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Mein Ding

 

the-knife

Wenn mir in den letzten Jahren jemand die Frage gestellt hat, welchen einzigen Gegenstand ich aus einem brennenden Haus unbedingt retten würde – vorausgesetzt, Personen und Tiere seien in Sicherheit –, dann sagte ich immer: mein Küchenmesser. Es hat schon jahrzehntelang meine Schwiegermutter durch ihr nicht gerade leichtes Leben als irische Hausfrau und vielfache Mutter begleitet. Sie liebte es heiß und innig. Dann erbte ich es, und seitdem ist es aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Es wird vielfach gebraucht, schon Hunderte Male war es verschwunden und tauchte dann zwischen Kartoffel- oder Gemüseschalen im Komposter wieder auf. Es war auch der wichtigste Gegenstand, der mit mir dann von einem Ende Europas an das andere zog: von Irland nach Griechenland. Leider hat jemand in wohlmeinender Absicht, aber ohne Fachkenntnisse, das arme Messer mit einer viel zu großen, viel zu groben Schleifscheibe »verschliffen«. Dennoch tut es immer noch seine Pflicht und ist in Haus und Garten stets an meiner Seite. Ich erwäge sogar, es per letzten Willen auf die allerletzte Reise mit mir zu nehmen – man kann ja nie wissen, ob man’s mal braucht …

Marina Müller McKenna, Spartiá, Kephallonía, Griechenland

1 Kommentar


  1. Wie schön, elektronische Post aus Griechenland zu lesen, die fröhlich, optimistisch und humorvoll ist.

    Alles Gute und viele Grüße aus Österreich
    Rappelkopf

 

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