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Leser fragen: kühlen Fächer wirklich?

 
Cameron Diaz und Ashton Kutcher fächeln ©Yoshikazu Tsuno/AFP/Getty Images

Bei der großen Hitze sieht man – wie sonst nur in südlichen Ländern – auch bei uns Damen, die sich mit einem Fächer Luft zuwedeln. Bringt das Fächeln wirklich Kühlung, oder wird der Körper durch die Bewegungen noch mehr erhitzt als gekühlt?

Rudolf Krupp, Bergisch Gladbach

4 Kommentare

  1.   Volker Heimann

    Das Fächeln bringt wirklich Kühlung, weil dadurch der Schweiss auf der Haut schneller verdunstet.
    Es ist aber darauf zu achten, dass nicht zuschnell gefächelt wird, da es sonst Erfrierungen geben kann.
    Also, schön langsam und mit Gefühl fächeln, das hilft.

    Volker Heimann
    Spinner Munster
    Niedersachsen

  2.   Alicia Fassel

    Natürlich macht es Sinn, in großer Hitze zu „fächeln“, habe in jeder meiner Handtaschen einen Fächer dabei, immer und zu jeder Zeit, gerade im Juli 2010 eine große Erleichterung, war mir des Zuspruchs meiner Mitmenschen immer gewiß, ja, genau das ist es, wo kann man dieses nützliche Instrument kaufen??????

    Alicia Fassel

  3.   Ulrich Schmidt

    Ein Fächer kühlt durch die Bewegung von Luft, die kühler als die Haut ist, sowie durch stärkere Verdunstung der Hautfeuchtigkeit im selbst erzeugten Luftstrom. Allerdings klappt die Kühlung nicht mehr, wenn die Luft wärmer als die Haut ist. Und durch Verdunstung kühlt ein Fächer nur, wenn die Haut feucht ist und die Luft noch Wasser aufnehmen kann. Bei extrem hoher Temperatur und Luftfeuchtigkeit kann durchaus der Moment kommen, an dem auch das Fächeln nicht mehr viel hilft.

    Ulrich Schmidt, Neuenhagen

  4.   Kristian Schilling

    Die Luft, die wir uns zur Kühlung zufächeln, ist genauso warm die Luft, die uns ohne Fächeln unbehaglich warm erscheint. Nicht die zugefächelte Luft sorgt für Kühlung, sondern die Tatsache, daß in diesem Luftstrom Feuchtigkeit von der Haut verdunstet und damit der Haut Wärme entzieht. Für das Verdunsten ist nämlich die Zufuhr von Wärme erforderlich, der sogenannten Verdampfungsenthalpie. Sie beträgt für 25 Grad warmes Wasser etwa 2,44 kJ pro Gramm, also pro Milliliter Wasser. Das ist eine beträchtliche Energiemenge, mit welcher sich beispielsweise ein Gewicht von einem Kilogramm um 244 Meter anheben, das menschliche Herz eine Dreiviertelstunde betreiben oder die hundertfache Menge Wasser um sechs Grad erwärmen ließe. Im Vergleich hierzu ist die benötigte Energie, um einen Fächer zu schwenken, marginal. Die Natur hat mit dem Schwitzen eine höchst effektive Methode der Kühlung genutzt. Wenn es schwül ist, verdunstet die Feuchtigkeit auf der Haut nur schwer, und wir haben das Gefühl, viel mehr zu schwitzen als bei wesentlich höheren Temperaturen in der trockenen Wüste. Hierin besteht auch die Gefahr: das unmerkliche Schwitzen entzieht unserem Körper in Wirklichkeit viel mehr Wasser als das spürbare. Wer also den ganzen Tag bei 30 Grad unter einem Deckenventilator sitzt, fühlt die Hitze und das Schwitzen nicht mehr und sollte sich dessen bewußt sein, daß der eine oder andere Liter extra getrunken werden sollte – denn unser Körper braucht das Wasser nicht nur zur Kühlung…

    Kristian Schilling, Werder (Havel)

 

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