{"id":1777,"date":"2010-07-11T16:39:34","date_gmt":"2010-07-11T14:39:34","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/sport-blog\/?p=1777"},"modified":"2010-07-12T02:54:36","modified_gmt":"2010-07-12T00:54:36","slug":"und-das-ist-das-finale-spanien-%e2%80%93-niederlande","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/sport-blog\/2010\/07\/11\/und-das-ist-das-finale-spanien-%e2%80%93-niederlande_1777","title":{"rendered":"Das Finale: Niederlande &#8211; Spanien 0:1"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fazit: <\/strong>Es ist nicht immer so, dass am Ende auch die beste Mannschaft gewinnt. In diesem Fall aber schon: Spanien ist ein w\u00fcrdiger Weltmeister. Nach dem EM-Titel vor zwei Jahren folgte nun der gr\u00f6\u00dfte Erfolg, den der Fu\u00dfballsport zu beiten hat. Auch wenn sie sich ein bisschen durch die Vorrunde gemogelt haben, als es drauf ankam waren sie da. Im Halbfinale gegen Deutschland schafften sie es, ihr Spiel durchzubringen und auch im Finale lie\u00dfen sich die Spanier durch das destruktive und oft \u00fcberharte Spiel der Niederl\u00e4nder nur kurz beeindrucken. Ihr stets unersch\u00fctterlich wirkender Trainer Vicente del Bosque strahlte immer genau das Vertrauen aus, das die Spanier so stark machte. Das Vertrauen in die eigenen F\u00e4higkeiten, das Vertrauen sich im Laufe eines Spiels nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig viele, aber stets gute Torchancen herauszuarbeiten. Und, nicht zu vergessen, das Vertrauen in die eigenen Defensivqualit\u00e4ten. Bei allem Lob \u00fcber die kreativen Villa, Xavi und Iniesta \u2013 die Spanier kassierten in sieben Spielen nur zwei Gegentore. Wei\u00df jemand Bescheid, ist das ein neuer WM-Rekord?<\/p>\n<p><em>Das Finale zum Nachlesen in umgekehrter Reihenfolge:<\/em><\/p>\n<p>Jetzt holen sich die Spanier den Pokal ab. Zum Jubeln haben sie ihnen in Johannesburg so ein kleines Rondell gebaut, Konfetti gibt es auch. Goldenes, passend zum Pokal.<\/p>\n<p>Die Niederl\u00e4nder m\u00fcssen sich ihre Silbermedaille abholen, ein schwerer Gang. Wer in die Gesichter schaut, der h\u00f6rt auch auf, die <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/sport\/2010-07\/wm-spiel-um-platz-drei\" target=\"_blank\">Theorie<\/a> zu bezweifeln, dass der Drittplatzierte gl\u00fccklicher ist als der Zweite.<\/p>\n<p>Spaniens Trainer, unmittelbar nachdem er unsterblich wurde, ist die Ruhe selbst im Interview. Danach weigert er sich von seinen Spielern auf die Schulter genommen zu werden. Sie packen ihn dann aber doch. Ein guter Typ, dieser Vicente del Bosque.<\/p>\n<p><strong>Das wars. Spanien ist Weltmeister!!! <\/strong>Andres Iniesta erzielt das Tor seines Lebens. Der beste Spieler des WM-Finals schie\u00dft Spanien in der 116. Minute zum WM-Titel.<\/p>\n<p>Zwei Minuten noch.<\/p>\n<p>Nun schie\u00dft er also doch. Iniesta bekommt den Ball von Fabregas zugespielt, der fackelt diesmal nicht lange und haut den Ball in die lange Ecke. Proteste bei den Holl\u00e4ndern, vorher h\u00e4tte es einen Freisto\u00df f\u00fcr Elia geben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>116&#8242; Toooooooor, Andres Iniesta.