Einer meiner Wort-Schätze ist: mutterseelenallein. Ein starkes Wort: achtzehn Buchstaben, drei Doppellaute, acht Vokale. Wenn man es ist, ist man es tatsächlich ganz und sehr und kostet wohl auch von der Verzweiflung des in die Weltgeworfenseins.
Vor rund 25 Jahren, im frühen Erwachsenenalter mit vielen Entwicklungsaufgaben wie der Loslösung vom Elternhaus, Partnerwahl und Familiengründung, habe ich es einmal an die Tür einer sogenannten Szenekneipe buchstabiert. Viele Jahre später habe ich das schöne Wort von anderer Hand in einer anderen Stadt an eine Wand geschrieben gesehen. Da dachte ich: „Da kennt noch eine das Gefühl!“
Jetzt bin ich seit zwölf Jahren Mutter und frage mich, ob meine Tochter auch einmal den Geschmack des Wortes kennenlernen muss.
Elisabeth Huy, Freiburg