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Lohntüte: Mein Wort-Schatz

 

Mein Wortschatz lautet Lohntüte. Das Gefühl, wenn der Vorarbeiter auf der Flender-Werft am Sonnabend in unsere Frühstückspause kam und die Löhne verteilte, werde ich nie vergessen. Voller Spannung rissen wir die in schäbigem Braungelb gehaltenen Tüten auf, fischten den Lohnstreifen raus, auf dem die Stunden eingetragen waren (mit Bleistift, oft mit Korrekturen). Der erste Blick galt dem Endbetrag. Und dann: Stimmen die Stunden? Mussten wir am Dienstag wegen des Stapellaufs nicht Überstunden machen? Danach schüttete man die Tüte aus: den Lohn in Scheinen und Münzen. Was ist dagegen schon ein Bankbeleg!

Bernd Januschke, Ratzeburg

2 Kommentare

  1.   Roland Koch

    Ich habe auch zu der Zeit in Lübeck mein Studentensalär mittels Arbeit (im Straßenbau) aufgefüllt. Mir sind Tüte und Streifen noch gut in Erinnerung. DM 1.18 / Stunde. – vorher Gotthard-Kühl-Schule, später Johanneum.

  2.   Beate Linßner

    Als unser Sohn noch kleiner war, etwa so 3 Jahre, da kam
    er bei einer kniffeligen Sache nicht weiter und machte
    eine Bemerkung, die bei uns zu einem geflügelten Wort
    wurde, für alle Dinge die nicht gleich gelingen, er sagte mit
    Nachdruck: radauz rabarbi !
    Ich fnde das trifft den Kern.

 

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