{"id":4080,"date":"2010-07-24T10:02:08","date_gmt":"2010-07-24T08:02:08","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/stoerungsmelder\/?p=4080"},"modified":"2010-07-24T12:03:52","modified_gmt":"2010-07-24T10:03:52","slug":"von-der-tauschung-des-gegners-%e2%80%93-autonome-nationalisten-als-form-politischer-mimikry","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/stoerungsmelder\/2010\/07\/24\/von-der-tauschung-des-gegners-%e2%80%93-autonome-nationalisten-als-form-politischer-mimikry_4080","title":{"rendered":"Von der T\u00e4uschung des Gegners \u2013 Autonome Nationalisten als Form politischer Mimikry"},"content":{"rendered":"<p>Am 1. Mai 2008 wurden mit einer NPD-Demonstration in Hamburg die so genannten \u201eAutonomen Nationalisten\u201c erstmals breit in der \u00d6ffentlichkeit zur Kenntnis genommen. Gezielte Gewaltakte aus einer Nazidemo heraus gegen Passanten, Journalisten und Polizisten \u2013 ausgef\u00fchrt von schwarz gekleideten Vermummten \u2013 f\u00fchrten zun\u00e4chst auf Seiten der Presse zu erheblicher Verwirrung und zahlreichen Falschmeldungen. Aufgrund des \u00e4u\u00dferen Erscheinungsbildes glaubten viele Berichterstatter, dass die Gewaltt\u00e4ter der linken Szene zuzuordnen w\u00e4ren. Tats\u00e4chlich handelte es sich jedoch um eine neue Erscheinungsform des Rechtsextremismus, die ihrerseits auf eine l\u00e4ngere Geschichte zur\u00fcck blicken kann.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Vom Freien zum Autonomen Nationalismus<\/strong><\/p>\n<p>In der wissenschaftlichen Literatur wird mitunter die Frage aufgeworfen, ob nicht zwischen dem politischen Anspruch der rechtsextremen Szene und dem Ph\u00e4nomen \u201eAutonome Nationalisten\u201c ein Widerspruch bestehe. \u201eAuf den ersten Blick\u201c erschienen autonome Nationalisten innerhalb des gegenw\u00e4rtigen Rechtsextremismus n\u00e4mlich \u201efremd und systemwidrig\u201c<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a>. Tats\u00e4chlich spricht aber sehr viel f\u00fcr die umgekehrte These, n\u00e4mlich dass der Autonome Nationalismus die logische Fortsetzung einer Entwicklung ist, die bereits in den 1990er Jahren begonnen hat.<\/p>\n<p>Zu Beginn der 1990er Jahre kam es im Zuge der Wiedervereinigung zu einer erheblichen St\u00e4rkung des rechtsextremen Lagers, die sich insbesondere in gewaltt\u00e4tigen \u00dcbergriffen geltend machte. Der Staat reagierte hierauf vorwiegend mit repressiven Ma\u00dfnahmen, insbesondere Verboten rechtsextremer Organisationen. Die rechtsextreme Szene \u00e4nderte daraufhin ihre Strategie: \u201eDie Entwicklung war nach den vielen Organisationsverboten fast zwangsl\u00e4ufig. Das Konzept, immer wieder neue Parteien und Gruppierungen zu gr\u00fcnden, ging nicht mehr auf. \u00dcber zehn Jahre konnten wir auf diese Weise unseren Kampf in \u00fcberregionalen, hierarchisch gegliederten Organisationen f\u00fchren [&#8230;] Nun aber m\u00fcssen wir begreifen, da\u00df wir in eine neue \u00c4ra der Organisation des Kampfes um Deutschland getreten sind.\u201c<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> Auch im Zuge der Entwicklung moderner Kommunikationsmedien ging man daher zu einer Strategie der autonomen Einheiten \u00fcber. Die Grundidee war dabei, dass Organisationsstrukturen wie die von Parteien f\u00fcr die staatlichen Beh\u00f6rden viel leichter \u00fcberwachbar und bek\u00e4mpfbar sind als kleine, variable, \u00fcber moderne Kommunikationsmittel miteinander vernetzte, regional- und wohnortorientierte Operationszellen. Zu Recht wurden die so genannten \u201efreien oder autonomen Kameradschaften\u201c daher als \u201eKernst\u00fcck der Modernisierung\u201c<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> des Rechtsextremismus bezeichnet.<\/p>\n<p>Die rechtsextreme Szene genierte sich bereits damals in keiner Weise vor dem Eingest\u00e4ndnis, bei ihrer Strategie des \u201efreien Nationalismus\u201c von der (autonomen) Linken gelernt zu haben. So wurde ohne Umschweife klar darauf verwiesen, dass es eine deutliche \u201eParallele zur autonomen Szene\u201c<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> gebe und man von den \u201eAnarchos\u201c eine Menge gelernt habe.<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> Wovon sich dieser Kreis der extremen Rechten bei der \u00dcbernahme der Strategien der autonomen Linken seinerzeit allerdings <em>offiziell<\/em> distanzierte, war die Anwendung von Gewalt: \u201eSo wird es mit Sicherheit keine Randaledemos oder sinnlose Zerst\u00f6rungen am Rande nationaler Demonstrationen geben.\u201c<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> Dies Bekenntnis bedeutete allerdings keinen generellen, sondern einen <em>strategischen Gewaltverzicht<\/em> im \u00f6ffentlichen Raum: Es ging darum, Demonstrationen und politischen Kundgebungen gezielt das Saubermannimage zu verpassen. Es wurden geradezu gewaltsame Angriffe von der Linken einkalkuliert, um sie anschlie\u00dfend in der Presse f\u00fcr sich verwerten zu k\u00f6nnen. Daher stellt es auch keinen Widerspruch dar, dass sich die \u00e4u\u00dferste Form der Kopie der autonomen Linken schlie\u00dflich in der Gr\u00fcndung so genannter Anti-Antifa-Gruppen zeigte, die in verdeckter Form gezielt Gewalt gegen politische Gegner aus\u00fcben sollten, um diese in ihrer Aktionsf\u00e4higkeit deutlich zu schw\u00e4chen.