<\/strong><\/p>\n<p><strong>113&#8242;<\/strong> Arjen Robben bewirbt sich um den Titel &#8222;D\u00fcmmster Platzverweis der WM-Final-Geschichte&#8220;, lupft einen Ball \u00fcbers Tor, obwohl schon seit Monaten abgepfiffen war. Howard Webb hat ein Einsehen, ist er fast der Einzige.<\/p>\n<p><strong>112&#8242; <\/strong>Spanien wird jetzt (fast) alles probieren, dieses Spiel in den n\u00e4chsten acht Minuten zu gewinnen, weil Holland das Spiel nach vorne (fast) einstellen wird.<\/p>\n<p><strong>109&#8242;<\/strong> Heitinga zieht an Iniestas Trikot und bekommt v\u00f6llig zu recht die Gelb-Rote Karte. Den f\u00e4lligen Freisto\u00df streichelt Kumpel Xavi \u00fcbers Tor.<\/p>\n<p><strong>108&#8242;<\/strong> M\u00fcde und verwarnte Niederl\u00e4nder wirken jetzt wie die Deutschen gegen Spanien, obwohl die noch frisch und unbelastet waren. Wann hat Puyol keine Lust mehr und k\u00f6pft?<\/p>\n<p>David Villa geht raus, er muss bei Schuhen aus Leder bleiben, den Goldenen f\u00fcr den besten Torsch\u00fctzen bekommt ein anderer. F\u00fcr ihn kommt Torres. Ja, was w\u00e4re das denn bitte f\u00fcr eine Geschichte&#8230;<\/p>\n<p>Die besten 15 Minuten des Spiels gehen zu Ende. Vielleicht sollte man solch ein Finale mit der Verl\u00e4ngerung beginnen? Spanien ist jetzt, wie es so sch\u00f6n hei\u00dft, am Dr\u00fccker. Was wohl Paul gerade macht?<\/p>\n<p><strong>105&#8242;<\/strong> Jetzt kommt Edson Braafheid. Zu schlecht f\u00fcr die Bayern, gut genug f\u00fcr ein WM-Finale? Giovani van Bronckhorst beendete zeitgleich seine L\u00e4nderspiel-Karriere, er wurde ausgewechselt.<\/p>\n<p><strong>102&#8242;<\/strong> Zwischenstand im Beinschuss-Duell: Iniesta 1, Robben 0.<\/p>\n<p><strong>99&#8242;<\/strong> Der beste Satz von Bela Rethy bisher, \u00fcber Andres Iniesta: &#8222;Der Mann ist so uneigenn\u00fctzig, dass er das Toreschie\u00dfen vergisst.&#8220; Dieser Iniesta tauchte da n\u00e4mlich wieder im Strafraum auf, er schoss aber nicht, zu einfach, lie\u00df sich stattdessen von van Bronckhorst abdr\u00e4ngen.<\/p>\n<p><strong>98&#8242; <\/strong>Spanien dr\u00e4ngelt und nervt. Sie wollen das Tor, hier, jetzt!<\/p>\n<p><strong>95<\/strong>&#8218; Das war die gro\u00dfe Chance f\u00fcr Spanien. Fabregas wurde auf die Reise geschickt, muss zu Villa quer legen, tut er aber nicht, sondern schie\u00dft Stekelenburg an. Im Gegenzug k\u00f6pft Mathijsen \u00fcbers Tor. Jetzt wird es ein richtiges Fu\u00dfballspiel.<\/p>\n<p><strong>93&#8242; <\/strong>Elfmeterreife Szene im Strafraum der Niederl\u00e4nder. Xavi kommt zu Fall, wieder liegt Howard Webb falsch, dem man aber zu Gute halten muss, dass er schlechte Sicht hatte und es ihm die Teams auch schwer machen heute. Kaum auszudenken, es w\u00e4re aus Versehen ein Schiedsrichter von den <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/sport\/2010-06\/interview-schiedsrichter-fehlentscheidungen-fifa\" target=\"_blank\">Seychellen<\/a> angesetzt worden.<\/p>\n<p>Sneijder lag da auf einer Decke und lie\u00df sich massieren, die Hose hockgekrempelt. Die Szene erinnerte an einen Sommertag am Strand von Zandvoort.