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Heißmangel: Mein Wort-Schatz

 

Um Bettlaken oder Kopfkissen glatt zu bekommen, braucht man eine Mutter und ein Bügeleisen. So habe ich das als Kind in den siebziger Jahren wahrgenommen. Deshalb hat mich das Schild Heißmangel, das an einer Tür im Nachbarort hing, nie auch nur im Entferntesten an Wäsche denken lassen. Für mich war völlig klar, dass es dort ein Haus gab, in dem heißer, also riesiger, Mangel herrschte oder behandelt wurde. Heißhunger bedeutet ja auch, dass man fast unbezwingbar großen Hunger hat. Was für ein Mangel das dort war, war mir unklar,  aber eigentlich auch egal. Es war beruhigend zu wissen, dass man bei Heißmangel eine Anlaufstelle hatte. Schade, dass solche Anlaufstellen nicht wirklich existieren – und dass inzwischen auch das Wort immer seltener zu lesen ist!

Ina Bartenschlager, Kaiserslautern

 

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