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Müßiggang: Mein Wort-Schatz

 

Gemeinsam mit einem guten Freund habe ich mich vor einiger Zeit dazu entschlossen, dass wir beide (nach anderen Studien) ein Lehramtsstudium in Deutsch beginnen. Wir sind beide begeisterte Genießer alter Raritäten und verbringen einen nicht unerheblichen Teil unserer freien Zeit in Buchantiquariaten. Jeder von uns hat seine Lieblingsplätze in unserer wunderschönen Heimatstadt Bonn, wo er der Muße hingebungsvoll frönt. Das reicht von stillen Plätzchen an der Sieg – das ist eher so meins – bis zum belebten Café in der Altstadt. Wenn wir uns dann mal wieder treffen und uns über ein gerade verschlungenes Buch (gerne 19. oder frühes 20. Jahrhundert) unterhalten, dann machen wir oft begeistert Gebrauch von wiederentdeckten Wortschätzen. Das mag für Zuhörer vielleicht etwas befremdlich und altmodisch wirken, uns aber bereitet es Freude. Eine dieser Entdeckungen ist der Müßiggang. Das ist produktives Wenigtun als entschleunigendes Heilmittel für hektische Zeiten, und nur Unbedarfte bezeichnen den Müßiggang – völlig zu Unrecht – als Faulenzerei.

Christoph Alexander Paul Cambeis, Bonn