<\/p>\n<p>Verl\u00e4ngerung also. H\u00e4tte Robben seine Chancen genutzt w\u00e4re der holl\u00e4ndische Plan aufgegangen. Hat er aber nicht. Auf der anderen Seite hatten Villa und Ramos gute M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Aus. Erstmal. Twitters Trending Topics im Moment: <a rel=\"nofollow\" name=\"Iker Casillas\" href=\"http:\/\/twitter.com\/search?q=Iker+Casillas\">Iker Casillas<\/a><a rel=\"nofollow\" name=\"Hup Holland Hup\" href=\"http:\/\/twitter.com\/search?q=Hup+Holland+Hup\">, Hup Holland Hup<\/a><a rel=\"nofollow\" name=\"Xabi Alonso\" href=\"http:\/\/twitter.com\/search?q=Xabi+Alonso\">, Xabi Alonso<\/a><a rel=\"nofollow\" name=\"Arjen Robben\" href=\"http:\/\/twitter.com\/search?q=Arjen+Robben\">, Arjen Robben<\/a><a rel=\"nofollow\" name=\"Tarjetas Amarillas\" href=\"http:\/\/twitter.com\/search?q=Tarjetas+Amarillas\">, Tarjetas Amarillas<\/a><a rel=\"nofollow\" name=\"Mick Jagger\" href=\"http:\/\/twitter.com\/search?q=Mick+Jagger\">, Mick Jagger<\/a><a rel=\"nofollow\" name=\"Pulpo Paul\" href=\"http:\/\/twitter.com\/search?q=Pulpo+Paul\">, Pulpo Paul<\/a><a rel=\"nofollow\" name=\"Shaolin Soccer\" href=\"http:\/\/twitter.com\/search?q=Shaolin+Soccer\">, Shaolin Soccer<\/a><a rel=\"nofollow\" name=\"Howard Webb\" href=\"http:\/\/twitter.com\/search?q=Howard+Webb\">, Howard Webb<\/a><a rel=\"nofollow\" name=\"Furia Roja\" href=\"http:\/\/twitter.com\/search?q=Furia+Roja\">, Furia Roja<\/a><\/p>\n<p><strong>90&#8242; <\/strong>Passiert hier noch was? Wohl kaum.<\/p>\n<p><strong>87&#8242;<\/strong> Cesc Fabregas kommt f\u00fcr Alonso. Gibt es noch ein Team auf dieser Welt, dass einen Fabregas auf der Bank lassen kann? Gut hast du es, Vicente, gut.<\/p>\n<p><strong>83&#8242; <\/strong>Robben mit der n\u00e4chsten M\u00f6glichkeit, weil Puyol falsch steht. Er wird leicht gehalten, l\u00e4uft aber weiter, vert\u00e4ndelt dann den Ball vor Casillas und will doch einen Freisto\u00df. Seine Jagdszenen auf Howard Webb danach erinnern an die Herren Ballack und Ovrebro.<\/p>\n<p><strong>81&#8242;<\/strong> Wieder Iniesta, diesmal hat es mit Fu\u00dfball zu tun. Im gegnerischen Strafraum will er den Ball \u00fcber die Torlinie tragen, aber die gesamte niederl\u00e4ndische Abwehr liegt im Weg.<\/p>\n<p><strong>79&#8242;<\/strong> Mini-T\u00e4tlichkeit von Iniesta gegen van Bommel. Es gibt nur nette Worte von Mr. Webb.<\/p>\n<p><strong>78&#8242;<\/strong> Die Niederl\u00e4nder haben sich durch ihre H\u00e4rte selbst ein bisschen ins Schienbein getreten. Es gab viele Gelbe Karten, sie m\u00fcssen jetzt vorsichtiger sein. Die Spanier merken das, spielen besser und werden mit jedem Pass selbstbewusster. Die Einsch\u00fcsse (zweimal Villa), gerade eben der Kopfball von Ramos, kommen n\u00e4her.<\/p>\n<p><strong>69&#8242;<\/strong> Jetzt eine gro\u00dfe Gelegenheit auf der anderen Seite. Heitinga legt unfreiweillig vor, auf Villa, der aber schie\u00dft von zwei Metern wiederum Heitinga an.<\/p>\n<p>Im &#8222;Caf\u00e9 Robben&#8220; in <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/sport\/2010-07\/wm-finale-niederlande-robben\" target=\"_blank\">Bedum<\/a>, irgendwo im Norden der Niederlande, d\u00fcrfte man gerade eben etwas aufgeregt gewesen sein.<\/p>\n<p><strong>62&#8242;<\/strong> Robben mit der Chance dieses Spiels. Er l\u00e4uft allein auf Casillas zu, macht alles richtig, bevor Casillas Fu\u00df tintenfischm\u00e4\u00dfig herausschnellt und den Ball am Tor vorbei lenkt. Robben guckt verdutzt, die Leute aus dem Aquarium in Oberhausen atmen auf.