{"id":18879,"date":"2014-10-31T08:00:15","date_gmt":"2014-10-31T07:00:15","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/?p=18879"},"modified":"2014-12-23T14:50:33","modified_gmt":"2014-12-23T13:50:33","slug":"stars-no-one-is-lost","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2014\/10\/31\/stars-no-one-is-lost_18879","title":{"rendered":"Zombies in der Rollschuhdisko"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sex, Tod und Sex mit Untoten: Die Band Stars aus Montreal wei\u00df, wor\u00fcber es sich zu singen lohnt. Das neue Album der Synthie-Popper ist Partymusik f\u00fcr Beerdigungen.<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_18886\" aria-describedby=\"caption-attachment-18886\" style=\"width: 580px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/files\/2014\/10\/stars7348.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-18886\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/files\/2014\/10\/stars7348.jpg\" alt=\"\u00a9 Shervin Lainez\" width=\"580\" height=\"326\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/files\/2014\/10\/stars7348.jpg 580w, https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/files\/2014\/10\/stars7348-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-18886\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Shervin Lainez<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Wer Stars h\u00f6rt, muss tausend Tode mit ihnen sterben. Die Band aus Montreal arbeitet sich seit fast 15 Jahren an metaphorischen und tats\u00e4chlichen Todesf\u00e4llen ab. Zun\u00e4chst mit einem Indierock-Entwurf der gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Gesten, der ihre Verwandtschaft zu <a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2014\/04\/04\/kevin-drew-darlings_17794\" target=\"_blank\">Broken Social Scene<\/a> erkennen lie\u00df.<!--more--> Inzwischen in immer beschwingteren Songs, die auf den feingliedrigen Achtziger-Jahre-Pop von <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2013\/41\/prefab-sprout-crimson-red\" target=\"_blank\">Prefab Sprout<\/a> und Aztec Camera verweisen. Wenn es bei Stars nicht ums Sterben geht, geht es um Sex, und einmal, auf ihrem Album <em>The Five Ghosts<\/em> von 2010, ging es um Sex mit Zombies. Das Lied hie\u00df <em>We Don&#8217;t Want Your Body<\/em>. Niemand au\u00dfer Stars h\u00e4tte es schreiben oder damit davonkommen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n<div class=\"embed-wrapper embed-wrapper--blocked js-embed-consent\" data-method=\"iframe\">\n<script class=\"raw__source\" type=\"text\/template\"><iframe loading=\"lazy\" frameborder=\"no\" height=\"166\" scrolling=\"no\" src=\"https:\/\/w.soundcloud.com\/player\/?url=https%3A\/\/api.soundcloud.com\/tracks\/169464458&amp;color=ff5500&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false\" width=\"100%\"><\/iframe><\/script>\n<div class=\"embed-wrapper__inner\">\n<div class=\"embed-wrapper__text\">\n<h3>Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/h3>\n<p data-replace=\"no\">An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel erg\u00e4nzt. 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Es hat sich nichts getan an den Lieblingsthemen von Stars, es gibt aber tats\u00e4chlich einen neuen Blickwinkel, der, wie die Band selbst vermutet, mit den Begleitumst\u00e4nden zu tun hat, unter denen die Platte entstanden ist. Stars nahmen <em>No One Is Lost<\/em> in einem Studio \u00fcber dem in Montreal stadtbekannten Schwulenclub The Royal Phoenix auf. Bass und Beats sickerten sozusagen durch den Fu\u00dfboden aufs Album. Im ersten Song <em>From The Night<\/em> h\u00f6rt man die Toten lachen, vertreten durch ein Whitney-Houston-Sample.<\/p>\n\n<div class=\"embed-wrapper embed-wrapper--blocked js-embed-consent\" data-method=\"iframe\">\n<script class=\"raw__source\" type=\"text\/template\"><iframe loading=\"lazy\" frameborder=\"no\" height=\"166\" scrolling=\"no\" src=\"https:\/\/w.soundcloud.com\/player\/?url=https%3A\/\/api.soundcloud.com\/tracks\/162325522&amp;color=ff5500&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false\" width=\"100%\"><\/iframe><\/script>\n<div class=\"embed-wrapper__inner\">\n<div class=\"embed-wrapper__text\">\n<h3>Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/h3>\n<p data-replace=\"no\">An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel erg\u00e4nzt. 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Wenn <em>Turn It Up<\/em> aber vom \u00fcberdrehten Zuckerstimmen-Pop zum jugendsprachlich bewanderten Partystarter mutiert, verschiebt sich die Stimmung auf <em>No One Is Lost<\/em> von Champagnerdusche nach Rollschuhdisko.<\/p>\n<p>Auch das ist kein Problem: Stars pflegen einen niedlichen, beinahe braven Hedonismus, und es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass sie heute lebendig klingen wie seit Jahren nicht mehr \u2013 w\u00e4hrend <em>No One Is Lost<\/em> den Tod feiert. Die Sache mit der Selbstparodie wird dabei ebenfalls ausger\u00e4umt: Kein Karikaturist k\u00f6nnte die pr\u00e4genden Eigenschaften der Band noch dramatischer \u00fcberbetonen, als sie es selbst tut. &#8222;<em>Clap your hands now because everybody dies<\/em>&#8222;, singt Torquil Campbell, 42, als letzten Satz der Platte. Wenn seine Zeit gekommen ist, wird er wahrscheinlich mit Konfetti im Haar aus dem Fenster fallen.<\/p>\n<p><em>&#8222;No One Is Lost&#8220; von Stars ist erschienen bei ATO\/PIAS\/Cooperative.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sex, Tod und Sex mit Untoten: Die Band Stars aus Montreal wei\u00df, wor\u00fcber es sich zu singen lohnt. Das neue Album der Synthie-Popper ist Partymusik f\u00fcr Beerdigungen. Wer Stars h\u00f6rt, muss tausend Tode mit ihnen sterben. Die Band aus Montreal arbeitet sich seit fast 15 Jahren an metaphorischen und tats\u00e4chlichen Todesf\u00e4llen ab. 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