<\/p>\n<p>Der Vorteil der neuen Organisationsform, die sowohl die staatliche \u00dcberwachung erschwerte als auch die prinzipielle Mobilisierungsf\u00e4higkeit der Szene deutlich erh\u00f6hte, paarte sich zu Beginn und Mitte der 1990er Jahre allerdings mit einem entscheidenden Nachteil, der sich f\u00fcr die NPD auf dem H\u00f6hepunkt ihres Abstiegs als g\u00fcnstig erweisen sollte: \u201eSeit Anfang der 90-er Jahre wurde es f\u00fcr die vormaligen Angeh\u00f6rigen inzwischen verbotener Splittergruppen oder f\u00fcr freie Nationalisten immer schwieriger, Demonstrationen durchzuf\u00fchren; Mitte der 90-er war es so gut wie unm\u00f6glich geworden. Ein paar Jahre lang gab es Demonstrationsfreiheit nur f\u00fcr die Inhaber des Parteienprivilegs aus Artikel 21 Grundgesetz.\u201c<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> Die NPD nutzte nun die Gunst der Stunde und \u00f6ffnete sich seit 1996 der subkulturellen und freien rechtsextremen Szene. Sie bot sich als rechtliche Plattform zur Organisation von gemeinsamen Demonstrationen und anderen Veranstaltungen an und konnte so innerhalb der rechtsextremen, eigentlich parteiskeptischen Jugendszene ihren Ruf deutlich verbessern. Die entscheidende organisatorische Rolle spielte dabei die NPD-Jugendorganisation \u201eJunge Nationaldemokraten\u201c (JN), deren Einfluss in ihrer Mutterpartei erheblich war.\u00a0 Die NPD-F\u00fchrungsspitze belie\u00df es in diesem Zusammenhang dabei nicht bei einer losen Kooperation mit Freien Kr\u00e4ften, sondern versuchte auf diese gezielt zivilisierend Einfluss zu nehmen. Bei den Freien l\u00f6ste dies wiederum den Vorwurf aus, eine \u201eVereinnahmungsstrategie\u201c<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> zu verfolgen. Ihren H\u00f6hepunkt erreichte diese Entwicklung im Mai 2000, als die NPD-F\u00fchrung aus Angst vor dem Verbot umgehend ein parteiinternes Demonstrationsverbot erlie\u00df. Dies wurde in der freien Szene als endg\u00fcltiger Beleg daf\u00fcr angesehen, dass die NPD feige und als politische Partei den Systemzw\u00e4ngen unterworfen sei.<\/p>\n<p>Es verwundert daher nicht, dass seit eben dieser Zeit in der rechtsextremen Szene dar\u00fcber diskutiert wird, den <em>Freien<\/em> Nationalismus zu einem <em>Autonomen<\/em> Nationalismus weiter zu entwickeln. Erstmals soll die Bezeichnung ausdr\u00fccklich im Jahr 2002 verwendet worden sein, nur zwei Jahre sp\u00e4ter folgte die Bildung eines ersten Schwarzen Blockes auf einer 1. Mai-Demonstration in Berlin.<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> Anfang 2005 \u00e4u\u00dferte sich dann einer der geistigen V\u00e4ter des Freien Nationalismus, Christian Worch, prominent mit einer ausf\u00fchrlichen Analyse der neuesten Erscheinung des Rechtsextremismus. Er sah die Autonomen Nationalisten durch zwei Entwicklungen veranlasst, einerseits durch das mangelnde Revolutionspathos auf Seiten der NPD und andererseits durch eine immer st\u00e4rker um sich greifende Anwendung von Blockadestrategien auf Seiten linker Gegendemonstranten: \u201eM\u00f6glicherweise aus Angst um das Ansehen in der \u00d6ffentlichkeit (bei NPD-Funktion\u00e4ren) oder m\u00f6glicherweise aus typisch deutscher Obrigkeitsh\u00f6rigkeit (bei parteifreien Versammlungsleitern) und vor allem wegen der juristischen wie der operativen \u00dcbermacht der hochger\u00fcsteten Polizei kann sich ein Versammlungsleitung gegen solche Blockaden nur sehr, sehr schwer wehren. Meist setzt sich mindestens vor Ort die Polizei durch. Man kann dagegen klagen \u2013 was in einzelnen F\u00e4llen auch erfolgreich gemacht worden ist &#8211; , aber bis nach ein paar Jahren die Gerichte entschieden haben, ist \u201edas Kind in den Brunnen gefallen\u201c. Diese Situation wollten sich einige vor allem wohl auch j\u00fcngere Kameraden (und Kameradinnen) nicht l\u00e4nger bieten lassen.\u201c<a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> Die Entstehung der Autonomen Nationalisten steht daher nicht im Widerspruch zu Erscheinungsformen des modernen Rechtsextremismus, sondern stellt vielmehr eine entwicklungslogische und nahezu zwangsl\u00e4ufige Konsequenz dar.<\/p>\n<p><strong>Autonomer Nationalismus als blo\u00dfe Mimikry?<\/strong><\/p>\n<p>Die Mimikry-Debatte in der Politikwissenschaft ist bekannterma\u00dfen auf zentrale Weise mit einem Aufsatz des neu-rechten Vordenkers Karlheinz Wei\u00dfmann verbunden. Vor mehr als zwanzig Jahren hat Wei\u00dfmann in dem Theorieorgan \u201eCritic\u00f3n\u201c eine \u201eBestandsaufnahme\u201c des Zustandes der Konservativen vorgelegt, die auf einen am 5. Juli 1986 vor Studenten gehaltenen Vortrag zur\u00fcckgeht. Er schlie\u00dft seinen Aufsatz mit einem Satz, der bis heute zu den am meisten zitierten aus dem neu-rechten Spektrum z\u00e4hlt: \u201eDie F\u00e4higkeit, in die Offensive zu gehen, muss entwickelt werden und dazu die F\u00e4higkeit, die Situation zu beurteilen: ob hier der offene Angriff oder die politische Mimikry gefordert ist.