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Lieber Gerhard Steidl,

 
© Uwe Lewandowski/dpa

Du warst mein Klassenkamerad und Sitznachbar: 1969 haben wir in Göttingen gemeinsam das Abitur gemacht. Kurz vorher hatte ich Dir ein Gedicht gezeigt, auf das ich sehr stolz war. Der Titel lautete Vorher – Nachher. Es ging so:

Maus im Haus.
„Raus aus Haus, Maus!“
Maus raus aus Haus.
Aus Haus Maus raus.

Doch statt heller Begeisterung hattest Du nur ein müdes, von Kopfschütteln begleitetes Lächeln für mich übrig. In genau jenem Moment endete meine Karriere als Dichter. Dich hat Dein literarisches Urteilsvermögen zum Verleger von Günter Grass und anderen gemacht. Ich aber bin jetzt seit 40 Jahren Lehrer.

Schöne Grüße,
Detlef Grube, Buxtehude

1 Kommentar

  1.   (L)

    Lieber Detlef Grube,

    auch wenn Gerhard Steidl Ihr kleines Gedicht nicht zu schätzen wusste – ich tue dies umso mehr und bedanke mich bei Ihnen dafür. Denn es hat mich an Ernst Jandels „Ottos Mops“ erinnert sowie an die weiterführungen dieser Gedichtart durch Robert Gernhardt. Doch ein rein „au“-lautiges Gedicht gab es meines Wissens bisher noch nicht…

    Also habe ich mich darangesetzt und Ihr Gedicht ein wenig weitergesponnen. Das Ergebnis sehen Sie hier:
    http://briefwechsel.wordpress.com/2010/10/01/klaus-maus

    Nochmals besten Dank für die Inspiration und herzliche Grüße,
    (L)

 

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