<\/p>\n<p>Dass das Spiel hart wird hat sich schon vorher angek\u00fcndigt, der junge Mann <a href=\"http:\/\/twitpic.com\/24g9re\" target=\"_blank\">hier<\/a> kam dem WM-Pokal zu nahe. Wenn das K\u00f6fferchen-Tr\u00e4ger Cannavaro gesehen h\u00e4tte.<\/p>\n<p><strong>57&#8242;<\/strong> Heitinga bekommt auch Gelb, aber nur weil David Villa sich ausf\u00fchrlich und dramatisch auf dem afrikanischen Rasen kugelt. Kein leichtes Spiel f\u00fcr Mr. Webb.<\/p>\n<p><strong>55&#8242;<\/strong> Freisto\u00df f\u00fcr Spanien, Xavi schnibbelt den Ball aufs Tornetz. So generell wird das Spiel oranger.<\/p>\n<p>Es geht weiter und in Johannesburg rumort es: Der Platz ist zu <a href=\"http:\/\/twitter.com\/zeitonlinesport\/status\/18292670698\" target=\"_blank\">hart<\/a>, der Ball zu rund, der Wind zu stark.<\/p>\n<p><strong>Halbzeit:<\/strong> Ein hartes Spiel (f\u00fcnf Gelbe Karten), ein spannendes Spiel, ein abwechslungsreiches Spiel \u2013 aber kein schlechtes Spiel. Die Niederl\u00e4nder attackieren fr\u00fch, stehen gut, lassen den Spaniern wenig Raum, Schwung in ihren Kreiselfu\u00dfball zu bringen. Und da Holland bei der Qualit\u00e4t ihrer Offensive selbst stets gef\u00e4hrlich ist, sehen wir ein offeneres Spiel als wir bef\u00fcrchten mussten. Hie\u00dfe der Schiedsrichter Alberto Undiano, w\u00e4re das Spiel schon abgebrochen worden. Nun wird es interessant zu sehen, wie die Spanier mit dem harten Spiel umgehen.<\/p>\n<p><strong>45&#8242;<\/strong> Da war er erstmals, der Links-Schuss-Robben. Casillas h\u00e4lt.<\/p>\n<p><strong>38&#8242;<\/strong> Spanien mit l\u00e4ngst nicht so viel Dominanz und Ballbesitz wie vermutet. Die Niederl\u00e4nder gehen sehr fr\u00fch drauf, das klappt ganz gut, birgt aber ein Risiko. Wenn der Ball erstmal die erste Verteidigungslinie durchbrochen hat, gibt es Platz. Viel Platz.<\/p>\n<p><strong>34&#8242; <\/strong>Das w\u00e4re ja wohl mal das kurioseste Tor der WM-Finalgeschichte geworden. Die Holl\u00e4nder wollen Fair-Play-like den Ball zu den Spaniern zur\u00fcckspielen, der Ball fliegt aber fast ins spanische Tor. Gez\u00e4hlt h\u00e4tte es, und ich h\u00e4tte dann ja mal sehen wollen, dass Mark van Bommel zur Seite geht und die Spanier das, im Wortsinne, Ausgleichstor erzielen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Ich habs vor ein paar Tagen schonmal geschrieben: Falls ich im Eifer des Gefechts tats\u00e4chlich einmal Holland schreiben sollte, so tut mir das leid und ich m\u00f6chte damit keineswegs die Menschen aus Friesland, Groningen, Drenthe, Overijssel, Gelderland, Nordbrabant, Limburg, Utrecht, Flevoland und Seeland in irgendeiner Form diskriminieren. Sind doch halt die Holl\u00e4nder.<\/p>\n<p><strong>28&#8242; <\/strong>Oh wei. Nigel de Jong per Kung-Fu-Tritt auf die Brust von Alonso. Eine klare Rote Karte. Eigentlich m\u00fcsste das komplette defensive Mittelfeld der Holl\u00e4nder schon unter der Dusche stehen.<\/p>\n<p><strong>25&#8242; <\/strong>Nun muss man nat\u00fcrlich feststellen: Ein gelbverwarnter Mark von Bommel ist nur noch halb so viel wert. Wenn \u00fcberhaupt. Das ist wie Paul ohne Tentakel.