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Mai vorbei

 

(nach Erich Kästner, »Der Mai«)

Im Cabrio des eilenden Verschwenders,
das Smartphone in der linken Hand,
fährt jetzt der Mai, die Wonne des Kalenders,
mit seinen Farben protzend durch das Land.

An seinem Weg die Frau’n erröten,
– die Mädchen machten früher einen Knicks.
Aus seinem Radio hört man schrille Flöten –
ist das die neue Melodie des Glücks?

Auf Autobahnen jagt dahin sein Wagen,
er fährt an meinem Orte rasch vorbei.
Die alten Menschen hört man klagen:
»Ist das noch unser lieber Mai?«

Er ruft uns zu: »Seid guten Mutes!
Ich komm’ zurück doch jedes Jahr.«
Er hat’s versprochen und er tut es.
Der Mai wird immer wieder wahr.

Günther von Boetticher, Oldenburg, Niedersachsen

 

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