\u201c<a href=\"#_ftn11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Sp\u00e4testens mit diesen Zeilen gilt es als ausgemacht, dass vor allem die Neue Rechte als eine Gruppierung verstanden werden muss, die sich der \u00d6ffentlichkeit und dem politischen Gegner durch gezielte Tarnung und T\u00e4uschung entzieht. Tats\u00e4chlich ist Mimikry allerdings ein unter Menschen sehr weit verbreitetes Verhalten, so weit verbreitet, dass es vielmehr f\u00fcr alle rechten Str\u00f6mungen und dar\u00fcber hinaus eine erhebliche Relevanz besitzt. Ein Paradebeispiel f\u00fcr diese These sind dabei die Autonomen Nationalisten, die diese bereits durch ihren Namen und ihr gesamtes Erscheinungsbild zu erh\u00e4rten scheinen. Wenn daher im Ank\u00fcndigungstext eines bald erscheinenden Buches \u00fcber die Autonomen Nationalisten die Frage gestellt wird \u201eKann von einem Modernisierungsmoment der extremen Rechten gesprochen werden, oder handelt es sich um blo\u00dfe Mimikry?\u201c<a href=\"#_ftn12\">[12]<\/a>, so offenbart dies ein grundlegendes Missverst\u00e4ndnis \u00fcber den Charakter der Mimikry: Sie ist kein Gegensatz zur Modernisierung des Rechtsextremismus, sondern im Falle der Autonomen Nationalisten eben gerade ihr authentischer Kern.<\/p>\n<p>Das Mimikry-Konzept geht urspr\u00fcnglich auf Diskussionen in der biologischen Wissenschaft zur\u00fcck und bedeutet, dass sich bestimmte Lebewesen durch \u201emimetische Anpassung\u201c<a href=\"#_ftn13\">[13]<\/a>, also durch nachahmende Angleichung, Vorteile im Kampf ums Dasein verschaffen. Bereits im 19. Jahrhundert waren in einem Sondergebiet der Biologie, in der f\u00fcr die Insekten zust\u00e4ndigen Entomologie, manche \u00c4hnlichkeiten zwischen verschiedenen Arten auf Nachahmungsvorg\u00e4nge zur\u00fcckgef\u00fchrt worden. Erstmals erw\u00e4hnt wurde \u201emimicry\u201c bei den Biologen William Kirby und William Spence.<a href=\"#_ftn14\">[14]<\/a> Im Jahre 1861 brachte es der Naturforscher Henry Walter Bates schlie\u00dflich zu einer Theorie der Mimikry, bei der eine klare Unterscheidung zwischen Nachahmern (imitators) und nachgeahmten Modellen (imitated objects) vornahm.<a href=\"#_ftn15\">[15]<\/a> Bates, der die Mimikry insbesondere an Schmetterlingen beobachtet hatte, stellte dabei die These auf, dass die Nachahmung des einen Insekts durch das \u201eotherwise defenceless insect\u201c<a href=\"#_ftn16\">[16]<\/a> lediglich zu Schutzzwecken erfolge. Als die \u201ebekannteste der Arbeiten \u00fcber Mimikry\u201c<a href=\"#_ftn17\">[17]<\/a> w\u00e4hrend des 19. Jahrhunderts galt schlie\u00dflich der Aufsatz \u201eMimicry and other Protective Resemblances among Animals\u201c<a href=\"#_ftn18\">[18]<\/a> von Alfred Russel Wallace. Bereits der Titel der Arbeit machte ebenfalls wie die Arbeiten Bates\u2019 darauf aufmerksam, dass er unter \u201emimicry\u201c ausschlie\u00dflich Nachahmungen protektiven Charakters fasste, die au\u00dferdem im Kampf ums Dasein als nicht-intentional aufzufassen seien. F\u00fcr den hier interessierenden Zusammenhang ist au\u00dferdem von Interesse, dass Wallace zu den die \u201emimicry\u201c charakterisierenden Merkmalen auch die Tatsache z\u00e4hlte, dass die \u00c4hnlichkeit zwischen Imitator und Modell rein \u00e4u\u00dferlich sichtbar bleibe, \u201enever extending to internal characters\u201c.<a href=\"#_ftn19\">[19]<\/a><\/p>\n<p>Allerdings war es nur eine Frage der Zeit, bis diese Erscheinungen auch auf den Menschen \u00fcbertragen wurden. Ein Beispiel hierf\u00fcr ist der auch im popul\u00e4rwissenschaftlichen Bereich sehr einflussreiche Darwinist Ernst Haeckel. Dieser ver\u00f6ffentlichte im Jahre 1904 seine Schrift \u201eLebenswunder\u201c und weitete nicht nur das Prinzip der Selektion, sondern auch das der Mimikry auf den Menschen aus. Dabei teilte er die von Jacobi f\u00fcr die Tierwelt herausgearbeiteten Merkmale der unbewussten nachahmenden Angleichung an ein anderes Lebewesen ausschlie\u00dflich zum Zwecke des Schutzes: \u201eAber in \u00e4hnlicher Weise, teils durch unbewusste, teils durch bewusste Nachahmung, entstehen auch zahlreiche Sitten und Lebensformen des Menschen.\u201c Haeckel kam in diesem Zusammenhang auf die Kleidermode der Menschen zu sprechen und betonte, dass das Wort \u201eModeaffe\u201c keinesfalls ein Schimpfwort sei, sondern den Sinn von \u201eMimikry\u201c ganz richtig zum Ausdruck bringe. Er l\u00f6ste das Mimikry-Konzept damit jedoch aus der reinen Naturbetrachtung und weitete es auf kulturelle Erscheinungsformen des Menschen aus.<a href=\"#_ftn20\">[20]<\/a><\/p>\n<p>Eine systematische, allein auf die Tierwelt beschr\u00e4nkte zusammenfassende Betrachtung der Theorie der Mimikry erschien in Deutschland schlie\u00dflich im Jahre 1913. Arnold Jacobi, Direktor des k\u00f6niglichen Zoologischen Museums in Dresden, empfand die \u201eF\u00fclle namentlich des in englischer Sprache erschienenen und schwer zu bew\u00e4ltigenden Materials\u201c<a href=\"#_ftn21\">[21]<\/a> als so erdr\u00fcckend, dass er sich daran machte, den damaligen Debattenstand aufzuarbeiten. Orientiert man sich an seiner Darstellung, ist biologische Mimikry im Fachdiskurs zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch folgende Merkmale gekennzeichnet:<\/p>\n<ol>\n<li>Mimikry ist ein Vorgang der T\u00e4uschung aufgrund der      \u201eNachahmung\u201c des <em>\u00e4u\u00dferen Erscheinungsbildes <\/em>eines Lebewesens; die <em>innere<\/em> Beschaffenheit des Imitators bleibt davon <em>unber\u00fchrt<\/em>.