{"id":18225,"date":"2014-06-06T10:40:50","date_gmt":"2014-06-06T08:40:50","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/?p=18225"},"modified":"2014-12-23T14:56:08","modified_gmt":"2014-12-23T13:56:08","slug":"clap-your-hands-say-yeah","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2014\/06\/06\/clap-your-hands-say-yeah_18225","title":{"rendered":"Das Schlechte an der schlechten Laune"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zehn Indierock-Songs zum Fl\u00fcchten: Gut drauf waren Clap Your Hands Say Yeah noch nie. Aber seit das Kollektiv personell zerfallen ist, bleibt blo\u00df ein gut arrangierter, mieser Nachgeschmack.<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_18230\" aria-describedby=\"caption-attachment-18230\" style=\"width: 580px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/files\/2014\/06\/cxhsy32.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-18230\" alt=\"\u00a9 Matt Barrick\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/files\/2014\/06\/cxhsy32.jpg\" width=\"580\" height=\"326\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/files\/2014\/06\/cxhsy32.jpg 580w, https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/files\/2014\/06\/cxhsy32-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-18230\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Matt Barrick<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Mit Understatement hat es Alec Ounsworth nie so richtig gehalten. Bereits vor neun Jahren legte der S\u00e4nger, Songwriter, Kopf und Bauch von Clap Your Hands Say Yeah seine Stimme so melodramatisch \u00fcbers bandbetitelte Deb\u00fctalbum<!--more-->, dass die wesensverwandten Waterboys dagegen klangen wie lebensbejahender Powerpop. Auch die n\u00e4chsten zwei Platten hielten sich emotional selten zur\u00fcck. Stets war da diese leichte Schwermut im Grundton, eine Art optimistischer Larmoyanz im Arrangement. In den besseren Momenten klang das dann wie Radiohead auf milder Partydroge. In den schlechteren wie Radiohead beim Kater danach.<\/p>\n<p>Clap Your Hands Say Yeah, die Band mit einem der gro\u00dfartigsten Namen \u00fcberhaupt, hat zum h\u00f6flichen H\u00e4ndeklatschen schon immer weit mehr Anlass gegeben als zum Yeah-Sagen. Jetzt aber f\u00e4llt auch Ersteres nicht mehr so richtig leicht. <em>Only Run<\/em>, das vierte Album n\u00e4mlich, ergeht sich so in aufdringlicher Weinerlichkeit, dass man dem Titel beim Zuh\u00f6ren rasch Folge leisten m\u00f6chte. Wenn sich Ounsworths Stimme im Auftaktst\u00fcck <em>As Always<\/em> \u00fcber eine jeanmicheljarreske Synthiefl\u00e4che legt, zersetzt vom Hall einer Pl\u00e4tschergitarre im The-xx-Stil, ist das selbst in depressiver Stimmung nur schwer ertr\u00e4glich. Erinnert sich der H\u00f6rer auch nur entfernt an Fr\u00fchlingserwachen, sch\u00fctteln ihn die Fluchtimpulse.<\/p>\n\n<div class=\"embed-wrapper embed-wrapper--blocked js-embed-consent\" data-method=\"iframe\">\n<script class=\"raw__source\" type=\"text\/template\"><iframe loading=\"lazy\" frameborder=\"no\" height=\"150\" scrolling=\"no\" src=\"https:\/\/w.soundcloud.com\/player\/?url=https%3A\/\/api.soundcloud.com\/tracks\/141751050&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false&amp;visual=true\" width=\"100%\"><\/iframe><\/script>\n<div class=\"embed-wrapper__inner\">\n<div class=\"embed-wrapper__text\">\n<h3>Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/h3>\n<p data-replace=\"no\">An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel erg\u00e4nzt. 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Vom seltsam U2-haften <em>Blameless<\/em> \u00fcber <em>Little Moments<\/em> im Coldplay-Ged\u00e4chtnis-Pathos bis hin zum bombastischen Titeltrack, der wie so vieles auf diesem Album versiert durchproduziert ist, aber einen Verdacht erzeugt: Viele Empfindungen, die sie wachrufen soll, sind nur Teil eines gro\u00df angelegten Plans zur emotionalen Unterwanderung, Alec Ournsworths ganz pers\u00f6nliche PR mit dem Subtext der Propaganda.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich ist Clap Your Hands Say Yeah mehr denn je zentralistisch gesteuert. Seit dem j\u00fcngsten Wegfall zweier Mitglieder zeigt sich das gleichberechtigte Kollektiv fr\u00fcherer Tage zusehends als Gruppe von Begleitmusikern, die das Werk vom Boss nur erf\u00fcllen helfen. Betrachtet man nun die Entwicklung des einst recht dynamischen US-Indierocks von der Westk\u00fcste unter Britpopeinfluss hin zum orchestralen Emowave voller Chor\u00e4le und Geigen, aber ohne Tempo, ohne Verve, gibt das Anlass zur n\u00e4chsten Spekulation: Wom\u00f6glich waren Robbie Guertin (Gitarre) und Tyler Sargant (Bass) vor ihrem Abgang Reduktionskorrektive der Band, die Ounsworths Gef\u00fchligkeit ein wenig geerdet haben.<\/p>\n\n<div class=\"embed-wrapper embed-wrapper--blocked js-embed-consent\" data-method=\"iframe\">\n<script class=\"raw__source\" type=\"text\/template\"><iframe loading=\"lazy\" frameborder=\"0\" height=\"330\" src=\"\/\/player.vimeo.com\/video\/95494925\" width=\"580\"><\/iframe><\/script>\n<div class=\"embed-wrapper__inner\">\n<div class=\"embed-wrapper__text\">\n<h3>Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/h3>\n<p data-replace=\"no\">An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel erg\u00e4nzt. 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Aber ein bisschen weniger schlechter Geschmack bei schlechter Laune h\u00e4tte es diesmal ruhig sein d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><em>&#8222;Only Run&#8220; von Clap Your Hands Say Yeah ist erschienen bei Xtra Mile.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zehn Indierock-Songs zum Fl\u00fcchten: Gut drauf waren Clap Your Hands Say Yeah noch nie. Aber seit das Kollektiv personell zerfallen ist, bleibt blo\u00df ein gut arrangierter, mieser Nachgeschmack. Mit Understatement hat es Alec Ounsworth nie so richtig gehalten. 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