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Mein Ding

 

Dieser Schemel gehörte schon zum Haushalt meiner Großeltern und wurde immer dann braun angestrichen, wenn auch der Fußboden eine neue Farbe benötigte. Meine Urgroßmutter saß auf ihm (sie lebte im Haushalt meiner Großeltern), wenn sie ihren Enkeln Märchen erzählte. Später benutzte ihn der heranwachsende Enkelsohn, um seiner Mutter, die sehr klein war, die Gelegenheit zu geben, ihm eine Ohrfeige zu verpassen. Was ihr trotzdem nicht möglich war: Er wehrte den Arm ab. Dann kam der Schemel zu mir, der Urenkelin, wurde abgebeizt, und die Narben (Wurmstiche und Nägel) kamen zum Vorschein. Heute steige ich auf den Schemel, wenn ich Gegenstände aus den obersten Schrankfächern nehmen will.

Renate Gottwald, Kalchreuth, Mittelfranken

 

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