<\/li>\n<li>Diese Nachahmung nimmt sich ein <em>gemiedenes<\/em> Lebewesen zum Vorbild.<\/li>\n<li>Dies ist die Voraussetzung daf\u00fcr, dass die      mimetische Anpassung <em>protektiven<\/em> und keinen aggressiven Charakter tr\u00e4gt.<\/li>\n<li>Es handelt sich \u2013 gem\u00e4\u00df der Evolutionstheorie      Darwins \u2013 um einen <em>nicht-intentionalen Vorgang<\/em>.<\/li>\n<\/ol>\n<p>In der Mimikry-Forschung der Gegenwart ist der Modell-Nachahmer-Ansatz schlie\u00dflich zu einer Auffassung ausgearbeitet worden, wonach Mimikry als \u201eKommunikationssystem\u201c mit Signalt\u00e4uschung zwischen drei Akteuren aufgefasst wird: einem Empf\u00e4nger, sowie zwei Sendern, die dasselbe Signal senden, obwohl sie nicht identisch sind.<a href=\"#_ftn22\">[22]<\/a> Dabei ist es gem\u00e4\u00df der modernen Mimikry-Auffassung unerheblich, ob der Nachahmungsvorgang im Bereich der Pflanzen oder im Bereich der tierischen Lebewesen auftritt, ob er protektiven oder aggressiven Charakter tr\u00e4gt. Entscheidend ist vielmehr einzig und allein der Vorgang der Signalt\u00e4uschung.<\/p>\n<p>Betrachtet man unter diesen Pr\u00e4missen den Fall der Autonomen Nationalisten, so erweist sich dieser als Mimikry schlechthin &#8211; allerdings nat\u00fcrlich mit den f\u00fcr Betrachtungen im Bereich der Menschen erforderlichen Korrekturen, da hier an die Stelle biologischer kulturelle Transformationen treten:<\/p>\n<ol>\n<li>Die Autonomen Nationalisten von rechts (Sender 2)      ahmen im <em>\u00e4u\u00dferen Erscheinungsbild<\/em> die Autonomen von links (Sender 1) nach. Ihre &#8222;innere&#8220; ideologische      Beschaffenheit bleibt hiervon weitestgehend unber\u00fchrt.<\/li>\n<li>Diese Nachahmung f\u00fchrt zu einem <em>T\u00e4uschungssignal<\/em> sowohl gegen\u00fcber der Mehrheitsgesellschaft und      ihren Repr\u00e4sentanten (z.B. Polizei und Journalisten, siehe 1. Mai 2008)      als auch gegen\u00fcber dem politischen Gegner (z.B. unerkannte Teilnahme      nationalrevolution\u00e4r gepr\u00e4gter Autonomer Nationalisten an linker 1.      Mai-Demo im Jahre 2009 in Berlin), also den Empf\u00e4ngern des Signals.<\/li>\n<li>Die Nachahmung kann daher \u2013 je nach Zweck und      konkreter Situation &#8211; <em>sowohl protektiven als auch aggressiven Charakter<\/em> tragen.<\/li>\n<li>Die T\u00e4uschung erfolgt im Bereich menschlichen      Handelns im Unterschied zur pflanzlichen und tierischen Mimikry <em>intentional<\/em>.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Daf\u00fcr, dass die einzelnen T\u00e4uschungsaspekte von den Autonomen Nationalisten tats\u00e4chlich absichtsvoll kalkuliert werden und keinesfalls zuf\u00e4llig auftreten, lassen sich zahlreiche Belege aus der Szene anf\u00fchren. Zwei m\u00f6gen daher gen\u00fcgen:<\/p>\n<p><em>\u201eDie schwarze Kleidung erm\u00f6glicht es uns, dass wir von Antifas, Bullen und anderen nicht mehr auseinandergehalten und anerkannt werden k\u00f6nnen.\u201c (Aktivist)<a href=\"#_ftn23\">[23]<\/a><\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>\u201eMittels dieses Auftretens besteht die M\u00f6glichkeit sozusagen unerkannt, da dem bekannten Bild des \u201aFaschisten\u2018 entgegen laufend, in die bisher von gegnerischen Lagern beherrschten Gebiete vorzudringen, politisch und kulturell.\u201c (Axel Reitz)<a href=\"#_ftn24\">[24]<\/a><\/em><\/p>\n<p><strong>Autonomer Nationalismus \u2013 Ein Widerspruch?<\/strong><\/p>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, wird in der wissenschaftlichen Literatur im Ph\u00e4nomen der Autonomen Nationalisten mitunter ein eklatanter Selbstwiderspruch gesehen. Van H\u00fcllen bringt dies wie folgt auf den Punkt: \u201eDas g\u00e4ngige Klischee vom Rechtsextremismus &#8211; zumeist deckungsgleich mit seinem Selbstverst\u00e4ndnis &#8211; umfasst Vorstellungen von Disziplin, Ordnung, Sauberkeit, Obrigkeitsorientierung, von der Pflege mutma\u00dflich deutscher Tradition und der deutschen Sprache (&#8230;) Da aber andererseits an der neo-nationalsozialistischen Ausrichtung der AN-Gruppen kein Zweifel besteht, bedeutet dies: Hier passen Anspruch und Praxis, Inhalt und Form, Wesen und Erscheinung der Sache offenkundig nicht zusammen.\u201c<a href=\"#_ftn25\">[25]<\/a><\/p>\n<p>Allerdings basiert diese These, die van H\u00fcllen letztlich selbst durch zahlreiche Differenzierungen widerlegt, auf wackeligen F\u00fc\u00dfen, was an dieser Stelle knapp in Thesenform herausgearbeitet werden soll:<strong> <\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong>Die \u201eAutonomen      Nationalisten\u201c sind \u2013 wie bereits gezeigt &#8211; kein Widerspruch, sondern die      logische Folge des \u201efreien Nationalismus\u201c. <\/strong>Die rechtsextreme Szene folgt somit einer      Entwicklung, die sich in der gesamten Gesellschaft insgesamt ebenfalls      zeigt: An die Stelle gro\u00dfer Organisationen treten zunehmend rhizomartige      Netzwerkstrukturen menschlicher Interaktion.