{"id":630,"date":"2008-01-16T12:46:55","date_gmt":"2008-01-16T10:46:55","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2008\/01\/16\/eintauchen-dann-ausatmen_630"},"modified":"2008-01-16T12:46:55","modified_gmt":"2008-01-16T10:46:55","slug":"eintauchen-dann-ausatmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2008\/01\/16\/eintauchen-dann-ausatmen_630","title":{"rendered":"Eintauchen, dann ausatmen"},"content":{"rendered":"<div class=\"main\">\n<strong>In den vergangenen Jahren beschallte der D\u00e4ne Raz Ohara die Berliner Clubs mit harten Rhythmen. Sein neues Album mit dem Odd Orchestra kommt behutsamer daher, gef\u00e4llig gar.<\/strong><\/p>\n<div class=\"cover\"><img src='https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/files\/2008\/01\/ohara-kisses200.jpg' alt='Raz Ohara' \/><\/div>\n<div class=\"audio_player_old\">\n   <object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" codebase=\"http:\/\/fpdownload.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=8,0,0,0\" width=\"200\" height=\"50\" id=\"audio_system\" align=\"middle\"><param name=\"allowScriptAccess\" value=\"sameDomain\"\/><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/minos.zeit.de\/vid_comp\/audio_system.swf\" \/><param name=\"quality\" value=\"high\" \/><param name=\"bgcolor\" value=\"#ffffff\" \/><param name=\"flashvars\" value=\"&amp;var_mp3_file=080116\/080116_1200482822-01&amp;var_mp3_artist=Raz Ohara And The Odd Orchestr&amp;var_mp3_title=Kisses&amp;var_ivw_tag=a_Kultur\/Musik\"\/><\/object>\n<\/div>\n<p>Es gibt so viele Geschichten \u00fcber Raz Ohara. Im Alter von 18 Jahren kam er aus D\u00e4nemark nach Berlin, erwanderte sich lebenshungrig die Stadt und ihre Menschen und bezog ein Zimmer \u00fcber einem Jazz-Club. Er scharte Musiker um sich, spielte mit ihnen. Er verlor sie wieder, weil sie starben oder verr\u00fcckt wurden. Raz Ohara ist ein K\u00fcnstler, und so erz\u00e4hlt man \u00fcber ihn.<\/p>\n<p>Zwei Alben nahm er f\u00fcr das Label Kitty-Yo auf. Das zweite, <em>The Last Legend<\/em>, entstand im Jahr 2001. Kurz zuvor war sein Vater, ein Seemann, ertrunken. Raz Ohara entdeckte nun die Clubszene Berlins und begann, Techno-Konzerte zu geben. Er ver\u00f6ffentlichte unz\u00e4hlige Maxis. Im vergangenen Jahr reiste er mit dem Elektronik-Musiker Apparat um die Welt.<\/p>\n<p>Sein neues Album nahm er mit Orchester auf, wenn auch nur mit einem ganz kleinen. Oliver Doerell ist das Odd Orchestra, bislang arbeitete er mit dem Ambient-Projekt Dictaphone. Ohara und Doerell schickten sich im vergangenen Jahr Musikfragmente hin und her und bastelten daraus schlie\u00dflich in einem kleinen Berliner Studio ein Album. Zeitweise hauste Ohara zwischen den Ger\u00e4tschaften.<\/p>\n<p>Das Album tr\u00e4gt keinen Titel, auf der H\u00fclle steht einfach nur <em>Raz Ohara And The Odd Orchestra<\/em>. Im Mittelpunkt der elf gef\u00fchlvollen Elektropopst\u00fccke steht Oharas Stimme. K\u00fcrzlich verfeinerte sie das Album <a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2007\/06\/11\/was-der-apparat-noch-so-kann_426\" target=\"_blank\"><em>Walls<\/em> von Apparat<\/a>. Diese Stimme kommt einem nah. Sie klingt, als singe Ohara mit gro\u00dfen, offenen Augen. Auf den \u00e4lteren Platten fiel sein lautes, hektisches Einatmen auf, das hat er sich fast abgew\u00f6hnt. Stattdessen h\u00f6rt man nun beseeltes Ausatmen.<\/p>\n<p>Den Gesang umgeben Klavier, Streicher, Gitarre und Rhythmen, die erz\u00e4hlen eigene Geschichten. Alles hier klingt gelassen, ja gef\u00e4llig. Man kann in diese Musik eintauchen, man kann es ebenso gut lassen. Am Ende der Lieder stehen weder Ausrufe- noch Fragezeichen. Sie sind einfach da, dr\u00e4ngen sich nicht auf und \u00fcberfordern den H\u00f6rer nicht.<\/p>\n<p>Erschienen ist das Album bei dem Berliner Technolabel Get Physical, offensichtlich orientiert man sich dort neu. In seiner Pressemappe stellt die Plattenfirma Raz Ohara als einen entr\u00fcckten K\u00fcnstler vor. Er spricht bedeutungsschwere S\u00e4tze und l\u00e4sst den Blick schweifen. Das steht ihm gut. Raz Ohara passt zu seiner Musik. Diese behutsamen, h\u00fcbschen Poplieder k\u00f6nnten vielen gefallen.<\/p>\n<p><em>Das unbetitelte Album von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/razoharaandtheoddorchestra\" target=\"_blank\">Raz Ohara And The Odd Orchestra<\/a> ist erschienen bei <a href=\"http:\/\/www.physical-music.com\/\" target=\"_blank\">Get Physical Music<\/a>\/Rough Trade.<\/em><\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p><strong>Weitere Beitr\u00e4ge aus der Kategorie ELEKTRONIKA<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2007\/12\/03\/schon-dass-wir-strom-haben_593\">Closed Unruh: \u201eNichts schmeckt &#8211; aber alles schmeckt gut\u201c<\/a> (E-Klageto 2007)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2007\/11\/30\/16-kleine-schwarze-auf-silber_590\">\u201eA Number Of Small Things\u201c<\/a> (Morr Music 2007)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2007\/11\/23\/wo-die-katzchen-tanzen_584\">\u201eErnte25\u201c<\/a> (Bar25 Label 2007)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2007\/10\/03\/frauen-singen-eindeutig-zweideutig_533\">Rhythm King And Her Friends: \u201eThe Front Of Luxury\u201c<\/a> (Kitty Yo 2007)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2007\/07\/27\/von-etta-bis-ubermorgen_475\">Hot Chip: \u201eDJ Kicks\u201c <\/a> (!K7 2007)<\/p>\n<p>Alle Musikangebote von ZEIT online finden Sie unter <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.zeit.de\/musik\">www.zeit.de\/musik<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den vergangenen Jahren beschallte der D\u00e4ne Raz Ohara die Berliner Clubs mit harten Rhythmen. 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