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Ein Gedicht! Klassische Lyrik

 

Das Ende vom Leid
(nach Mascha Kaleko, »Das Ende vom Lied«)

Ich schlemmte gern noch einmal wie vor Zeiten
So lustvoll leicht. – Jetzt darf ich es nicht mehr.
Ich ließe gern noch einmal mich verführn
von leckerem Gebäck, von Torten, Eis und Köstlichkeiten.

Ich hört mich gern noch einmal wieder sagen,
Ach, bitte ja! Das nehm ich auch noch mit.
Und später dann, mit neugebornem Appetit,
Nach Sahne, Cremes, kandierten Früchten fragen.

Ich würde mich so gerne wieder sehen
Vorm Fenster beim Konditor stehn, vergnügt –
Und schließlich reingehn, wenn das Wasser mir
vor Lust im Munde schier zusammenläuft.

– Das alles ist vorbei … Es ist zum Klagen!
Was kann denn nur die Schokocreme dafür?
Mein eisgekühlter, opulenter Traum?
Soll ichs trotz aller Warnung nochmals wagen?

Ich möchte wieder Schokolade essen,
Die Krümel, die man peu à peu verzehrt.
Jedoch, mir scheint, ich lass es lieber sein.
Sonst kann ich meine Schlankheitskur vergessen!

Jutta Walther, Ostfildern bei Stuttgart

 

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