{"id":19246,"date":"2019-02-13T12:57:36","date_gmt":"2019-02-13T11:57:36","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zeit.de\/teilchen\/?p=19246"},"modified":"2019-02-13T13:48:22","modified_gmt":"2019-02-13T12:48:22","slug":"malerei-film-berlinale-gemaelde-filmfestival","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/teilchen\/2019\/02\/13\/malerei-film-berlinale-gemaelde-filmfestival\/","title":{"rendered":"Wenn Bilder laufen lernen"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"embed-wrapper embed-wrapper--blocked js-embed-consent\" data-method=\"embed\">\n<script class=\"raw__source\" type=\"text\/template\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"FILM MEETS ART III\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/216681753?dnt=1&amp;app_id=122963\" width=\"640\" height=\"360\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; fullscreen; picture-in-picture; clipboard-write; encrypted-media\"><\/iframe><\/script>\n<div class=\"embed-wrapper__inner\">\n<div class=\"embed-wrapper__text\">\n<h3>Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/h3>\n<p data-replace=\"no\">An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel erg\u00e4nzt. 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Damit k\u00f6nnen personenbezogene Daten an Drittplattformen \u00fcbermittelt werden. <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/hilfe\/datenschutz\" target=\"_blank\">Mehr dazu in unserer Datenschutzerkl\u00e4rung.<\/a>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Es liegt in der Natur des Films, alle K\u00fcnste aufnehmen und abbilden zu k\u00f6nnen. Vor allem zwischen dem Film und der Malerei gibt es seit jeher eine Verbindung, die die Grenzen des jeweiligen Mediums sprengt. Auch die diesj\u00e4hrige Berlinale zeigt zwei Filme zum Thema. Eine kleine Reise durch eine Welt aus Bildern<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Filme zu Ehren gro\u00dfer Maler*innen wie zum Beispiel <em><a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/video\/2016-04\/4835552588001\/kino-vincent-van-goghs-leben-in-handgemalten-bildern\">Loving Vincent<\/a><\/em> (PL\/UK\/2017) oder <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2003\/11\/Salmas_Traum\"><em>Frida<\/em><\/a> (US\/2002) erlebten in den letzten Jahren eine Renaissance und Inszenierungen von Gem\u00e4lden in Filmen zu z\u00e4hlen, k\u00e4me einer Lebensaufgabe gleich. Auch auf der <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2019\/07\/berlinale-heimat-deutschland-film\">Berlinale 2019<\/a> ist der an Gerhard Richters Biografie angelehnte Film <em><a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2018\/37\/werk-ohne-autor-gerhard-richter-kino-film-oscar\">Werk ohne Autor<\/a><\/em> (GER\/2018) im Programm. Woher kommt dieser Trend und ist er wirklich neu? Nein, denn obwohl diese K\u00fcnste auf den ersten Blick nicht viel miteinander gemein haben, hat ihre Verbindung eine lange Tradition, und bei genauerer Betrachtung weisen Film und Malerei in vielerlei Hinsicht nat\u00fcrliche Verwandtschaften auf. Die kleinsten gemeinsamen Nenner sind dabei vermutlich das Auge und die Leinwand. Doch gibt es eine signifikante Unterscheidung: die Bewegung. W\u00e4hrend im Film 24 Bilder pro Sekunde \u00fcber die Leinwand flirren, scheinen Gem\u00e4lde in ihren Rahmen gefangen zu sein. Film, wie wir ihn kennen, g\u00e4be es nicht ohne den gro\u00dfen, unbeweglichen Vorg\u00e4nger. Um die lebendigen Welten im Studio entstehen zu lassen, wurden unter anderem\u00a0<em>matte paintings<\/em> angefertigt. Bilder, die wie eine Maske die Studiow\u00e4nde verbargen, in denen seit den Anf\u00e4ngen des Films gro\u00dfe Produktionen gedreht wurden. B\u00fchnenbilder, Bilder in Bildern und Gem\u00e4lde als Inspiration, all dies macht in gewisser Weise den Zauber des Kinos auch heute noch aus und Regisseure wie Darsteller werden nicht m\u00fcde, sich vor der Malerei zu verneigen.<\/p>\n<p>Ein prominentes Beispiel daf\u00fcr ist der italienische <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/literatur\/2014-04\/pasolini-interview-albath\">Regisseur Pier Paolo Pasolini<\/a> der mit seinen Tableaux vivants\u00a0Filmgeschichte schrieb. Die Inszenierung dieser\u00a0lebenden Bilder geht auf das fr\u00fche 18. Jahrhundert zur\u00fcck, bei Anl\u00e4ssen und Festen wurden bekannte Gem\u00e4lde von K\u00fcnstlern nachgestellt. Pasolini griff dies mit der neuen Filmtechnik wieder auf und bettete sie in eine neue Handlung und einen neuen zeitlichen Kontext:<\/p>\n\n<div class=\"embed-wrapper embed-wrapper--blocked js-embed-consent\" data-method=\"embed\">\n<script class=\"raw__source\" type=\"text\/template\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"La Ricotta\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/XSigBkU5wdI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/script>\n<div class=\"embed-wrapper__inner\">\n<div class=\"embed-wrapper__text\">\n<h3>Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/h3>\n<p data-replace=\"no\">An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel erg\u00e4nzt. 