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Der Olympia-Ausweis

 

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In den Unterlagen meines kürzlich verstorbenen Vaters fand ich diese Erinnerung an die IX. Olympischen Winterspiele 1964 in Innsbruck. Mein Vater war einer der Techniker des IBM-Teams. Am Wettkampfort wurden die Ergebnisse über eine Tastatur erfasst und per Tele-Processing an das Rechenzentrum in einer umgebauten Turnhalle der Innsbrucker Universität übermittelt. Dort wurden die Daten von meinem Vater und seinen Kollegen verarbeitet, ausgedruckt – Computerbildschirme gab es noch nicht – und von sogenannten Operators abgelesen und per Telefon dem Platzsprecher, dem Verantwortlichen für die elektronische Anzeigetafel und dem Fernsehen mitgeteilt. Die Information der Weltpresse erfolgte per Fernschreiber. Besonders stolz war man darauf, dass drei Minuten nach dem Lauf des letzten Teilnehmers bereits die Ergebnisliste des gesamten Wettlaufs fertig war. Mein Vater konnte keinen der Wettkämpfe ansehen, im Schichtplan war festgelegt: »Herr Ganz muss während der Wettkämpfe im Data-Center anwesend sein.«

Birgit Drung, Kelkheim


 

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