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Blumen für den Herrn

 

Ein Kloster in Madrid, eine stille Oase mitten in der hektischen Stadt. Vor einigen Jahren haben die Nonnen das Anwesen renovieren lassen und zum Gasthaus umfunktioniert. Ich besuche eine Freundin, die für ein Wochenende mit einer Fortbildungsgruppe dort war. Eine Nacht wollten wir im Kloster verbringen und am nächsten Morgen weiterreisen. Doch eine Magen-Darm-Grippe erwischt mich und ich liege flach. Also reisen alle andern ab, wir bleiben. Gehen im Klostergarten spazieren, erkunden die Umgebung, halten uns an die Klosterzeiten. Das Haus ist leer, nur die Nonnen und wir. Abends speisen wir in einem riesigen Saal, zu zweit. Wir überlegen, wie wir den alten Damen zum Dank eine Freude machen können, und entscheiden uns für Blumen. „Die haben ja keinen Mann, der ihnen mal nen Strauß mitbringt.“ Am Tag der Abreise überreichen wir das Präsent. „Wie schön“, sagt die Ordensschwester lächelnd, „die stelle ich in unsere Kapelle, dann kann sich unser Herr an ihnen freuen.“ Wir haben beide Tränen in den Augen.

Mara Pitz, Darmstadt

 

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