‹ Alle Einträge

Liebe Frau von der Leyen,

 
© Sean Gallup/Getty Images

ich bin Akademikerin, alleinerziehend, Mutter von fünf Kindern (davon zwei mit Behinderungen) und „natürlich“ bedürftig. Ich würde mich als antragserfahren bezeichnen. Heute öffne ich den Brief der Familienkasse mit den Anträgen auf „Leistungen für Bildung und Teilhabe“: sechs Anträge pro Kind, also insgesamt dreißig! Bürokratischer Wahnsinn! Ich brauche Stunden, um alle Nachweise zu kopieren. Und ich frage mich, warum unser Staat die Väter (in diesem Fall einen Selbstständigen und Großverdiener) nicht mit allen Mitteln zur Verantwortung zieht und sich auf seine eigentlichen Aufgaben besinnt: direkt die Schulen mit Geld zu überschütten. Nur das kommt bei allen Kindern an. Ich setze Kaffee auf und fülle Antrag Nummer neun aus.

Anne Christine Cuny, Leipzig

3 Kommentare

  1.   Blanck Juliane

    Liebe Frau von der Leyen,
    ich habe 31 Jahre gearbeitet bin alleinerziehend mit einer 9 jährigen
    Tochter und seit April Hartz IV-Empfänger, weil man plötzlich mit 50
    und alleinerziehend nicht mehr gebraucht wird. Meine Tochter besucht
    die Musikschule (Querflöte) kostet eine halbe Stunde pro Woche 65 €
    im Monat. Mit einem Bildungsgutschein von 10 € im Monat ist das nicht
    finanzierbar. Was meinen Sie warmm soviele Eltern ihn nicht wollen? Weil niemand die verbleibene Differenz von 55 € bei 320 € im Monat nach Abzug der Fixkosten für 2 Personen nicht mehr aufbringen kann.
    Warum kann ein Kind das Geld, was es bekommt (Kindergeld+ Unterhalt) nicht zur Finanzierung seiner Bedürfnisse nutzen, sondern muss damit für die Mutter und Teil der Miete aufkommen????? Ist ein Hartz IV Kind plötzlich ein anderes Kind,als vorher??? Dann brauchten viele keinen Bildungsgutschein, kein
    Essenzuschuß…. vielleicht sollte man im allgemeinen mal über kostenlose Schulbusse und (bezahlbares) Mittagessen für Kinder nachdenken – zum Wohle der Kinder und Familien.
    Vielen Dank,dass Sie zugehört haben!
    JB

  2.   krölls

    Ich habe einen Tag nach herauskommen des Gesetzes einen Antrag für das Bildungspacket gemacht. Bisher hat noch keine Bearbeitung statt gefunden. Meine Tochter hätte schon ab Mai Nachhilfe benötigt. Wenn sie sitzen geblieben ist ,brauchen wir die Nachhilfe auch nicht mehr. Für mich ist das alles der reinste Witz. Die machen so viel Reklame dafür, aber es tut sich nichts. MfG. krölls

  3.   bansen,ute

    erfreut nahm ich war, dass ich als empfänger von wohngeld auch das bildungs-und teilhabepaket für meine kinder in anspruch nehmen kann. dies kam mehr als gelegen, da mein betrieb seit januar nur sporatisch, keinen oder anteiligen lohn bezahlt.zumal standen die rechnungen für 2 klassenfahrten an. am 14. april nahm das mysterium seinen lauf. persönlich holte ich mir in der öffnungszeit für berufstätige die anträge beim jobcenter ab, wobei ich das bereits ausgefüllte von der klassenfahrt meines sohnes abgeben durfte. ansonsten schickte man mich zur wohngeldstelle.mit termin sprach ich dort am 20. april vor, um rückwirkende leistungen bis dato fristgerecht(30.april) über schüler-und geschwisterkarte, tanzverein, schulauflug und die beiden schülerfahrten mit den ausgefüllten formularen zu beantragen. leider konnte die mitarbeiterin weder mit mir noch mit den formularen auch nur ansatzweise atwas anfangen, was sie auch äußerte.alles ging ans jobcenter. nur der berlin-pass wurde nach zwei versuchen korrekt ausgestellt.
    es kam ein auszufüllender erstantrag.dieser wurde fristgemäß, persönlich zur werktätigenzeit am 5. mai abgegeben.
    das einzige was ich seit dem gehört bzw. gelesen habe, sind zwei ablehnungsbescheide auf sozialhilfe, die ich weder beantragen noch bekommen wollte. sämtliche versuche zur klärung scheiterten seither. ich möge doch alles neu beantragen.ein andermal wurde versichert, rückwirkende leistungen übernehme das jobcenter. mehr als die geforderten formulare nebst ungefähr 60 kopien liegen irgendwo im jobcenter. sollte es dort nicht zu einer sachgerechten bearbeitung kommen können, wäre es doch ein einfaches, die unterlagen der wohngeldstelle zu übersenden.
    ps:mitlerweile ist heraus, dass meine firma insolvent ist. geld bekomme ich bis zur entgültigen kündigung vielleicht, aber hilfe???
    es muß doch irgend jemanden geben,der sich auskennt und etwas bewegen kann?
    mit freundlichen grüßen und einer leisen hoffnung
    u.bansen

 

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Anmelden Registrieren