Im Superwahljahr bleibt kaum ein Haushalt von Wahlwerbung verschont. Richtig ärgerlich wird es aber, wenn plötzlich Neonazi-Propaganda im Briefkasten liegt. In Sachsen, wo die NPD im Landtag sitzt, werden derzeit von rechtsextremen Wahlhelfern massiv Flugblätte rund Zeitungen verteilt. Der Studentenrat der Technischen Universität Dresden (StuRa) hat sich jetzt etwas schlaues einfallen lassen, um in Zukunft nicht mehr von rassistischer Wahlwerbung belästigt zu werden.
Schon seit Jahren wird es Neonazis schwergemacht, öffentlich dem Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß (Neonazi-Jargon: „Friedensflieger“) gedenkend zu huldigen. Demonstrationen am Grab in Wunsiedel werden schon seit fünf Jahren verboten, auch kleinere, dezentrale Veranstaltungen rund um den 17. August (Hess‘ Todestag im Jahr 1987), erleiden oft dasselbe Schicksal. Jetzt wollen Aktivisten eine ganz moderne und spontane Form öffentlichen Agierens wählen: einen Flashmob. Dies löst in der Szene allerdings nicht nur Begeisterungsstürme aus. Weiter„Nazi-Flashmobs für den Führer-Stellvertreter“
Seit Montag werden an den Schulen in Sachsen 10.000 kostenlose Musik-CDs gegen Rechts verteilt. Initiiert hat die Aktion die bundesweite Kampagne „Kein Bock Auf Nazis“. „Unser Ziel ist es die NPD aus dem Landtag zu kicken“, sagte Pressesprecher Tim Brenner. Kurz vor den Landtagswahlen wolle man ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und die verfassungsfeindliche NPD setzen. Weiter„Mit Musik gegen Neonazis im sächsischen Landtag“
Er galt als einflussreicher Vorzeige-Kader in der Münchner Neonaziszene. Manuel Heine war bei fast jedem Aufmarsch in der Region dabei, ist mit einer Neonazi-Aktivistin verheiratet und genoss ein hohes Ansehen in der Szene. Bundesweit bekannt wurde er im Dezember 2008, als er im Rahmen der Ermittlungen zum Mordversuch an dem Passauer Polizeichef Mannichl für eine Woche in Untersuchungshaft saß. Das rechtsextreme Spektrum bekundete sofort breite Solidarität und nach Heines Freilassung gab es seitenlange Glückwunschbekundungen seiner „Kameraden“. Doch jetzt dürfte es mit der Freundschaft vorbei sein. Anfang der Woche wurde Heine doch noch verurteilt: wegen des Besitzes von Kinderpornos. Weiter„Kinderpornos und Butterfly – Naziheld auf Abwegen“
Die Hochschule für Film- und Fernsehen „Konrad Wolf“ hat gmeinsam mit die Fachhochschule Brandenburg ein spannendes Videoprojekt zum Thema Rechtsextremismus gestartet. Unter dem Label „HINSCHAUN – Spots für Toleranz und gegen Rechtsextremismus“ werden von Studierenden satirische Clips und Kurzfilme produziert, die auf charmante Art die Widersprüchlichkeit rechtsextremer Ideologie zeigen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Weiter„Teutdorf bleibt Deutsch!“
Nach zahlreichen Protesten hat das Online-Versandhaus Amazon.de jetzt die Bücher des NPD-Verlages „Deutsche Stimme“ aus dem Programm genommen. Zudem wurde in die offiziellen Verkaufskriterien der Hinweis aufgenommen, dass „Artikel, die den Nationalsozialismus verherrlichen oder verharmlosen“ nicht verkauft werden dürfen. Damit macht Amazon einen ersten Schritt das Sortiment von derart fragwürdigen Artikeln zu befreien. Trotzdem macht der Konzern wenig Hoffnung auf eine ernsthafte Auseinandersetzung mit rechtsextremer Propaganda. Weiter„Amazon jetzt ohne NPD – aber weiterhin mit antisemitischer Propaganda und Rechtsrock“
Zur Bundestagswahl 2009 werden NPD und andere Nazi-Parteien wieder bundesweit versuchen, ihre rassistische, antisemitische und völkische Propaganda unter die Bevölkerung zu bringen. Nicht nur in Hamburg wird mit einer steigenden Anzahl von „Info“-Tischen zu rechnen sein.
Das Hamburger Bündnis gegen Rechts startet nun zum 1. August eine Kampagne, mit der es vielen Leuten möglich sein wird, aktiv zu werden: Die Aktion „Brauner Sack“.
Gymnasiasten sind die neue geistige Elite Deutschlands, sagen zumindest manche Medien und Politiker. Allerdings ist auch dort Antisemitismus vertreten. Bei uns an der Schule und den angrenzenden Real- und Hauptschulen hat man sich (leider) an Ausrufe wie, „du verdammter Jude“ oder „du roter hund“ gewöhnt. Das Wort „Jude“ gilt für viele Jugendliche als normales Schimpfwort. Weiter„Antisemitismus im Klassenzimmer“
Wenn Bundesliga-Vereine gegen unterklassige Mannschaften spielen, dann meist, um die sog. „Kleinen“ zu unterstützen. Oftmals sind Vereins- oder gar Ortsjubiläen der Anlass für ein solches Spiel, und die Profimannschaften nutzen diese Begegnungen ebenfalls, um sich auf die anstehende Saison vorzubereiten. Das Drumherum hat oft den Charakter eines Volksfestes, bei dem die Fans ihre Vorbilder hautnah erleben können und Autogramme ihrer Idole bekommen. Weiter„FC Energie Cottbus beugt sich dem Druck der NPD“
Überall da, wo sich die Nazis in den Kommunen verankern konnten, die kulturelle Hegemonie erlangt haben und mit Terror No-Go-Areas durchgesetzt haben, spiegelt sich dies auch in Wahlergebnissen wieder: Die NPD konnte in den vergangenen Kommunalparlamenten mehr als 100 neue Mandate erlangen.