<\/li>\n<li><strong>Diese      Entwicklung auf der Ebene der Organisation ist selbst eingebettet in einen      postmodernen Diversifikationsprozess sozialer und kultureller Milieus.<\/strong> Die Zeiten, in den Rechtsextremisten als uniformierte Horden durch die      Stra\u00dfen der Republik marschiert sind, geh\u00f6ren l\u00e4ngst der Vergangenheit an.      Die Bereitschaft, rechtsextreme Identit\u00e4t vor allem am Denken und nicht am      Lifestyle festzumachen, vielmehr umgekehrt die subkulturellen Milieus von      rechts her zu erobern, geh\u00f6rt l\u00e4ngst zum Einmaleins rechtsextremer      Strategie. Hierzu z\u00e4hlt auch die Tatsache, dass die Vorstellung, die      Rechte m\u00fcsse sich \u00fcber Ordnung und Disziplin, also in Reih und Glied      organisieren und pr\u00e4sentieren, selbst ein historisch \u00fcberholtes,      vormodernes Vorurteil des Beobachters und nicht des Akteurs ist. Die      moderne Rechte huldigt nicht mehr dem Kaiser und ist auch kulturell nicht      mehr dem Wilhelminismus verpflichtet.<\/li>\n<li><strong>D<\/strong><strong>ie      Nachahmung linker Autonomer durch Autonome Nationalisten ist auch      stilistisch kein Widerspruch. <\/strong>Immerhin      in zwei Punkten, und hierauf hat van H\u00fcllen in der ihm eigenen Pr\u00e4gnanz      aufmerksam gemacht, weisen linke und rechte Autonome vielmehr erhebliche      \u00dcbereinstimmungen auf: \u201eForm und      Inhalt ihrer politischen Produktpiraterie klaffen schon deshalb nicht      auseinander, weil ihre \u201alinke\u2018 Variante immer schon essentiell      faschistoide Z\u00fcge in sich bewahrte. Die genuinen Bez\u00fcge zum klassischen      Faschismus finden sich besonders im Gestus des K\u00e4mpfers, der      Militarisierung von politischer Symbolik und Sprache, in der      \u00c4sthetisierung der Gewalt \u2013 nicht mehr als Mittel zum Zweck, sondern als      Selbstzweck.\u201c<a href=\"#_ftn26\">[26]<\/a> Auch wenn diese Zuspitzung etwas \u00fcbertrieben sein d\u00fcrfte, weist sie doch      immerhin auf einen wesentlichen Aspekt der \u00dcbereinstimmung hin, n\u00e4mlich      die \u00c4sthetisierung, mindestens aber Akzeptanz der Gewalt. Dar\u00fcber hinaus      ist die Farbe schwarz traditionell eben nicht nur die Farbe der      Anarchisten, sondern auch die der Faschisten und der      nationalsozialistischen \u201eSchwarzen Front\u201c. Eine \u00dcbernahme des linken      Kleidungsstils durch die Autonomen Nationalisten d\u00fcrfte so zumindest      deutlich erleichtert worden sein.<\/li>\n<li><strong>Die \u00e4u\u00dfersten      politischen R\u00e4nder haben sich schon immer vor allem in einem      gegnerschaftlichen Verh\u00e4ltnis definiert (Stichwort Anti-Faschismus). <\/strong>Dass Linke von Rechten lernen und umgekehrt und      sie bisweilen kopieren, stellt keinesfalls eine \u00fcberraschende Ausnahme,      sondern vielmehr die Regel dar. Umgekehrt: Das 20. Jahrhundert w\u00e4re in      seinem Verlauf ohne diese Links-Rechts-Wechselbeziehung ebenso wenig zu      verstehen wie die gesellschaftliche und politische Gegenwart. Dieser      letzte Punkt soll im Folgenden noch etwas n\u00e4her erl\u00e4utert werden.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Konfrontationsgewalt als Beispiel \u201emimetischer Rivalit\u00e4t\u201c (Ren\u00e9 Girard) <\/strong><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sind die \u00e4u\u00dfersten linken und rechten R\u00e4nder des politischen Spektrums schon immer in tiefer Feindschaft und bisweilen ununterscheidbar aufeinander bezogen gewesen. Man denke in diesem Zusammenhang nur an die verschiedenen Kampfb\u00fcnde von rechts und links in der Weimarer Republik. Dieses gegnerschaftliche aufeinander Bezogensein, das sich bis zur \u201emimetischen Rivalit\u00e4t\u201c (Ren\u00e9 Girard) auswachsen kann, hinterl\u00e4sst jedoch erhebliche Spuren in der Selbstidentit\u00e4t der Akteure dieser Spektren. So ist es keinesfalls lediglich das positive Bild von einer anderen Welt, sondern stets auch die Ablehnung eines konkreten Negativbildes, das die eigene Identit\u00e4t und Weltsicht mitbestimmt. In der wissenschaftlichen Literatur wird dabei mitunter so weit gegangen, mit dem Untergang der DDR eine Identit\u00e4tskrise der Linken und eine Dominanz der negativen Gegenidentit\u00e4t in linken Selbstbildern zu konstatieren.<a href=\"#_ftn27\">[27]<\/a><\/p>\n<p>Am augenf\u00e4lligsten ist dieses Wechselverh\u00e4ltnis beim so genannten Anti-Faschismus, der sich expressis verbis selbst als eine Gegen-Bewegung, als eine Re-Aktion beschreibt und folglich ohne das negative Vorbild des Faschismus gar nicht denkbar w\u00e4re. Und umgekehrt verstand und versteht sich auch der Faschismus als eine Re-Aktion auf das Jahr 1789, also als Angriff auf die b\u00fcrgerliche Aufkl\u00e4rung und den mit ihr entstehenden Sozialismus. Dieses in Gegnerschaft aufeinander Bezogensein hinterl\u00e4sst allerdings nicht nur tiefe Spuren im eigenen Selbstkonzept, sondern erzeugt eine enge Beziehung von Aktion und Re-Aktion zwischen den politischen Milieus. So m\u00fcssen zahlreiche antifaschistische Aktionen als direkte Versuche interpretiert werden, den Aktionsradius des Gegners einzuschr\u00e4nken, und umgekehrt bleiben auch Aktionen der Linken auf Seiten der Rechten meist nicht ohne Re-Aktion. Die Herausbildung einer so genannten \u201eAnti-Antifa\u201c ist hier nur ein Beispiel von vielen.