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Wiedergefunden: Der Kupferstich

 

Angeregt durch einen Beitrag in der ZEIT der Leser, habe ich die schöne Idee aufgegriffen, einen Notenständer für große Bildbände zu verwenden, um so jeden Tag, wenn auch nur im Vorbeigehen, einen Blick in diese werfen. Als ich einen Andrea-Palladio-Bildband aufschlug, fiel mir ein alter Kupferstich in die Hände, und sofort erinnerte ich mich: Vor rund 30 Jahren war ich mit meiner ersten großen Liebe nach Rom geflogen, eine abenteuerliche Reise über Ost-Berlin mit Interflug – das war damals billiger als ein Direktflug von Hamburg. Da ich zu dieser Zeit Gesang studierte, wollte ich unter anderem die Engelsburg aufsuchen, den Schauplatz der Oper Tosca. Mein Geburtstag fiel in diese Zeit, und meine Freundin schenkte mir diesen alten Kupferstich von Carlo Fea aus dem Jahre 1805. Auf der Rückseite fand ich sogar noch die Visitenkarte des Geschäftes in Rom. Unvergessliche Eindrücke und die Erinnerung an meine erste große Liebe verbinde ich mit dieser Reise. So können Bilder unsere Gefühle zurückholen, wenn wir gar nicht mehr damit rechnen, denn „Erinnerungen sind die einzigen Paradiese, aus denen man uns nicht vertreiben kann“ – wie es so schön heißt.

Bernd Lichtenberg, Hamburg

 

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