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Das ist mein Ding

 

Bei einem Besuch im Paderborner Diözesanmuseum vor vielen Jahren hörte ich erstmals von dem alten katholischen Brauch, einem Sterbenden ein Kreuz in die Hand zu geben. Ich fragte daraufhin meine Oma, ob sie diesen Brauch kenne. Als Antwort öffnete sie eine Schublade, zeigte mir dieses Kreuz und sagte: »Jetzt weißt du, wo mein Kreuz liegt. Wenn es mal so weit ist, dann bring es mir.« Dies habe ich nie vergessen. Ich war bei ihr, als sie starb und konnte ihr im richtigen Moment das Kreuz in die Hand geben. Eigentlich wird ein Sterbekreuz wohl mitbeerdigt. Meine Oma hatte ihres in der Hand, als sie im Sarg aufgebahrt war, aber ich bat die Bestatterin danach, es mir zu geben. So erinnert es mich bis heute an einen der großen Momente meines Lebens.

Claudia Auffenberg, Borchen, Nordrhein-Westfalen

 

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