<\/p>\n<p>Dieses dynamische Wechselverh\u00e4ltnis zwischen der \u00e4u\u00dfersten Rechten und der \u00e4u\u00dfersten Linken haben Backes et. al. am Beispiel der so genannten Konfrontationsgewalt in Sachsen und Nordrhein-Westfalen j\u00fcngst auch empirisch nachgewiesen, obwohl die Autoren darauf hinweisen, dass die Ergebnisse \u201evorsichtig zu interpretieren\u201c<a href=\"#_ftn28\">[28]<\/a> seien. Demnach soll die Zeitreihe der linken Konfrontationsgewalt in Sachsen den Verlauf der Zeitreihe zur rechten Konfrontationsgewalt \u201evier Tage sp\u00e4ter prognostizieren\u201c<a href=\"#_ftn29\">[29]<\/a>. Ein Anstieg linker Konfrontationsgewalt infolge eines Anstiegs rechter Konfrontationsgewalt lie\u00df sich hingegen im Unterschied zu Nordrhein-Westfalen in Sachsen nicht nachweisen. Zur Erkl\u00e4rung der viert\u00e4gigen Verz\u00f6gerung der als Reaktion zu verstehenden Konfrontationsgewalt von rechts bieten die Autoren folgende Erkl\u00e4rung an: \u201eDie Demonstrationen, in deren Umfeld vier von f\u00fcnf linken Konfrontationsdelikten begangen werden, sind zu diesem Zeitpunkt l\u00e4ngst abgeschlossen und die Teilnehmer kaum noch direkt angreifbar. Das deutet auf eine versp\u00e4tete Reaktion gegen\u00fcber zuf\u00e4llig angetroffenen und von den T\u00e4tern als \u201alinks\u2019 eingestuften Personen hin.\u201c<a href=\"#_ftn30\">[30]<\/a><\/p>\n<p>Die intensivere Reaktion von rechts auf Gewalt von links d\u00fcrfte dabei auf eine grunds\u00e4tzlich gr\u00f6\u00dfere Gewaltbereitschaft in der rechtsextremen als in der linksextremen Szene hinweisen \u2013 und an dieser Stelle w\u00e4re eben der Gleichsetzung von van H\u00fcllen zu widersprechen. W\u00e4hrend Gewalt bei Rechtsextremen h\u00e4ufig affektiv und expressiv ausge\u00fcbt wird, l\u00e4sst sich im linksextremen Spektrum eine eher strategisch und instrumentell ausgerichtete Gewaltdebatte nachweisen.<a href=\"#_ftn31\">[31]<\/a> Diese Unterschiede f\u00fchren schlie\u00dflich zu einer entscheidenden Differenz: \u201eLinke Gewalt greift in <em>deutlich geringerem Ma\u00dfe auf lebensbedrohliche Tatbegehung<\/em> zur\u00fcck als rechte Gewalt.\u201c<a href=\"#_ftn32\">[32]<\/a><\/p>\n<p>Verbindet man nun diese empirischen Befunde \u00fcber Konfrontationsgewalt mit der Frage, welche Zukunft den Autonomen Nationalisten beschieden sein d\u00fcrfte, k\u00f6nnten die Ergebnisse unangenehm ausfallen. Lange Zeit wurden die Autonomen Nationalisten als skurrile Randerscheinung des gegenw\u00e4rtigen Rechtsextremismus massiv untersch\u00e4tzt. Hierzu trug auch die Tatsache bei, dass sich der NPD-Bundesvorstand von den Autonomen Nationalisten im Jahre 2007 deutlich distanzierte. Doch diese Zeiten sind l\u00e4ngst vorbei. Inzwischen geh\u00f6ren die Mimikry-Betreiber von rechts zu gern gesehenen, mindestens aber akzeptierten Bestandteilen von NPD-Demonstrationen \u2013 j\u00fcngst auch am 1. Mai 2010 in Rostock.<a href=\"#_ftn33\">[33]<\/a> An dieser Entwicklung d\u00fcrfte auch die Tatsache ihren Anteil haben, dass sich unter Deutschlands Anti-Rechts-Aktivisten eine regelrechte Blockade-Euphorie breit gemacht und zu zahlreichen Blockaden gef\u00fchrt hat. Sp\u00e4testens mit der gelungenen Blockade vom 13. Februar 2010 in Dresden l\u00e4sst sich jedoch umgekehrt in der rechtsextremen Szene ein deutlicher Anstieg von Gewaltdiskursen nachweisen. Allein in der April-Ausgabe der NPD-Parteizeitung \u201eDeutsche Stimme\u201c besch\u00e4ftigten sich drei Artikel mit der Frage nach anonymen gewaltt\u00e4tigen Racheaktionen auf Blockaden von links.<a href=\"#_ftn34\">[34]<\/a> Und diese Re-Aktion kann auch nicht wirklich \u00fcberraschen. Frage an Radio Eriwan: Was l\u00f6st die Tatsache in 5.000 tendenziell gewaltbereiten Rechten aus, dass diese an der Aus\u00fcbung ihrer Grundrechte gehindert werden? Ein Anstieg der Wahrscheinlichkeit, dass latente Gewaltbereitschaft manifest wird, liegt auf der Hand. Und dies k\u00f6nnte immerhin erkl\u00e4ren, warum ganz Deutschland seit Wochen und Monaten mit Anschlagswellen auf B\u00fcros und Einrichtungen demokratischer Parteien konfrontiert ist. Reibung erzeugt eben Hitze. Vor diesem Hintergrund w\u00e4re die Erwartung plausibel, dass wir kurz vor der Etablierung einer funktionalen Arbeitsteilung zwischen NPD und Autonomen Nationalisten stehen k\u00f6nnten: Letztere w\u00e4ren dann stillschweigend f\u00fcr die militante Drecksarbeit zust\u00e4ndig, mit der die NPD \u00f6ffentlich nicht in Verbindung gebracht werden will. Die Bedeutung der Autonomen Nationalisten w\u00fcrde in einem solchen Szenario eher weiter zu- als abnehmen. Und sollte es zu verst\u00e4rkten, aber anonym durchgef\u00fchrten und zuf\u00e4llig zustande gekommenen \u00dcbergriffen auf Anh\u00e4nger der linken Szene kommen, w\u00e4re nach den empirischen Ergebnissen der Wechselbeziehung zwischen links und rechts im Rahmen der Konfrontationsgewalt mit einer Eskalationsspirale zu rechnen \u2013 auf welchem Niveau auch immer.