Hilfreiche Katerstimmung

Ich faste jedes Jahr. Obwohl mir die Askese schwerfällt. Nun lese ich zu allem Auszehrungsunglück auch noch das Buch Das bin doch ich von Thomas Glavinic. Da wird auf jeder Seite getrunken. Gut: auf jeder zweiten Seite gesoffen. Ich bin noch unentschieden, ob die Katerstimmung auf jeder vierten Seite meiner Abstinenz zuträglich ist oder nicht. Das Buch jedenfalls bringt mich munter durch die Fastentage.

Susanne Jasper, Wedtlenstedt bei Braunschweig
(Das bin doch ich ist im Hanser Verlag erschienen)

 

Kinderbuch: Der Wechstabenverbuchsler

Auch Erwachsenen können Künderbicher viel Freude machen. Kün-derbicher? Natürlich Kinderbücher! Aber wenn man das Bilderbuch Der Wechstabenverbuchsler von Mathias Jeschke und Karsten Teich so verschlungen hat wie ich, dann kann das schon mal passieren. Da erzählt Nina, die kleine Tochter, vom neuen Mann im Haus(halt) ihrer Mutter. Ob es eine Rettung gibt für Herrn Mackerbenn, äh: Beckermann? Das wird hier nicht verraten.

Jörg Gugel, Höchstadt an der Aisch
(Der Wechstabenverbuchsler ist im Boje Verlag erschienen)

 

Durchsage, einmal anders

Ich arbeite bei der Deutschen Bahn und fahre jeden Tag von Dresden nach Leipzig zur Arbeit. Den immer gleichen Durchsagen der Zugchefs vor jedem Bahnhof hört man da kaum noch zu. In meine Zeitung vertieft werde ich neulich umso erstaunter aus meinen Gedanken gerissen, als eine gut gelaunte Männerstimme durch die Lautsprecher in ungewohnt lockerer Art die Fahrgäste begrüßt, über die weitere Reise informiert und ankündigt, dass „wenn alles planmäßig verläuft“ wir den nächsten Bahnhof um 16:23 Uhr erreichen werden. Die Ansage ist zugegeben etwas lang, aber erfrischend anders. Auf den Gesichtern der Fahrgäste um mich herum sieht man ein kleines Lächeln. Als der Zugchef dann die Fahrkarten kontrolliert, halte ich ihn an und sage ihm, dass ich seine natürlich nicht ganz vorschriftsmäßige Durchsage eben richtig toll fand. Seine Antwort: „Wissen Sie, das geht runter wie Öl.“ Kurz vor Erreichen des nächsten Bahnhofs klingt durch die Lautsprecher: „…wir erreichen nun Riesa, die Stadt der Nudelmacher..“ Ich kann mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Christina Förster, Dresden