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Was mein Leben reicher macht

 

Wir sitzen im Kreis. Ich führe die Subtrak­tion ein und habe den Eindruck, dass die Kinder alles gut verstehen. Auf meine Frage »Wer von euch möchte denn nun eine Minus­-Rechengeschichte erzählen?« meldet sich Joel. Erwartungsvoll nehme ich ihn dran. Er sagt: »Frau Lang­-Petroll, du hast heute sooo ein schönes T­-Shirt an.« Bestätigung von allen Seiten! So was erlebt man nur im ersten Schuljahr!

Ellen Lang-Petroll, Riedstadt, Hessen

1 Kommentar


  1. Worte. Worte lesen, hören, Worte produzieren, drechseln und an ihnen feilen. Das Handwerk der Geisteswissenschaft – und als Lehrling besteht ein Tag daraus, diese zu kunstvollen Argumentationsgebäuden zusammenzusetzen. Schnell lernt man: Kein Begriff darf für sich allein stehen, es kann kein „das ist“ ohne ein „weil“ geben.
    Und dann am Abend Salsa! Keine Fußnoten mehr, nur noch Füße und Noten. Nur wir und die Musik, die unter Umgehung des Gehirns direkt in unsere Muskeln fließt. Ich steiche erst das „weil“ aus meinem Wortschatz, dann auch die anderen Vokabeln. Sprache besteht jetzt nur noch aus Körpern und Rythmus. Wir verlieren kein Wort und zum ersten Mal an diesem Tag habe ich das Gefühl wirklich mit jemandem zu reden.

 

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