<\/p>\n<p>Gewiss: Diese Thesen sind gewagt, aber nicht unwahrscheinlich. Und vor allem werfen sie kritische Fragen im Hinblick auf das Agieren der linken Szene sowie der b\u00fcrgerlichen Mitte auf. Denn diese k\u00f6nnten sich, sofern sich die hier behaupteten Zusammenh\u00e4nge weiter erh\u00e4rten lie\u00dfen, unabh\u00e4ngig von etwaigen Rechtsstreitigkeiten \u00fcber die Legalit\u00e4t von Blockaden <em>politisch<\/em> als <em>ungewollte<\/em> Katalysatoren der Autonomen Nationalisten erweisen. Wer die M\u00f6glichkeit dieser Zusammenh\u00e4nge und Wechselwirkungen zwischen rechts und links schlicht leugnet, weil er diese Zusammenh\u00e4nge einfach nicht wahrhaben <em>will<\/em>, handelt politisch naiv. Und wer dies tut, stellt sich vor allem selbst ein politisches Armutszeugnis aus, weil hiermit zugleich das Eingest\u00e4ndnis verbunden w\u00e4re, dass die eigenen politischen Aktionen mit Blick auf das gegnerische Lager ohne jede wirkliche Wirkung blieben.<\/p>\n<p>Freilich w\u00e4re, wie auf Seiten der T\u00e4ter zwischen einer latenten Gewaltbereitschaft und einer manifesten Gewalt unterschieden werden muss, in dieser Angelegenheit zwischen Ursache und Anlass zu differenzieren. Urs\u00e4chlich verantwortlich f\u00fcr die Gewalt von rechts sind und bleiben rechte Gewaltt\u00e4ter. Aber da es nun einmal eine von beiden Lagern <em>gewollte<\/em> Wechselbeziehung zwischen links und rechts gibt, kann der jeweilige politische Gegner (durchaus willkommene) Anl\u00e4sse liefern, die latente Gewaltbereitschaft in manifeste Gewalt zu \u00fcberf\u00fchren. Moralisch problematisch in diesem Zusammenhang bleibt dabei nur, dass diejenigen, die Anl\u00e4sse f\u00fcr ein entsprechendes Verhalten bieten, in der Regel nicht die Opfer manifester Gewalt werden. Es sei daher an dieser Stelle noch einmal auf die empirischen Forschungsergebnisse zur Konfrontationsgewalt in Nordrhein-Westfalen hingewiesen: \u201eDie Demonstrationen, in deren Umfeld vier von f\u00fcnf linken Konfrontationsdelikten begangen werden, sind zu diesem Zeitpunkt l\u00e4ngst abgeschlossen und die Teilnehmer kaum noch direkt angreifbar. Das deutet auf eine versp\u00e4tete Reaktion gegen\u00fcber zuf\u00e4llig angetroffenen und von den T\u00e4tern als \u201alinks\u2019 eingestuften Personen hin.\u201c<a href=\"#_ftn35\">[35]<\/a> Wer m\u00f6chte es moralisch verantworten, ein Glied in einer solchen Gewaltkette zu sein?<\/p>\n<p>Zuerst ver\u00f6ffentlich auf <a href=\"http:\/\/www.endstation-rechts.de\/index.php?option=com_k2&amp;view=item&amp;id=5126\" target=\"_blank\">www.endstation-rechts.de<\/a><\/p>\n<hr size=\"1\" \/><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Rudolf van H\u00fcllen, \u201eAutonome Nationalisten\u201c zwischen politischer Produktpiraterie und \u201eN\u00e4he zum Gegner\u201c, in: Armin Pfahl-Traughber (Hrsg.): Jahrbuch f\u00fcr Extremismus- und Totalitarismusforschung 2009\/2010, Br\u00fchl 2010, S. 191-210, hier: S. 191.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> FN (1998): Was sind freie Nationalisten?, in: Zentralorgan Nr. 1\/1998, S. 23-25, hier: S. 24 oder <a href=\"http:\/\/www.front14.org\/widerstand-bremen\/vollstart.html\">http:\/\/www.front14.org\/widerstand-bremen\/vollstart.html<\/a> (nicht mehr erreichbar, 25. Juni 2010)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Bernd Wagner, Rechtsextremismus und kulturelle Subversion in den neuen L\u00e4ndern, Berlin 1998, S. 40.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Siehe FN 2.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Christian Worch, Der Quantensprung in den S\u00fcndenfall, in: <a href=\"http:\/\/www.die-kommenden.net\/\">http:\/\/www.die-kommenden.net<\/a>, 2000 (nicht mehr erreichbar, 25. Juni 2010).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Siehe FN 2.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Christian Worch, Zur politischen Selbstkastration der NPD, in: <a href=\"http:\/\/www.die-kommenden.net\/\">http:\/\/www.die-kommenden.net<\/a>, 2000 (nicht mehr erreichbar, 25. Juni 2010).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Jan Schedler, \u00dcbernahme von \u00c4sthetik und Aktionsformen der radikalen Linken \u2013 Zur Verortung der \u201eAutonomen Nationalisten\u201c im extrem rechten Strategiespektrum, in: Stephan Braun\/Alexander Geisler\/Martin Gerster: Strategien der extremen Rechten: Hintergr\u00fcnde &#8211; Analysen \u2013 Antworten, Wiesbaden 2009, S. 332-357.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Christian Worch, Gedanken \u00fcber freien und autonomen Nationalismus, in: <a href=\"http:\/\/stoerti.atspace.com\/260105.html\">http:\/\/stoerti.atspace.com\/260105.html<\/a>, 2005, zuletzt aufgerufen am 25. Juni 2010.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Karlheinz Wei\u00dfmann, Neo-Konservatismus in der Bundesrepublik? Eine Bestandsaufnahme, in: Critic\u00f3n 96, 1986, S. 176-179, hier: S. 179.