{"id":597,"date":"2007-12-07T12:02:04","date_gmt":"2007-12-07T10:02:04","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2007\/12\/07\/pause-nach-nummer-7_597"},"modified":"2007-12-07T12:02:04","modified_gmt":"2007-12-07T10:02:04","slug":"pause-nach-nummer-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2007\/12\/07\/pause-nach-nummer-7_597","title":{"rendered":"Pause nach Nummer 7"},"content":{"rendered":"<div class=\"main\">\n<strong>The Innits aus Berlin gehen geradeaus. Ihr Deb\u00fct \u201eEverything Is True\u201c braucht keine Spielereien und Schlenker. Es scheppert, klingt mitrei\u00dfend und manchmal ganz wohlig.<\/strong><\/p>\n<div class=\"cover\"><img src='https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/files\/2007\/11\/innits-true200.jpg' alt='The Innits Everything Is True' \/><\/div>\n<div class=\"audio_player_old\">\n  <object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" codebase=\"http:\/\/fpdownload.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=8,0,0,0\" width=\"200\" height=\"50\" id=\"audio_system\" align=\"middle\"><param name=\"allowScriptAccess\" value=\"sameDomain\"\/><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/minos.zeit.de\/vid_comp\/audio_system.swf\" \/><param name=\"quality\" value=\"high\" \/><param name=\"bgcolor\" value=\"#ffffff\" \/><param name=\"flashvars\" value=\"&amp;var_mp3_file=07124\/07124_1196764582-02&amp;var_mp3_artist=The Innits&amp;var_mp3_title=My Sonic Youth&amp;var_ivw_tag=a_Kultur\/Musik\"\/><\/object>\n<\/div>\n<p>Welch ein Albumtitel! <em>Everything Is True<\/em>, alles ist wahr. Keine Spur von postmoderner Beliebigkeit. The Innits aus Berlin hauen fr\u00f6hlich naiv auf ihre Pauken und Gitarren. Dreizehn St\u00fccke sind auf ihrem Deb\u00fctalbum, zumeist flott und kurz. Es scheppert und kratzt, als w\u00e4r die Platte drei\u00dfig Jahre alt. Ist sie aber nicht.<\/p>\n<p>Der Schlagzeuger singt. Mek Obaam hei\u00dft er, in den vergangenen Jahren stand sein Schemel auf der B\u00fchne, wenn Barbara Morgenstern und Schneider TM auftraten. Ein Soloalbum hat er auch aufgenommen vor ein paar Jahren, darauf trommelte er viel. Nun musiziert er mit Band. Auf Konzerten steht sein Schlagzeug ein bisschen weiter vorne als bei anderen Gruppen.<\/p>\n<p>Anfang des Jahres erschien ihre erste Single bei dem irischen Label Earsugar. <em>Everything Is True<\/em> erblickt nun via Sunday Service in Hamburg das Licht der Welt. In anderen Kritiken fliegen die Referenzen. Die Punker H\u00fcsker D\u00fc kl\u00e4ngen an und der Sixties-Beat, The Smiths spielten auf den Instrumenten von Velvet Underground, hei\u00dft es. Und der Harmoniegesang? Beatles, fr\u00fch. Aber so einfach ist das nicht.<\/p>\n<p>Ja, vieles klingt wirklich alt. Einige der Referenzen sind tats\u00e4chlich auszumachen. Die musikalischen Anspielungen und Zitate sind so eng mit den Ideen der Band verwoben, dass es sinnlos ist, jeden Ton auf seinen vermeintlichen Ursprung zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Innits imitieren nicht, die Sechziger klingen aus ihren Instrumenten auch nach dem Punk der Siebziger, nach dem Pop der Achtziger und Neunziger, nach allem m\u00f6glichen eben. <em>Tortured Turkeys On The TV<\/em> blickt in die Vergangenheit durch die Punk-Brille, als h\u00e4tte die Beatles The Clash gekannt. Country und Calypso im Titelst\u00fcck lie\u00dfen sich nur halb so einfach einbauen, wenn nicht der Alternative Country der Neunziger solche T\u00f6ne vollkommen unironisch rehabilitiert h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Nach dem siebten St\u00fcck sollte man eine kleine Pause einzulegen. Am besten holt man sich einen schwarzen Kaffee und eine Zigarette dazu. Die Lieder danach sind ruhiger und d\u00fcsterer. In die repetitiven Akkorde von <em>Light And Sound<\/em> kann man tats\u00e4chlich The Velvet Underground hineinh\u00f6ren, wenn man will. Und The Smiths? Da ist eine fabelhafte Melodie, da ist ein kluger Text, aber das sind die einzigen Gemeinsamkeiten mit der Band aus Manchester.<\/p>\n<p>So gut sie sich in der Musikgeschichte auskennen: The Innits schaffen etwas eigenes. <em>Everything Is True<\/em> geht geradeaus. Da sind keine \u00fcberfl\u00fcssigen Spielereien, keine spektakul\u00e4ren Schlenker, stattdessen charmante Melodien, wohlige Kl\u00e4nge, mitrei\u00dfendes Geschepper. Wem das allein zu \u00f6de ist, der mag seine Distinktion aus der Aufz\u00e4hlung der unz\u00e4hligen ausgemachten Referenzen gewinnen. W\u00e4re schade.<\/p>\n<p><em>\u201eEverything Is True\u201c von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/theinnits\" target=\"_blank\">The Innits<\/a> ist als LP und CD erschienen bei <a href=\"http:\/\/www.fsksundayservice.de\" target=\"_blank\">Sunday Service<\/a><\/em>.<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p><strong>Weitere Beitr\u00e4ge aus der Kategorie POP<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2007\/12\/05\/im-hals-die-kindertrote_595\">Eveline: \u201eHappy Birthday, Eveline!!!\u201c<\/a> (Sopot Records 2007)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2007\/11\/28\/in-der-ruhe-klingt-die-kraft_586\">Louis Philippe: \u201eAn Unknown Spring\u201c &#038; \u201eLive\u201c<\/a> (Dandyland 2007)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2007\/11\/28\/in-der-ruhe-klingt-die-kraft_586\">Stuart Moxham &#038; Louis Philippe: \u201eThe Huddle House\u201c<\/a> (Dandyland 2007)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2007\/11\/21\/eins-zwei-triangel_582\">Pupkulies &#038; Rebecca: \u201eBeyond The Cage\u201c<\/a> (Normoton 2007)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2007\/11\/14\/einfach-zu-merken-tmtsathg_574\">The Mother The Son And The Holy Ghost: \u201es\/t\u201c<\/a> (Schinderwies 2007)<\/p>\n<p>Alle Musikangebote von ZEIT online finden Sie unter <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.zeit.de\/musik\">www.zeit.de\/musik<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The Innits aus Berlin gehen geradeaus. 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