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Was mein Leben reicher macht

 

Ich eile durch Bonn, als mich ein Rollstuhlfahrer anspricht. Er müsse dringend auf die Behindertentoilette und bräuchte dabei Unterstützung. Dort angekommen, will ich mich verabschieden. »Nein, Sie müssen mit reinkommen. Allein geht es nicht.« Ich atme tief durch. »Sie müssen mir auch die Hosen runterziehen.« So setze ich ihn also auf den Thron. »Aber abwischen müssen Sie alleine«, sage ich. »Ja, das kann ich.« Als ich ihn danach noch zur U-Bahn fahre, höre ihn sagen: »Ach, geht es mir gut. Gott sei Dank!«
Ich bin Priester im Ruhestand und denke mir, wie man einen Menschen heutzutage doch zu einem Gebet animieren kann!

Wolfgang Teichert, Meiningen, Thüringen

2 Kommentare

  1.   Wolfgang Kern

    Was mein Leben reicher macht:

    Kürzlich wollten mein Enkel Henri (zweieinhalb Jahre alt) und ich sein Laufrad aus dem Keller holen und einen kleinen Ausflug auf der neuen Wuppertaler Nordbahntrasse machen.Die Trasse ist eine ehemalige stillgelegte Bahnstrecke, die über 22 km nun für Fahrradfahrer und Fußgänger von Ost nach West mitten durch die Stadt führt.
    Um Henris neues Laufrad zu holen ging es in den Keller. Den ersten allgemeinen Kellerschlüssel fand er, ich wußte nicht, wo er aufbewahrt wird. Den zweiten Schlüssel zum Familienkeller fanden wir nicht und so auch sein Laufrad nicht.
    Hierauf meinte Henri beide Arme resigniert angehoben: „Ist weggeschwunden“

    Nun, die Trasse wir auch künftig noch vorhanden sein, wenn wir das Laufrad zurückgefunden haben.

    Das macht mein Leben reicher, ist aber auch in unseren Familiensprachschatz eingegangen und sorgt seither immer wieder für Heiterkeit.

    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Kern
    Wuppertal

  2.   Martina Kappmaier

    Ein Schüler meiner Klasse erscheint immer zu spät im Unterricht. Am letzten Schultag klopft es nach einigen Minuten an der Tür: Ein Weihnachtsmann mit rotem Mantel, wallendem Haar und Rauschebart betritt den Raum. Er fragt, ob die Klasse dieses Jahr brav gewesen sei, ich bejahe, daraufhin öffnet er seinen Rucksack, verteilt liebevoll abgepackte Tütchen mit Mandarinen und Nüssen an alle Schüler und die Lehrerin und wünscht frohe Weihnachten.

    Martina Kappmaier (Stuttgart)

 

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