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Weihnachten?

 

(Nach Joseph von Eichendorff, »Weihnachten«)

Markt und Straßen sind voll Drängen,
Lichterketten niederhängen.
Hektisch eil ich durch die Gassen,
Kann die Tüten kaum noch fassen.

Bunte Fenster dringend werben:
»Bitte, nicht das Spiel verderben!
Schaut – doch lasst vor allen Dingen
Unsre Ladenkassen klingen!«

Bang erreich ich meinen Schlitten,
Hab die Parkzeit überschritten.
Knöllchen klebt schon an der Scheibe,
Dass vom Geld nichts übrig bleibe.

Draußen, vor des Städtchens Toren,
Summt es mir noch in den Ohren
Von den Liedern, die gedudelt,
Tausendfach schon abgenudelt.

Einer sei da einst erschienen,
Uns zu lieben und zu dienen,
Mitzuleiden mit uns allen –
Irgendwas ist mir entfallen …

Sylvia Börgens, Wölfersheim

 

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