<\/p>\n<p><strong>22&#8242;<\/strong> Ein Foul van Mark von Bommel gegen Iniesta, f\u00fcr das man gut und gerne auch h\u00e4tte eine Rote Karte geben k\u00f6nnen. Der <em>aggressive leader<\/em> mit Gelb noch sehr gut bedient. Wer h\u00e4tte gedacht, dass diese beiden Mannschaften sich auch die Augen auskratzen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p><strong>20&#8242;<\/strong> Bert van Marwijk scheint \u00fcbrigens den selben Anzug wie Maradona zu tragen. Blo\u00df ein paar Nummern kleiner. Hoffentlich kein schlechtes Omen.<\/p>\n<p><strong>17&#8242;<\/strong> Nun doch schon einige r\u00fcde Attacken auf Kn\u00f6chel und Schienbeine. Geht halt doch um was. Merkt man. Gerade eben Gelb f\u00fcr Puyol.<\/p>\n<p><strong>14&#8242; <\/strong>Bela Rethy ist ein Fuchs. Er stellt fest, dass die Spanier den Kopf nach der Ballannahme hochnehmen. Dann wissen die ja sogar, wo sie den Ball hinspielen wollen. Sind die Kombinationen am Ende etwa sogar Absicht?<\/p>\n<p><strong>12&#8242;<\/strong> Jubel in Johannesburg, aber nur Au\u00dfennetz. Villa wars.<\/p>\n<p><strong>8&#8242;<\/strong> Die Niederl\u00e4nder machen es besser als die Deutschen. Sie attackieren die Spanier sehr weit vorne, die Versorgungsleitung zwischen dem defensiven Mittelfeld und Xavi und Iniesta soll so gest\u00f6rt werden.<\/p>\n<p><strong>5&#8242;<\/strong> Erste dicke Chance f\u00fcr die Spanier. Einen Xavi-Freisto\u00df k\u00f6pft Ramos flink aufs Tor, aber Stekelenburg h\u00e4lt sehr gut. Werden die Spanier noch zu Standard-Monstern?<\/p>\n<p><strong>20.30 Uhr:<\/strong> Es geht los.<\/p>\n<p><strong>20.29 Uhr: <\/strong>Er ist zwar nicht neu, aber der kleine Witz sollte erlaubt sein: England hat es doch noch ins Finale geschafft. Howard Webb, Schiedsrichter, geboren in Rotherham, South Yorkshire. Da kommt \u00fcbrigens auch \u201eIch-dachte-er-flankt\u201c-David Seaman her. Nur so. Die Spanier werden sich beim Anblick von Schiedsrichter Webb ein bisschen erschrocken haben. Er leitete auch deren Vorrunden-Niederlage gegen die Schweiz.<\/p>\n<p><strong>20.27 Uhr: <\/strong>Wo sie gerade so sch\u00f6n ert\u00f6nt. Die spanische Hymne ist eine der wenigen der Welt ohne Text. Vor zwei Jahren sollte das ge\u00e4ndert werden, es gab einen Textwettbewerb mit \u00fcber 7000 Vorschl\u00e4gen, den ein 52-j\u00e4hriger Arbeitsloser gewann. Das Ganze wurde dann angeblich wegen mangelnder Qualit\u00e4t des Textes doch wieder abgeblasen. Nun m\u00fcssen Puyol und die anderen weiter summen, statt singen.<\/p>\n<p>So wollen sie spielen:<\/p>\n<p>Niederlande: Stekelenburg \u2013 van der Wiel, Heitinga, Mathijsen, van Bronckhorst \u2013 van Bommel, de Jong \u2013 Robben, Sneijder, Kuyt \u2013 van Persie<\/p>\n<p>Spanien: Casillas \u2013 Sergio Ramos, Piqu\u00e9, Puyol, Capdevila \u2013 Busquets, Xabi Alonso \u2013 Iniesta, Xavi, Pedro \u2013 Villa<\/p>\n<p><strong>20.18 Uhr: <\/strong>Beste Aktion von Noch-ein-paar-Stunden-Weltmeister Fabio Cannavaro bei dieser WM. Er darf den Weltpokal in einem K\u00f6fferchen ins Stadion schleppen, das K\u00f6fferchen aufsperren und den Pokal noch ein paar Sekunden vorsichtig in die H\u00f6he recken. Sag leise servus, Fabio.