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Terror auf dem Hochzeitsschiff

 

Muss man nun auch noch Menschen in Shows wie „Das Hochzeitsschiff“ durch sommerliche Szenen rennen lassen, während sie um den vermeintlich schönsten Tag in ihrem Leben wetteifern? Die Spiele sind harmlos, die Implikationen weitreichend. Bei Shows wie dem „Dschungelcamp“ sind die Erniedrigungen offensichtlich; hier ist’s subtiler: das Ideal des Hochzeitstags als Fundament eines gemeinsamen Lebensentwurfs wird auf Banalitäten eingekocht, und der Öffentlichkeit als leicht verdaulicher Fraß vorgeworfen. Man kann sich mit den Kandidaten amüsieren und sie Runde um Runde scheitern sehen. Die Show rühmt sich, die Paare auf ihre Ehetauglichkeit zu testen. Wer es im Fernsehen nicht schafft, der schafft’s auch nicht im echten Leben. Realität und Show werden gleichgesetzt, leichtfüßig und humoresk präsentiert, was das Ganze irgendwie noch endgültiger macht. Der Einwand „niemand wird gezungen etwas zu tun, das er nicht tun will“ erinnert schon fast zynisch an „Das Millionenspiel“.

Philipp Paa

 

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