesens erteilt. In einer Rede zum 125. 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