<\/p>\n<p><strong>20.14 Uhr: <\/strong>Ich habe heute eines dieser Sommerm\u00e4dchen belauscht. Unabsichtlich, sie telefonierte. &#8222;Also ganz ehrlich, das Finale muss ich jetzt nicht unbedingt sehen&#8220;, sagte sie. &#8222;Lass uns doch lieber was essen gehen.&#8220; Falafel statt Fanmeile. Es sieht ganz so aus, als ob wir Fu\u00dfballsympathisanten unseren Sport wieder f\u00fcr uns haben. Und das p\u00fcnktlich zum WM-Finale.<\/p>\n<p><strong>20.06 Uhr:<\/strong> Schwierige Frage. F\u00fcr wen soll man sein? F\u00fcr die Niederl\u00e4nder sprechen die Niederl\u00e4nder an sich, ein ganz lustiges V\u00f6lkchen, stets gut gelaunt, umweltschonend unterwegs und ziemlich orange. Gegen die Niederlande sprechen Ronald Koeman und Frank Rijkaard. F\u00fcr Spanien spricht ihr Fu\u00dfball, an dem sich alle Romantiker berauschen k\u00f6nnen. F\u00fcr Spanien sprechen auch Puyols Locken und Xaviniesta. Gegen Spanien sprechen Puyols Locken und die Hotels in Lloret de Mar. Wie sieht es bei Ihnen aus? F\u00fcr wen sind Sie?<\/p>\n<p><strong>19.53 Uhr: <\/strong>In Spanien hofft man durch einen etwaigen WM-Titel sogar auf einen konjunkturellen Aufschwung. <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/sport\/2010-07\/wm-spanien-wirtschaft\" target=\"_blank\">Hier lesen.<\/a><\/p>\n<p><strong>19.41 Uhr: <\/strong>Ach so. Diskutieren Sie mit. W\u00e4re sch\u00f6n.<\/p>\n<p><strong>19.25 Uhr:<\/strong> Wer ist eigentlich Paul? Neben Tintenfischen mit Seher-Qualit\u00e4ten kann man sich auch am Statistik-Orakel erfreuen. Beispiel gef\u00e4llig? Seit 1994 gewinnt das Land den WM-Titel, das sich im Halbfinale gegen den sp\u00e4teren Drittplatzierten durchsetzen konnte. Ein Pluspunkt f\u00fcr den Deutschland-Bezwinger Spanien. Aber: Noch nie in der WM-Geschichte gar, hat eine Mannschaft den Titel geholt, die ihr erstes Spiel verloren hat. Spanien unterlag zum Auftakt der Schweiz mit 0:1. Ein Pluspunkt f\u00fcr die Dauer-Sieger aus den Niederlanden.<\/p>\n<p><strong>19.14 Uhr: <\/strong>Einer der sch\u00f6nsten WM-Momente ohne Ball. Ach was, der sch\u00f6nste WM-Moment \u00fcberhaupt. Nelson Mandela wird ins Stadion gefahren. Er l\u00e4chelt, winkt. Was f\u00fcr ein toller Mann.<\/p>\n<p><em>Vorbemerkungen: <\/em><\/p>\n<p>Da ist es also, das WM-Finale, das legend\u00e4rste Spiel der Welt. Das Finale ist eine Art Endstation der Fu\u00dfball-Sehns\u00fcchte. Gr\u00f6\u00dfer, wichtiger, dramatischer geht es nicht. Alle kleinen Jungen (und kleinen M\u00e4dchen) stellen sich vor, ihre Bolzplatztore auch in einem WM-Finale zu schie\u00dfen. Heute k\u00f6nnen es maximal 28 auch tats\u00e4chlich schaffen. Sie kommen aus Spanien und aus den Niederlanden. Und sind sich \u00e4hnlicher, als man auf den ersten Bick vermutet.