{"id":12700,"date":"2012-05-07T12:42:55","date_gmt":"2012-05-07T10:42:55","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/?p=12700"},"modified":"2012-05-07T12:42:55","modified_gmt":"2012-05-07T10:42:55","slug":"light-asylum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2012\/05\/07\/light-asylum_12700","title":{"rendered":"Too much Pathos ist genau richtig"},"content":{"rendered":"<p><strong>Light Asylum aus New York bohren dicke Bretter: So viel Theatralik gab&#8217;s im Synthiepop lange nicht mehr. Kopfsch\u00fctteln ist angesagt, aber vor Verbl\u00fcffung.<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_12703\" aria-describedby=\"caption-attachment-12703\" style=\"width: 540px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/files\/2012\/04\/light-asylum-540x304.jpg\" alt=\"\" title=\"light-asylum-540x304\" width=\"540\" height=\"304\" class=\"size-full wp-image-12703\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/files\/2012\/04\/light-asylum-540x304.jpg 540w, https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/files\/2012\/04\/light-asylum-540x304-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12703\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Mexican Summer<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Mit dem Pathos ist es so eine Sache. In der Kirche entstanden, in der Oper verfeinert, in der Disco verglitzert, im Metal vergr\u00f6bert, sorgt er dar\u00fcber hinaus zumindest unter distanzierten Gutachtern f\u00fcr mitleidiges Kopfsch\u00fctteln. <em>Too much<\/em>, hei\u00dft es dann oft<!--more-->, bisschen dicke, bisschen schw\u00fclstig. Und steckt nicht doch eher betriebswirtschaftliches Kalk\u00fcl als bauchgemachtes Gef\u00fchl hinterm Chartsgepl\u00e4rre zeitgen\u00f6ssischer Diven oder dem dr\u00e4uenden Bariton <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2012\/13\/Band-Unheilig\" target=\"_blank\">unheiliger Grafen<\/a>? Wie gesagt \u2013 im richtigen Genre kann etwas wohldosierte Theatralik durchaus Kraft entfalten, W\u00fcrde. Aber im Pop? Dem Synthiepop zumal?<\/p>\n<p>Auch dort, absolut, und wie \u2013 sofern er uns sein Pathos so von der B\u00fchne schickt, wie es Light Asylum tun. Konsequent artifiziell, also bar jeder instrumentalen Analogie, von Haptik und Nat\u00fcrlichkeit, bohrt das New Yorker Neo-Indiewave-Duo ein derart dickes Emotionsbrett, dass man anfangs aus dem Kopfsch\u00fctteln gar nicht mehr rauskommt. <\/p>\n<p>Schon bald aber wiegen auch distanziertere Gutachter gar nicht mehr so kritisch den Kopf, sondern sch\u00fctteln ihn eher angeregt, ergriffen von diesem merkw\u00fcrdigen Sound aus dem Oldtimerfuhrpark digitaler Klangerzeugung.<\/p>\n\n<div class=\"embed-wrapper embed-wrapper--blocked js-embed-consent\" data-method=\"iframe\">\n<script class=\"raw__source\" type=\"text\/template\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/player.vimeo.com\/video\/18846203?color=ffffff\" width=\"540\" height=\"330\" frameborder=\"0\" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen><\/iframe><\/script>\n<div class=\"embed-wrapper__inner\">\n<div class=\"embed-wrapper__text\">\n<h3>Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/h3>\n<p data-replace=\"no\">An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel erg\u00e4nzt. 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Allein schon diese Titel \u2013 <em>End of Days<\/em>, <em>Heart of Dust<\/em>, <em>Angel Tongue<\/em>\u2026 <\/p>\n<p>Zwischendrin schafft es das ungleiche Duett allerdings immer wieder, im Gleichschritt die stimmungsvolle Mitte aus beinah zuviel und gerade richtig auszutarieren. Keine Frage, die zehn St\u00fccke bleiben dabei allesamt zutiefst nostalgisch. Diese Musik will den elektronischen Pop seiner Bl\u00fctezeit auf eine Gegenwart \u00fcbertragen, deren digitale Erscheinungsform sich so nachhaltig in Techno, Dance, R&#8217;n&#8217;B, Electroclash ausdifferenziert hat, dass puristische R\u00fcckbesinnungen wie diese manieriert wirken. R\u00fcckw\u00e4rtsgewandt. Gerade wenn man sich mit Jahrzehnte alten Drumcomputern f\u00fcr 50 Dollar im Repertoire br\u00fcstet.<\/p>\n<p>Doch Light Asylum schaffen es dabei, die Sehnsucht nach den Wurzeln ihres Sounds nicht als Selbstzweck, sondern als Herzensangelegenheit wirken zu lassen. Das erkl\u00e4rt auch alles Pathos. Manchmal <em>too much<\/em>, oft genau richtig.<br \/>\n<em><br \/>\n&#8222;Light Asylum&#8220; von <a href=\"http:\/\/www.lightasylum.com\/\" target=\"_blank\">Light Asylum<\/a> ist erschienen bei Mexican Summer.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Light Asylum aus New York bohren dicke Bretter: So viel Theatralik gab&#8217;s im Synthiepop lange nicht mehr. Kopfsch\u00fctteln ist angesagt, aber vor Verbl\u00fcffung. Mit dem Pathos ist es so eine Sache. 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