‹ Alle Einträge

Brezzelgeschrabbelz: Mein Wort-Schatz

 

Mein Vater, Jahrgang 1903, erzählte mir früher gerne Geschichten aus seiner Jugend in Wermelskirchen. Also: Die Jungens konnten damals, wenn sie hungrig waren, mit ihren Mützen zur Backstube gehen und sich dort vom Bäcker für drei Pfennige Brezzelgeschrabbelz einfüllen lassen, eine Mütze voll. Man hört diesem Wort förmlich an, wie der Bäcker mit ei­nem Metallschaber die knusprigen Reste von einem Blech kratzt, auf dem gerade Brezeln gebacken worden sind.

Peter Haas, Emmendingen

1 Kommentar

  1.   Richard Kretzer

    Sehr geehrter Herr Haas,
    Sehr geehrte Redaktion!

    Ich betreibe eine Bäckerei in Burscheid (Nachbarstadt von Wermelskirchen); seit 1945 fertigen wir die besprochenen „Burger Brezeln“. Das Rezept ist seit Großvaters Zeiten unverändert – auch das sog. „spinnen“ der Brezel (also das „zusammenlegen“) wird nach wie vor in Handarbeit erledigt. Nun kommen wir zum „Brezzelgeschrabbelz“. Hierbei handelt es sich nicht um die „knusprigen Reste des Blechs“, sondern um die Unterseite des Gebäck selbst! Die Brezel wird nach dem Backen über eine Art Reibe gezogen, diese raut die Brezel an der Unterseite auf. Wir im Bergischen nennen diesen Schritt „Brezeln schrabben“ – das Endprodukt ist Ihr angesprochenes „Brezzelgeschrabbelz“. Aus Erzählungen ist mir bekannt, dass dieses „Brezzelgeschrabbelz“ mit Milch vermengt als Kindernahrung um 1950 gerne gefüttert wurde! Beste Grüße nach Emmendingen! Richard Kretzer

 

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Anmelden Registrieren