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4 Kommentare

  1.   Tilo Brodbeck

    Vielen Dank für die Kommentare zum Sonnenblumenproblem. Allerdings ist für mich die Erklärung mit dem einseitigen Wachstum nicht ganz ausreichend. Denn selbst wenn man davon ausgeht, dass sich die Köpfe nach Sonnenuntergang recht schnell nach Osten drehen und dann die ganze Nacht in dieser Position verharren, dann würden im Mittel vielleicht die Hälfte nach Osten schauen und die restlichen in einer beliebigen Richtung zwischen Osten und Westen. Nach meiner Beobachtung schauen aber deutlich mehr als 90% nach Osten. Hat jemand dafür eine Erklärung?

  2.   Eva Utz-Hiltl

    Nur so lang sie jung sind, folgen Sonnenblumen mit ihren
    Blütenköpfen der wandernden Sonne. Dabei wachsen ihre
    Stängel nachts an der Westseite am stärksten und tagsüber an
    der Ostseite, sodass sich die Köpfe drehen. Sind die Sonnenblumen
    aber voll erblüht und älter, »schauen« sie mit wenigen
    Ausnahmen nur noch nach Osten, und ihre Stängel verholzen.
    In der christlichen Symbolik werden die Sonnenblumen
    aus diesem Grund gerne als Zeichen der Hingabe an Gott verwendet.
    Sie stehen für die Seele, die ihre Gedanken und Gefühle
    unablässig auf Gott richtet, denn am Jüngsten Tag, so
    glaubt man, werde der Erlöser auch im Osten erscheinen –
    wie die aufgehende Sonne – und die Toten aus ihren Gräbern
    erwecken. Deshalb werden Verstorbene traditionell mit dem
    Gesicht nach Osten beerdigt. Und auch die christlichen Kirchen
    sind in der Regel nach Osten ausgerichtet.

    Eva Utz-Hiltl, Frauenberg

  3.   Winfried

    Ich finde die Antwort von Rolf nicht wirklich befriedigend. Sie erklärt zwar die Beweglichkeit, aber nicht, warum die Blütenstände nach Osten schauen. Denn im Prinzip könnten sie beim Übergang aus der rotationsfreudigen Juvenilphase in die starre Altersphase in jeder beliebiger Richtung arretieren.

  4.   Rolf

    Das erinnert fast an einen Zaubertrick, oder? Sonnenblumen haben keine einzige Muskelfaser. Trotzdem drehen sie ihre Köpfe jeden Tag von Osten nach Westen, um der Sonne zu folgen! Wie ist das möglich? Die Pflanzen schaffen das, indem sie raffiniert die Länge ihres Stängels verändern. Nachts wächst dieser an der Westseite am stärksten. Millimeter für Millimeter schiebt er den Kopf dort in die Höhe – bis er nach Osten klappt, wo die Sonne am morgen aufgeht. Tagsüber ist es umgekehrt: Die westliche Seite der Blume wächst wenig, die östliche stark. Deshalb dreht sich der Kopf nach Westen. Für die Blume lohnt sich das Jonglieren. Forscher haben ausgerechnet, dass sie auf diese Weise knapp zehn bis 15 Prozent mehr Energie aufnehmen kann als Starrköpfe. Allerdings klappt der Schwenktrick nur, bis die Pflanzen ausgewachsen sind. Ausgewachsene Sonnenblumen können die Köpfe nicht mehr drehen und schauen immer nach Osten.

    Danke an GEOlino

 

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