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No-Nazi.net gegen Rechtsextremismus im Netz

 

Ein neues Onlineprojekt gegen Rechtsextremismus startet die Amadeu Antonio Stiftung aus Berlin. Mit dabei sind große soziale Netzwerke wie Facebook, Jappy, Wer-kennt-wen und die VZ-Gruppe. Mit einer Mischung aus Humor und Sachinformationen sollen Jugendliche stark gemacht werden, sich gegen rechten Hass im Netz zu wehren.

No-nazi.net wendet sich speziell an jugendliche User von 13 bis 18 Jahren. In dieser Zielgruppe sind 63 Prozent täglich im Internet – und davon 70 Prozent täglich auf sozialen Netzwerken. „Wir wollen die Jugendlichen also dort ansprechen, wo sie ihre Freunde treffen, ihre Freizeit verbringen und sich entsprechend auch positionieren und engagieren wollen“, sagt Redakteurin Simone Rafael. Deshalb gibt es jetzt no-nazi.net-Gruppen in den Netzwerken SchülerVZ, wer kennt wen, Jappy und Facebook, in denen mit interessierten Jugendlichen gemeinsam diskutiert wird. Die Seite ist das erste Projekt, das diesen methodisch neuen Ansatz versucht: Über die Sozialen Netzwerke mit Jugendlichen für eine demokratische Kultur zu arbeiten.

Neu ist, dass sich auch Facebook-Deutschland für das Projekt engagiert. Bisher hat sich das Unternehmen bei der Problematik auffallend zurückgehalten. Das hat sich jetzt geändert. Facebook löscht inzwischen gezielt rechtsextreme Seiten und gibt ein klares Statement ab:  „Facebook ist kein Ort für jene, die rassistische Ansichten verbreiten wollen. Facebook ist eine Plattform, auf der sich Menschen über ein breites Spektrum von politischen Meinungen austauschen, und Diskussionen über die gesellschaftlichen Auswirkungen von Rassismus und Rechtsextremismus sind ein wichtiger Teil davon“, sagt Facebook-Sprecherin Eva-Maria Kirschsieper.

„Das Eintreten für eine demokratische Kultur, Toleranz und Offenheit liegt gerade uns als größtem deutschen sozialen Netzwerk seit jeher besonders am Herzen“, betont Stefanie Waehlert von der VZ-Gruppe.

Das Projekt no-nazi.net bietet Informationen zum Thema Rechtsextremismus und Gegenstrategien in jugend- und internetgerechter Aufmachung: In Videos, Grafiken, Fotostorys, Umfragen und Quiz, humorvoll und anregend. Auch der verantwortungsvolle Umgang mit (eigenen) Daten und Fotos, ein guter demokratischer Umgangs- und vor allem Streitton im Internet, Gewaltfreiheit und Diskurs über demokratische Grundwerte gehören zum thematischen Repertoire. Aktionen, Umfragen und Wettbewerbe sollen die Jugendlichen anregen, sich auf vielfältige Art und Weise mit demokratischer Kultur auseinander zu setzen. Im nächsten Schritt sollen mit Hilfe der Seite interessierte Jugendliche, selbst in ihren Freundes- und Bekanntenkreisen im Internet aktiv werden, um Menschenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Hass mutig entgegen zu treten.

1 Kommentar


  1. […] Der Titel der Ver­an­stal­tung, „Social Net­works for right-wing extre­mists?“,  ist für Anna Groß keine Frage. Sie ist für das Löschen het­ze­ri­scher Sei­ten in sozia­len Medien. Auf Face­book gibt es dafür die „Melden“-Funktion. Es könne aber dau­ern, bis dar­auf rea­giert werde. Der Social-Media-Gigant habe für diese Auf­gabe nicht genü­gend Mit­ar­bei­ter abge­stellt. Dafür koope­riere Face­book Deutsch­land, sagt Anna Groß, bei einem neuen Pro­jekt der Ama­deu Anto­nio Stif­tung, die auch das Netz gegen Nazis betreibt: Die Platt­form no-nazi.net, an dem sie und Simone Rafael mit­wir­ken, soll Jugend­li­che über Wer­be­stra­te­gien der Extre­mis­ten auf­klä­ren und zum Akti­vis­mus gegen men­schen­feind­li­che Ein­stel­lun­gen moti­vie­ren. […]

 

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