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Unabh\u00e4ngig von jeder Gesellschaftskritik und Deutungsweise ist es eine Verneigung des Regisseurs vor dem Maler.<\/p>\n<p>F\u00fcr Herbert Ross&#8216; filmische Interpretation von <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2004\/23\/Hopper\">Edward Hoppers <em>Nighthawks<\/em> (1942)<\/a> in <em>Pennies from Heaven<\/em> (dt. <em>Tanz in den Wolken<\/em>\/USA\/1981) liegt nach Aussage des Regisseurs die Idee zugrunde, dass mit diesem Bild eine ganze politische und wirtschaftliche Wirklichkeit gezeigt wurde, die der Autor in seinem Film abbilden wollte. Es ist daher nicht \u00fcberraschend, dass die Szene im Film fast identisch zum gemalten Original ist:<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_19252\" aria-describedby=\"caption-attachment-19252\" style=\"width: 564px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-19252 size-full\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/teilchen\/files\/2019\/02\/Bildschirmfoto-2019-02-12-um-15.34.30.png\" alt=\"Malerei im Film: Wenn Bilder laufen lernen \" width=\"564\" height=\"604\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-19252\" class=\"wp-caption-text\">Zu verwechselnde \u00c4hnlichkeit<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Nicht immer spiegeln sich die Verweise auf eine spezielle Zeit oder Stimmung so frappierend wie in Herbert Ross&#8216; Film. Das Kost\u00fcm der Figur Django in <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/film\/2013-01\/Quentin-Tarantino-Interview-Django-Unchained\">Quentin Tarantinos<\/a> <em>Django Unchained<\/em> (USA\/2012) wurde inspiriert durch das Gem\u00e4lde <em>The Blue Boy<\/em> von Thomas Gainsborough und zur Grundlage des dandyhaften Charakters im Film. Obwohl <em>The Blue Boy<\/em> nicht f\u00fcr den Film reinszeniert wurde, wird die Atmosph\u00e4re und \u00c4sthetik des Gem\u00e4ldes in Form des Kost\u00fcms durch den gesamten Film getragen.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_19256\" aria-describedby=\"caption-attachment-19256\" style=\"width: 620px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-19256 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/teilchen\/files\/2019\/02\/Bildschirmfoto-2019-02-12-um-16.18.30-620x424.png\" alt=\"Malerei im Film: Wenn Bilder laufen lernen \" width=\"620\" height=\"424\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/teilchen\/files\/2019\/02\/Bildschirmfoto-2019-02-12-um-16.18.30-620x424.png 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/teilchen\/files\/2019\/02\/Bildschirmfoto-2019-02-12-um-16.18.30-768x525.png 768w, https:\/\/blog.zeit.de\/teilchen\/files\/2019\/02\/Bildschirmfoto-2019-02-12-um-16.18.30.png 932w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-19256\" class=\"wp-caption-text\">Manchmal ist es nur die Farbe.<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Im Berlinale-Programm findet ein Film erneute Aufmerksamkeit, bei dem die Grenzen zwischen Gem\u00e4lde und bewegtem Bild im Film selbst verschwimmen. B\u00e9la Tarr filmte die Bilder f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/literatur\/2015-05\/l-szl-krasnahorkai-booker-prize-wuerdigung\"><em>S\u00e1t\u00e1ntang\u00f3<\/em><\/a> (Ungarn\/1994) in einer Art, die den Film teilweise fast zum Stillstand bringt. In langen Einstellungen und unbeweglichen Sets und Darstellern vermischt sich der Eindruck des Kinos mit dem Besuch eines Museums der alten Meister.<\/p>\n<p>Diese Ruhe findet sich auch in der Er\u00f6ffnungsszene des\u00a0<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/lars-von-trier\">Lars-von-Trier-<\/a>Films <em><a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2011\/40\/Kino-Melancholia\">Melancholia,<\/a><\/em> und wenn man seinen Worten Glauben schenken darf, so war es ein Gem\u00e4lde, das der Entstehung des Films Pate stand. So war es <em>Ophelia<\/em>, 1952 von John Everett Millais gemalt, dass ihn dazu inspirierte, <em>Melancholia<\/em> zu drehen und Kirsten Dunst als Frau im Wasser zu zeigen.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_19258\" aria-describedby=\"caption-attachment-19258\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-19258 size-full\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/teilchen\/files\/2019\/02\/dunst.jpg\" alt=\"Malerei im Film: Wenn Bilder laufen lernen \" width=\"500\" height=\"666\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-19258\" class=\"wp-caption-text\">Lars von Triers Film zur Depression fand seinen Ausgangspunkt in einem Gem\u00e4lde.<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Wenn Regisseur*innen Gem\u00e4lde zitieren, muss dass der Deutung des Films also nicht zwangsl\u00e4ufig zutr\u00e4glich sein. Jedoch bekommen wir Zuschauer*innen einen Anhaltspunkt, einen Hinweis, wie man mit dem gesehenen Film umgehen kann. Sie gew\u00e4hren einen Blick in die k\u00fcnstlerische T\u00e4tigkeit der Filmschaffenden \u2013 und auf fantastische Bilder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel erg\u00e4nzt. 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