<\/p>\n<p>Vor dem Finale liest man immer wieder \u00fcber Johan Cruyff, diesen genialen, aber WM-Titel-losen ehemaligen niederl\u00e4ndischen Fu\u00dfballer, der eigentlich schon l\u00e4ngst ein Spanier ist. Er brachte die beiden Fu\u00dfball-L\u00e4nder zusammen, dieses WM-Finale ist auch ein bisschen sein Verdienst. Cruyff packte das offensiv-bewegliche Spiel von Ajax Amsterdam 1988 in seine Sporttasche, fuhr nach Barcelona und kippte sie dort in der N\u00e4he des Estadio Nou Camp wieder aus. Nach seiner Philosophie wurden die Xavis, Iniestas und auch die Puyols in der legend\u00e4ren Barca-Nachwuchsakademie &#8222;La Masia&#8220; ausgebildet, benannt nach einem katalanischen Bauernhaus, in dem die jungen Talente noch heute essen und schlafen. Und so wurden die Spanier fortan zu den besseren Niederl\u00e4ndern. <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/sport\/2010-07\/wm-spanien-deutschland\" target=\"_self\">Sie passen den Ball und passen und passen<\/a>, vergessen aber manchmal Tore zu schie\u00dfen. Johan Cruyff findet das immer noch toll: &#8222;Ich bin zwar Niederl\u00e4nder, aber ich unterst\u00fctze den Fu\u00dfball, den Spanien spielt&#8220;, wird er vor dem Finale zitiert.<\/p>\n<p>Was auch daran liegen k\u00f6nnte, dass die Niederl\u00e4nde sich mit ihrem Spiel von der Cruyff\u00b4schen Vorlage gel\u00f6st haben. Nachdem sie zwar regelm\u00e4\u00dfig toll gespielt haben, aber ebenso zuverl\u00e4ssig ohne Erfolg die WM-Turniere verlassen mussten, wagte sich der neue Trainer <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/sport\/2010-07\/van-marwijk-niederlande-halbfinale\" target=\"_blank\">Bert van Marwijk<\/a> mit der Tradition zu brechen. Seine Mannschaft hat seit 25 Spielen nicht verloren. Sie spielt abwartender, zur\u00fcckhaltender \u2013 ein Stil wie gemacht f\u00fcr die beiden zentralen Mittelfeldspieler Nigel de Jong und Mark van Bommel. Gleichzeitig sind die mit der Offensivreihe Robben-Sneijder-Kuyjt-van Persie wesentlich durchschlagskr\u00e4ftiger als die <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/sport\/2010-07\/wm-spanien-puyol-2\" target=\"_blank\">ewig zirkelnden Spanier<\/a>. Das aber h\u00e4tte man auch von der deutschen Mannschaft behaupten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Jogis Jungs w\u00e4hlten, wohl \u00e4hnlich wie die Niederl\u00e4nder heute, eine eher abwartende Taktik, um dann bei Ballgewinn rasch nach vorne zu spielen. Vom Grundsatz her keine schlechte Idee, doch die Spanier haben durch bemerkenswert aggressives Pressing etwaige Konter schon im Ansatz aufgehalten. Es wird also darauf ankommen, wie schnell die Niederl\u00e4nder es schaffen, gewonnene B\u00e4lle an Sneijder, Kujt und vor allem Robben zu verteilen.<\/p>\n<p>Johan Cruyff \u00fcbrigens fliegt im Gegensatz zu <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/28\/01-Bundesregierung\" target=\"_blank\">ihr<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/sport\/2010-07\/wm-loew-bundesverdienstkreuz\" target=\"_blank\">ihm<\/a> nicht extra f\u00fcr ein Spiel nach S\u00fcdafrika. &#8222;F\u00fcr ein Spiel bin ich drei Tage unterwegs. Das ist mir zuviel Aufwand&#8220;, sagte der 63-j\u00e4hrige Niederl\u00e4nder auf einer von ihm organisierten Pressekonferenz. In einem Golfklub in Barcelona, Spanien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fazit: Es ist nicht immer so, dass am Ende auch die beste Mannschaft gewinnt. In diesem Fall aber schon: Spanien ist ein w\u00fcrdiger Weltmeister. Nach dem EM-Titel vor zwei Jahren folgte nun der gr\u00f6\u00dfte Erfolg, den der Fu\u00dfballsport zu beiten hat. 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