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Störungsmelder on tour mit Tibor Sturm

 

„Störungsmelder on tour“ besucht mit Tibor Sturm bundesweit Schulen, zur Präventionsarbeit, so zum Beispiel die Berufsschule Walter- Eucken Schule in Karlsruhe. Die SchülerInnen planen bei dem Projekt SOR- SMC (Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage) teilzunehmen.

Von Madeleine Michael (FSJ-lerin) bei Gesicht Zeigen! e.V.

Thematisiert wurde bei diesem Störungsmelder-Termin das Thema „Rassismus erkennen- Gegenstrategien entwickeln“, was unteranderem ein Wunschthema der SchülerInnen war. Migration und Integration, Merkmale des Rechtsextremismus gleichzeitig auch mögliche Argumentations- und Handlungsstrategien gegen Rechts sind zur Sprache gekommen.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde erzählte Tibor Sturm über seine Erlebnisse mit Rechtsextremisten. Um sich besser kennen zu lernen und die Stimmung zu lockern, berichteten die angehenden Kauffrauen und Kaufmänner kurz und direkt über eine persönliche Erfahrung zum Thema Rechtsextremismus.

Relativ schnell zeigte sich, mit wie viel Fremdenfeindlichkeit Jugendliche heutzutage konfrontiert werden. Implizit rechte Parolen auf Gebäuden und Fassaden oder rechtsextremistische Übergriffe sind weniger erlebt worden.
Um den Einstieg in das Thema rechte Ideologie zu erleichtern, wurden Schlagwörter z.B. Rassismus, Antisemitismus und Homophobie auf vorgegebenen Zettel ausgeteilt, um diese in Kleingruppen zu bearbeiten. Gemeinsam wurden die dazu passenden Beispiele zugeordnet um dann darüber zu diskutieren, welche unterschwelligen Botschaften dahinter stecken. Die SchülerInnen evaluierten die Ergebnisse, sodass sie eine kurze Zusammenfassung von einem rechten Weltbild vor Augen hatten.

Wir waren uns einig, dass es Klischee-Vorstellungen gibt, wie ein Nazi aussieht, dennoch ist es kaum vorstellbar einen Neonazis von einem Klamottenstil abhängig zu machen.

Womit wir uns die Frage stellten, wie Neonazis und die NPD heutzutage versuchen die Jugendliche an sich zu reißen. Dazu sind wir auf den rassistischen Rapper King Bock (heute nur noch Bock genannt) gekommen, der zwar nicht wie ein stereotypischer Nazi aussieht, dennoch sein menschenverachtendes Gedankengut an die Jugend verbreitet. Dazu bekamen die SchülerInnen in Form eines Jingels, den Track des Rappers zu hören. Auch kam die Schulhof- CD der NPD zum Gespräch, worauf wir direkte Handlungsoptionen mit den SchülerInnen besprochen haben, um sich aktiv gegen Nazis engagieren zu können.

Zu guter letzt wurden offene Fragen und Missverständnisse zum dem großen Themenblock Rechtsextremismus vom Störungsmelder-Team und Tibor Sturm geklärt. Zweifelsohne konnten die Jugendlichen von diesem Fachtag viel mitnehmen. Dennoch muss betont werden, dass vier Schulstunden nicht ausreichen, um das Thema, welches sehr weitflächig und auch vielschichtig ist, zu besprechen. Es konnten bedauerlicherweise nur Bruchteile der Nazi – Szene angeschnitten und nur gering vertieft werden. Rechtsextremismus wird uns ein Leben lang begleiten, sexistische, antisemitische sowie rassistische Aussagen und Parolen sind in unsere Gesellschaft eingeflossen und leider auch zum unbewussten Alltag geworden.

Deswegen ist es sehr schade, dass der „Störungsmelder on tour“ gegen Ende des Jahres ausläuft und bisher nicht weiter finanziert ist. Ein neuer Antrag ist aber in Arbeit.  Denn es ist uns nach wie vor wichtig, Projekte in dieser Art weiterhin zu unterstützen, um den Menschen in unserer Umgebung ein Bewusstsein zum Thema Rechtsextremismus verschaffen zu können und sie ermutigen, sich aktiv gegen Nazis zu engagieren.