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Wiedergefunden: Bezugsschein für ein Beil

 

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Im Februar 1945 landeten meine Mutter, mein Bruder und ich nach der Flucht aus Ostpreußen auf der Insel Nordstrand. Wir besaßen nichts als das, was wir auf dem Leib trugen, und das, was Mutter mit Blick auf die bevorstehende Geburt unserer Schwester im Kinderwagen verstaut hatte. Stück für Stück musste sie einen Haushalt aufbauen. Ein Beil war ein wichtiges Werkzeug zur Zerkleine­rung des Brennmaterials. Wie kam man an ein Beil? Konnte man den dringenden Bedarf nachweisen, er­ hielt man einen Bezugsschein, um eines zu erwerben – falls eines an­geboten wurde. Eingerahmt hängt die Bescheinigung nun über meinem Schreibtisch, eine Mahnung in Zei­ten des Überflusses.

Hartmut Neumann, Rheinbach, Nordrhein­Westfalen

 

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