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Zeitsprung

 
1930
2006

Das linke Foto stammt aus dem Jahr 1930. In diesem Haus in Dresden wurde ich geboren. Die Adresse damals: Bendemannstraße 11. Die Nazis änderten den Straßennamen 1933 sofort in Rugestraße, denn Eduard Bendemann war Jude gewesen, ein angesehener Maler der Romantik und des Biedermeier. Leider hat es die Dresdener Stadtverwaltung weder zu Zeiten der DDR noch nach der Wende für nötig gehalten, die Umbenennung rückgängig zu machen. Meine Eltern zogen, als ich noch sehr klein war, ins angestammte Rheinland zurück. Ich kam erst 1995 wieder nach Dresden. Da sah das Haus noch fast so aus wie auf dem alten Foto. Die Bombenangriffe hatte es verhältnismäßig unbeschädigt überstanden und stand nun unter Denkmalschutz. 2006 reiste ich anlässlich der Wiedereröffnung der Frauenkirche wieder nach Dresden und besuchte auch die Rugestraße 11. Was für eine Überraschung! Da glänzte die neue Fassade wie auf dem rechten Foto – und auf einer großen Bautafel bot eine Bauträgergesellschaft »luxuriöse Eigentumswohnungen an.

Carl Maria Bloser, Estoril, Portugal

 

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