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Milchbüechli: Mein Wort-Schatz

 

Zur Abwechslung mal ein Wort aus der Schweiz: Als ich ein Kind war, kam der Milchmann täglich ins Haus und brachte Milch, Butter, Rahm, Eier und so weiter – wie im Milchbüechli gewünscht. Es war ein einfaches Heftchen mit Zeilen für jeden Tag und dem Sortiment des Milchmannes. Ende des Monats nahm er das Büchlein mit und rechnete zusammen, was wir bezogen hatten, dann gingen wir in den Laden und bezahlten bar. Die Rechnung im Milchbüechli war einfach: Multiplikation und Addition. Und im übertragenen Sinne wird die Milchbüechli-Rechnung für alle logischen Zahlenoperationen verwendet, wie jedermann und jedefrau machen kann. Die astronomischen Finanzdebakel, Überschuldungen und Spekulationen mit nicht vorhandenen Gewinnen – mit einfachen Milchbüechli-Rechnungen wären sie zu vermeiden gewesen.

Annemarie Gehring, Basel

1 Kommentar

  1.   Gerald Süss

    Nach diesen Artikel ist eine Milchbüchlirechnung eine zwar einfache (auf Addition und Subtraktion beruhende), aber doch reelle Rechnung. Dagegen steht das deutsche Milchmädchenrechnung, welche eine eher eine auf einer Illusion beruhenden Prognoserechnung beinhaltet (siehe Wikipädia).

    Gleichwohl finden wir im Variantenwörterbuch des Deutschen

    http://books.google.ch/books?id=KTJofX9AuZsC&pg=PA502&lpg=PA502&dq=Milchb%C3%BCchleinrechnung+Milchm%C3%A4dchenrechnung&redir_esc=y#v=onepage&q=Milchb%C3%BCchleinrechnung%20Milchm%C3%A4dchenrechnung&f=false

    beide Worte als Synonym aufgeführt.

    Ich habe etwa die Hälfte meiner 72 Jahr in D und die andere in der Schweiz verbracht, kenne also beide Sprachräume. Für haben die beiden Begriffe eine recht unterschiedliche Bedeutung und ich verwende beide in diesem Sinne

 

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