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Mein Feind der Giersch

 

(nach Alexandra, »Mein Freund der Baum«)

Ich wollt dich nie mehr wiedersehn,
mein alter Feind seit Kindertagen!
Ich hatte manches dir zu sagen
und wusste, du wirst nichts verstehn.
Als kleiner Junge kam ich schon
zu dir, mit täglich neuer Sorge.
Ich fühlte mich von dir betrogen,
und mancher Kummer kam davon.
Doch hab ich nie um dich geweint.
Riss dich heraus mit deinen grünen Blättern.
Weit übern Zaun, mein alter Feind!

Mein Feind der Giersch, er lebt,
seht nur, wie er zum Himmel strebt!

Du wächst zu schnell, ich kam zu spät.
Ich werde dich wohl nie besiegen.
Und bleibst du auch am Wege liegen,
und jeder, der vorübergeht,
der achtet nicht den Rest von Leben
und tritt auf deine grünen Blätter.
Die tiefen Wurzeln aber bleiben.
Du wirst mir niemals Ruhe geben,
und müde wird mir meine Hand.
Mein ärgster Feind, ich hab verloren,
dich aus dem Garten nie verbannt.

Mein Feind der Giersch, er lebt …

Wächst auch ein Haus aus Glas und Stein,
dort, wo man ihn hat ausgegraben.
und werden auch die Mauern ragen,
dort wächst er doch im Sonnenschein.
Niemals wird es ein Wunder geben,
ich werde auch nicht darauf warten,
er wächst ja doch in meinem Garten,
denn er erwacht zu neuem Leben.
Erst ist er dann noch schwach und klein,
und wenn auch viele Jahre gehen,
es wird doch stets dasselbe sein.

Mein Feind der Giersch …

Hans G. Schneider, Mönkeberg


2 Kommentare


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