{"id":8657,"date":"2011-04-13T10:17:25","date_gmt":"2011-04-13T08:17:25","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/?p=8657"},"modified":"2011-04-13T10:18:56","modified_gmt":"2011-04-13T08:18:56","slug":"architecture-in-helsinki","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2011\/04\/13\/architecture-in-helsinki_8657","title":{"rendered":"Mann, ihr seid so Eighties!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Was soll denn das? Es gibt so viele Bands, die sich durch den Synthiepop der Achtziger zitieren. Nun folgen auch noch die guten Architecture in Helsinki dem Strom.<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_8670\" aria-describedby=\"caption-attachment-8670\" style=\"width: 540px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/files\/2011\/04\/architecture-in-helsinki-540x304.jpg\" alt=\"\" title=\"architecture-in-helsinki-540x304\" width=\"540\" height=\"304\" class=\"size-full wp-image-8670\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/files\/2011\/04\/architecture-in-helsinki-540x304.jpg 540w, https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/files\/2011\/04\/architecture-in-helsinki-540x304-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8670\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Cooperative Music<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>W\u00e4re man b\u00f6se, k\u00f6nnte man sagen: Die gloriose R\u00fcckkehr der achtziger Jahre ist jetzt auch da unten in Australien angekommen. Der Eindruck dr\u00e4ngt sich auf, wenn man <em>Moment Bends<\/em> h\u00f6rt. <!--more-->Das neue Album von Architecture in Helsinki klingt, als stamme es direkt aus den glorreichen Tagen des Synthiepop. Der Band aus Melbourne fehlen nur noch die Ma\u00dfanz\u00fcge, um wie Heaven 17 die Revolution auszurufen. Und die Single <em>Contact High<\/em> beginnt fast deckungsgleich mit <em>Kiss<\/em>, dem Hit von <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/28\/Konzert-Prince\">Prince<\/a> aus dem Jahre 1986.<\/p>\n<p>Dass das Klangdesign aus den <em>Eighties<\/em> eine gewisse Renaissance erlebt hat, ist keine allzu hei\u00dfe Neuigkeit mehr. Dass allerdings nun auch <a href=\"http:\/\/www.architectureinhelsinki.com\/\">Architecture In Helsinki<\/a> das rehabilitierte Jahrzehnt wiederentdeckt haben, doch eine gewisse Entt\u00e4uschung. Schlie\u00dflich hatte die Band um Cameron Bird auf ihren ersten drei Alben eine einzigartige Sound\u00e4sthetik entwickelt. Wie ein Betrunkener zwischen Bordstein und Hauswand taumelte die achtk\u00f6pfige Band zwischen Indiepop und Prog-Punk, Weird Folk und Nu Wave, Afrika und der Karibik, zwischen Stammestanz und Kinderlied. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2007\/08\/10\/grosstadtflimmern_483\">Die Lieder ihres letzten Albums <em>Places Like This<\/em><\/a> sprangen den H\u00f6rer f\u00f6rmlich an, kuschelten sich ihm in den Scho\u00df und traten ihm im selben Moment in den Arsch. Gro\u00dfe wackelige, widerborstige Hits aus Bl\u00e4sern und Bongos, Gitarren und Glockenspiel, in denen vielf\u00e4ltige Stimmen sich erg\u00e4nzten und gegeneinander arbeiteten, die Rhythmen sich gegenseitig ausman\u00f6vrierten und die akustischen Instrumente sich zur gemeinsamen Kakophonie erhoben. Die Songs waren \u2013 obwohl entstanden, w\u00e4hrend die Band auf drei Kontinenten verstreut lebte \u2013 hochkomplex und doch unglaublich eing\u00e4ngig. Selten zuvor hatte die Postmoderne so prima geklungen.<\/p>\n<p>Das war vor vier Jahren. Architecture In Helsinki leben nun wieder komplett ins Australien, aber sind auf f\u00fcnf Mitglieder geschrumpft. Auch der Schlagzeuger James Cecil, der mit Bird das Produzentenduo The Carbohydrates gebildet hatte und f\u00fcr diesen seltsamen Sound zust\u00e4ndig gewesen war, hat die Band verlassen. Mit ihm ist offensichtlich auch das einstige handgemachte Klangbild verschwunden. <\/p>\n\n<div class=\"embed-wrapper embed-wrapper--blocked js-embed-consent\" data-method=\"iframe\">\n<script class=\"raw__source\" type=\"text\/template\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/player.vimeo.com\/video\/20623647\" width=\"540\" height=\"330\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/script>\n<div class=\"embed-wrapper__inner\">\n<div class=\"embed-wrapper__text\">\n<h3>Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/h3>\n<p data-replace=\"no\">An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel erg\u00e4nzt. 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Von den synthetischen Streichern bis zum flachbr\u00fcstigen Pumpen der Beatbox ist jedes Detail stimmig, und wenn Kellie Sutherland in <em>W.O.W.<\/em> zu \u00e4therischen Synthiekl\u00e4ngen einen netten jungen Mann beim Wandeln auf dem Wasser ertappt, dann wird die Br\u00fccke von Human League bis in die Jetztzeit geschlagen, allerdings nur bis zu Enya. Vor allem Prince scheint es den Australiern angetan zu haben: Wenn dann doch mal Gitarren auftauchen, spielen sie Funk-Riffs, die vom Altmeister patentiert sein m\u00fcssen, und selbst sein Kieksen imitiert Bird bisweilen.<\/p>\n<p>So chaotisch und wirr die Popusik von Architecture In Helsinki bislang erschien, so durchgeplant und elegant, ja schon <a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2010\/08\/30\/hurts-happiness_6260\">fast stromlinienf\u00f6rmig und oberfl\u00e4chenrein<\/a> wirkt <em>Moment Bends<\/em>. Auch das hat zweifellos seinen Reiz: Durch diesen Richtungswechsel sind einige wirklich gro\u00dfartige Songs entstanden. Aber ihr Alleinstellungsmerkmal haben Architecture In Helsinki aufgegeben.<\/p>\n<p><em>&#8222;Moment Bends&#8220; von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/aihmusic\">Architecture In Helsinki<\/a> ist erschienen bei V2\/Cooperative Music<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was soll denn das? Es gibt so viele Bands, die sich durch den Synthiepop der Achtziger zitieren. Nun folgen auch noch die guten Architecture in Helsinki dem Strom. W\u00e4re man b\u00f6se, k\u00f6nnte man sagen: Die gloriose R\u00fcckkehr der achtziger Jahre ist jetzt auch da unten in Australien angekommen. 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