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Siehe <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Autonome-Nationalisten-Neonazis-neuem-Gewand\/dp\/353117049X\/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1279178446&amp;sr=8-2\">http:\/\/www.amazon.de\/Autonome-Nationalisten-Neonazis-neuem-Gewand\/dp\/353117049X\/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1279178446&amp;sr=8-2<\/a>, zuletzt aufgerufen am 14. Juli 2010.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> Ernst Haeckel, Die Lebenswunder, 2. Aufl., Leipzig 1923, S. 326.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> William Kirby\/William Spence, An Introduction to Entomology: or Elements of the Natural History of Insects: with Plates, vol. I., Fifth edition, London 1828, S. 9.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> Henry Walter Bates, Contributions to an Insect Fauna of the Amazon Valley, Transactions\/Linnean Society of London, London 1861, S. 502.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\">[16]<\/a> Ebd., S. 508.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\">[17]<\/a> Siehe Erich Haase, Untersuchungen \u00fcber die Mimikry auf der Grundlage eines nat\u00fcrlichen Systems der Papilioniden, Bibliotheca Zoologica. Original-Abhandlungen aus dem Gesamtgebiete der Zoologie, hrsg. von Rudolf Leuckart und Carl Chun, Heft VIII, Cassel 1892, S. 2.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\">[18]<\/a> Alfred Russel Wallace, Mimicry and other Protective Resemblances among Animals, in: ders., Contributions to the Theory of Natural Selection. A Series of Essays, London\/New York 1870, S. 45-129.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\">[19]<\/a> Alfred Russel Wallace, Darwinism. An Exposition of the Theory of Natural Selection with some of ist Applications, London 1889, S. 265.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\">[20]<\/a> Haeckel (FN 13), S. 326. Der Vollst\u00e4ndigkeit halber sei jedoch darauf hingewiesen, dass bereits Bates und Darwin im Zusammenhang mit Menschen vereinzelt von \u201emimicry\u201c sprachen, auch wenn dies nicht im spezifischen Sinne geschah. So bezeichnete Bates die Sitte der Indianer, bei Feierlichkeiten durch Maskerade Tiere nachzuahmen, als \u201emimicry\u201c (Henry Walter Bates, The Naturalist on the River Amazons in two Volumes (Vol. II), London 1863, S. 201), und auch Darwin lobte die ungew\u00f6hnliche \u201epower of mimicry\u201c der Feuerland-Indianer bei der Nachahmung sprachlicher Laute der Europ\u00e4er (Charles Darwin, The Voyage of the Beagle, New York 1909, S. 221).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\">[21]<\/a> Arnold Jacobi, Mimikry und verwandte Erscheinungen, Braunschweig 1913, S. V.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\">[22]<\/a> Wolfgang Wickler, Die Natur der Mimikry, in: Andreas Becker\/Martin Doll\/Serjoscha Wiemer\/Anke Zechner (Hrsg.), Mimikry. Gef\u00e4hrlicher Luxus zwischen Natur und Kultur, Schliengen 2008, S. 45-57, hier: S. 47.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\">[23]<\/a> Siehe FN 9, S. 350.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\">[24]<\/a> Ebd., S. 341.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\">[25]<\/a> Siehe FN 1, S. 191.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\">[26]<\/a> Ebd., S. 206.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\">[27]<\/a> Uwe Backes\/Matthias Mletzko\/ Jan Stoye, NPD-Wahlmobilisierung und politisch motivierte Gewalt, K\u00f6ln 2010.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\">[28]<\/a> Ebd., S. 47.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\">[29]<\/a> Ebd., S. 45.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\">[30]<\/a> Ebd., S. 47.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\">[31]<\/a> Siehe ebd., S. 180f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\">[32]<\/a> Ebd., S. 193.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\">[33]<\/a> Siehe <a href=\"http:\/\/www.endstation-rechts.de\/index.php?option=com_k2&amp;view=item&amp;id=4812\">http:\/\/www.endstation-rechts.de\/index.php?option=com_k2&amp;view=item&amp;id=4812<\/a>, zuletzt aufgerufen am 14. Juli 2010.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref34\">[34]<\/a> Siehe u.a. <a href=\"http:\/\/www.endstation-rechts.de\/index.php?option=com_k2&amp;view=item&amp;id=4679\">http:\/\/www.endstation-rechts.de\/index.php?option=com_k2&amp;view=item&amp;id=4679<\/a>, zuletzt aufgerufen am 14. Juli 2010.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref35\">[35]<\/a> Ebd., S. 47.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 1. Mai 2008 wurden mit einer NPD-Demonstration in Hamburg die so genannten \u201eAutonomen Nationalisten\u201c erstmals breit in der \u00d6ffentlichkeit zur Kenntnis genommen. Gezielte Gewaltakte aus einer Nazidemo heraus gegen Passanten, Journalisten und Polizisten \u2013 ausgef\u00fchrt von schwarz gekleideten Vermummten \u2013 f\u00fchrten zun\u00e4chst auf Seiten der Presse zu erheblicher Verwirrung und zahlreichen Falschmeldungen. 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